Agrarpolitik

Engagierte Politik für engagierte Bauern.

Bioland setzt sich auf politischer Ebene für die Interessen seiner Mitglieder sowie der gesamten Branche auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene ein. Hierzu sind wir in politischen Arbeitskreisen, Netzwerktreffen, Allianzen und Gremien vernetzt und suchen kontinuierlich das Gespräch mit Parlamentariern.

Neben dem weiterhin sehr präsenten Thema der Neugestaltung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) beschäftigen Bioland vor allem die Themen Klima, chemisch-synthetische Pestizide und das Tierwohllabel. Die Regierung berücksichtigt den ökologischen Landbau und seine Vorteile nicht genug, um klimagerechte Wirkungen zu erzielen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten.


Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP)

Vor mehr als 50 Jahren wurde die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) auf den Weg gebracht, um den politischen Herausforderungen der europäischen Landwirtschaft gemeinsam zu begegnen. Bislang werden Verdienste der ökologisch wirtschaftenden Betriebe, die die Erde für die folgenden Generationen weiterhin lebenswert gestalten, darin nicht honoriert. Um den aktuellen Klimaveränderungen zu begegnen ist ein Handeln unumgänglich und die Neuausrichtung der GAP ab 2021 die wohl größte Chance, die Zukunft unserer Kinder und Enkel positiv zu gestalten.


Jan Plagge Präsident Bioland in Brüssel

"Nicht was sich rechnet ist richtig, sondern was richtig ist muss sich rechnen!"

Die EU muss in ihrer Agrarpolitik die Erfolge des ökologischen Landbaus honorieren.

Klimaschutz

Das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung erfüllt lediglich Minimalanforderungen, die durch die EU-Gesetzgebung vorgegeben sind. Auch die darin festgehaltenen Bestrebungen im Bereich der Landwirtschaft sind ungenügend, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Das Maßnahmenpaket basiert auf unrealistischen Annahmen. Eine detaillierte Auflistung der Schwachpunkte findet sich hier. In Deutschland entstehen rund 15 % aller klimawirksamen Gase in der Landwirtschaft. Wissenschaftliche Studien belegen, dass im biologischen Landbau weniger klimaschädliche Gase entstehen. Ökolandbau ist aktiver Klimaschutz und Bioland setzt sich auf Landes- Bundes- und EU-Ebene dafür ein, dass dieser im Sinne unseres Klimas weiter honoriert wird.

Mit der Partnerschaft bei der Klima-Allianz Deutschland unterstützt Bioland zusätzlich das Ziel, gemeinsam dem Klimawandel entgegenzuwirken. So hat Bioland kurz vor der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens 2015 gemeinsam mit mehr als 40 Organisationen der Bundesregierung den Klimaschutzplan 2050 der deutschen Zivilgesellschaft vorgelegt. In dem Papier analysiert Bioland mit weiteren Verfassern, wie Greenpeace, Germanwatch und Brot für die Welt, sämtliche relevanten Bereiche, von der Energiewirtschaft über den Verkehr, die Industrie, den Handel und den Gebäudebereich bis zur Landwirtschaft.

Im Maßnahmenprogramm Klimaschutz 2030 hat Bioland 2018 mit mehr als sechzig Organisationen aus der Breite der Zivilgesellschaft ein umfassendes Forderungspapier erarbeitet, in dem die notwendigen Maßnahmen in allen klimapolitischen Handlungsfeldern beschrieben werden, damit Deutschland sein Klimaziel 2030 erreicht. Zentrale Forderungen sind ein baldiger Kohleausstieg, die schnelle Umsetzung der Verkehrs- und Agrarwende sowie ein ambitionierter CO2-Preis.


"Nur mit einer Abstockung der Tierbestände können die Klimaziele in der Landwirtschaft erreicht werden."

Der ökologische Landbau liefert schon längst die entscheidenden Lösungswege klimafreundlicher zu wirtschaften und die Landwirtschaft selbst widerstandsfähiger gegenüber Klimaeinwirkungen zu machen.

Artenvielfalt

Bioland fordert die Bundesregierung auf, die Biodiversität in der Agrarlandschaft deutlich zu verbessern. Totalherbizide wie Glyphosat haben einen wesentlichen Anteil am dramatischen Artenverlust. Breitbandherbizide werden auch Totalherbizide genannt, weil sie alle Pflanzen töten. Bioland begrüßt neben dem geplanten Glyphosat-Ausstieg vor allem die Ankündigung des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts zu einem strengeren Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel. Für jedes biodiversitätsschädigende Pflanzenschutzmittel müssen verbindliche Vorgaben zur Anlage von Ausgleichsflächen gemacht werden. Im Schnitt soll der Anteil dieser Flächen bei 10 Prozent liegen. Dies ist der erste Schritt für die Anwendung des Verursacherprinzips und ein großer Schritt zum Erhalt der Biodiversität unserer Kulturlandschaften. Weitere Schritte einer konsequenten Anwendung des Verursacherprinzips müssen folgen. Denn bisher werden die externen Kosten der chemieintensiven Landwirtschaft an die Allgemeinheit weitergegeben. So schlagen sich die Kosten für Artenverlust, Gewässerkontamination und pestizidbedingte Krankheiten weder in den Lebensmittelpreisen noch in den Pestizidpreisen nieder. Deshalb fordert Bioland zusätzlich die Einführung einer Pestizidabgabe.
Ein weiterer wichtiger Punkt im Bereich der Artenvielfalt ist die gezielte Förderung extensiver Weidehaltung mit Schafen, Ziegen und Rindern sowie der artenreichen Grünlandbewirtschaftung. Nur so können wertvolle Grünlandbestände dauerhaft erhalten werden.


"Das Ausmaß des Artensterbens ist so groß, dass es der Brisanz der Klimakrise gleichzustellen ist. Daher müssen alle Bereiche der Gesellschaft endlich beginnen zu handeln."

Der Ökolandbau setzt hier systembedingt bereits eine ideale Grundlage. Aber auch die Politik ist gefragt, öffentliche Leistungen der Landwirte im Bereich Biodiversität sowie darüber hinaus im Umwelt-, Tier- und Naturschutz ausreichend zu honorieren.

Gentechnik

Bioland lehnt den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft, der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung ab. Neben der festen Verankerung des Gentechnikverbots in den Bioland-Richtlinien engagiert sich Bioland gegen die Agro-Gentechnik in Politik und Wirtschaft. Gentechnikfreiheit für Verbraucher und Landwirte kann es nur durch ein praxistaugliches Gentechnikgesetz geben. Neuartige gentechnische Verfahren wie CRISPR-CAS müssen auch weiterhin als Gentechnik eingestuft werden. Staatliche Kontrollen sind unerlässlich, um sauberes Saatgut für die Landwirte zu gewährleisten. Die Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut muss daher fortgeführt werden. Sie ist für eine gentechnikfreie und nachhaltige Landwirtschaft existentiell. 2019 haben wir dazu erneut die Gentechnikberichte der Bundesländer zum Saatgut ausgewertet, Medien und Verbraucher informiert und Aufklärungsarbeit geleistet.

Bioland unterstützt den Informationsdienst Gentechnik. Dieser veröffentlicht täglich aktuelle und regionale Nachrichten zur Agro-Gentechnik. Dort finden sich zahlreiche Argumente und Aktionsmöglichkeiten für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Ernährung.


"Unsere Landwirtschaft und die Verbraucher können nur durch ein umfassendes, praktikables Gentechnikrecht geschützt werden, das für alle gentechnisch manipulierten Organismen gilt."

Bioland setzt ausschließlich auf die natürliche Weiterentwicklung von Pflanzen und Tieren durch Züchtung. Eine konsequente Umsetzung der Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut ist für die Sicherung einer gentechnikfreien Landwirtschaft existentiell!

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Sonja Degenhardt

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