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Geflügel/Eier

Hühnerhaltung bei Bioland

Im Sand scharren, nach Körnern picken und dann ein ausgiebiges Staubbad: So sieht das Leben der Bioland-Hühner aus. Bei Regen und Schnee können sie im großen Wintergarten oder im Stall Schutz suchen. Dort befinden sich ausreichend Sitzstangen, Legenester und Scharrflächen, wo sie ihren natürlichen Instinkten nachkommen. Zu fressen gibt es ausschließlich Futter aus ökologischem Anbau. Färbemittel für den Dotter und vorsorglicher Einsatz von Medikamenten sind verboten.
Im Vergleich zur EU-Öko-Verordnung ist die maximale Zahl von Tieren je Flächeneinheit nochmals geringer angesetzt. So kann der Bauer oder die Bäuerin ausreichend Futter erzeugen und die anfallende Mistmenge sinnvoll als Dünger verwenden. Bioland-Legehennenställe verfügen über einen großzügigen überdachten Außenklimabereich, der jedem Tier noch zusätzlich Platz bietet. Dieser Platz ist unabhängig von der Grundfläche im Stall und bietet damit reichlich Möglichkeit zum Scharren und Picken.

 

Aufzucht aller Küken

Früher, auf den Höfen unserer Großeltern und Urgroßeltern, lebten Hennen, die alle paar Tage ein Ei legten und Hähne, die für den nächsten Feiertag gemästet wurden. Ein idyllisches Bild, doch heute nur noch im Hobbybereich zu finden. Denn mit der Intensivierung der Landwirtschaft in den fünfziger Jahren musste sich auch die Geflügelhaltung professionalisieren. Heute halten die meisten Landwirtinnen und Landwirte Spezialisten-Hühner. Sie sind Profis auf ihrem Gebiet und legen entweder sehr viele Eier oder setzen sehr schnell Fleisch an. Bei den Fleisch-Spezialisten werden nach dem Schlüpfen beide Geschlechter aufgezogen und gemästet. Ganz im Gegensatz zu den Eier-Profis. Das Problem: Hähne legen bekanntlich keine Eier und Fleisch setzen sie nur langsam an. Das führte in der Geflügelwirtschaft dazu, dass die männlichen Küken bei Legehennen-Rassen nach dem Schlüpfen getötet werden. Ab 2022 ist das Kükentöten gesetzlich verboten. Da diese Praxis nicht unseren ethischen Ansprüchen an eine artgerechte Tierhaltung entsprechen, stellt der neue Gesetzesbeschluss eine dringend benötigte Richtigstellung dar. Aktuell beworbene Ansätze, bei das Geschlecht bereits im Ei bestimmt wird und die männlichen Embryonen noch vor dem Schlupf aussortiert werden (In-Ovo-Selektion), lehnt Bioland ab. Stattdessen setzt der Verband auf die Aufzucht der Bruderhähne und auf die Forschung und Zucht sogenannter Zweinutzungshühner.

Alternative 1: Aufzucht der Bruderhähne

Im März 2021 beschlossen die Delegierten von Bioland eine neue Richtlinie. Sie schreibt vor, dass die Brüder der Bioland-Legehennen aufgezogen werden müssen. Natürlich kosten die Bio-Eier aus Bruderhahnhaltung etwas mehr. Denn dieses Engagement bringt hohe Kosten mit sich. Zum einen bedeutet es mehr Arbeitskraft, zum anderen wollen die Hähne auch artgerecht untergebracht sein und hochwertiges Bio-Futter picken. Außerdem setzen Bruderhähne langsamer Fleisch an als Masthähnchen, kosten also mehr bis zur Schlachtreife. Die Mast der Hähne wird durch die Eier der Schwesterhennen subventioniert. Mittlerweile gibt es eine breite Palette an Bruderhahn-Produkten, beispielsweise Fertiggerichte im Glas, TK-Waren und Wurst. Neben den Bruderhahn-Produkten im breiten Handel bieten immer mehr direktvermarktende Legehennen-Halter ganze Hähnchen und Teilstücke in ihren Hofläden und im Naturkosthandel an. Hier gilt Qualität statt Quantität: Da die Bruderhähne langsamer wachsen, ist auch ihr Fleisch von besonderer Qualität. Es bekommt einen aromatischeren, würzigeren Geschmack als das seiner schnell wachsenden Verwandten. Darüber hinaus ist es durch einen höheren Muskelanteil etwas fester.

Bruderhahnfakt #1

Die männlichen Geschwister der Legehennen werden Bruderhähne genannt. Legehennen sind so veranlagt, dass sie besonders viele Eier legen, dafür setzen sie wenig Fleisch an. Deshalb ist die Mast der Bruderhähne aufwändiger und teurer.

Bruderhahnfakt #2

Bruderhähne sind keine Masthähnchen. Sie setzen weniger Fleisch an – das deckt nicht die Kosten für Aufzucht und Fütterung. Die Bruderhähne werden über die Eier ihrer Schwestern finanziert, diese sind deshalb etwas teurer.

Bruderhahnfakt #3

Wir lehnen die Geschlechtsbestimmung im Ei ab. Denn: die derzeitigen Verfahren zur „In-Ovo-Selektion“ verlagern das Problem nur, anstatt es zu lösen. Es gibt Alternativen zum Kükentöten, sie lauten Zweinutzungshuhn und Bruderhahn-Aufzucht.

Bruderhahnfakt #4

Die Bruderhähne der Legehennen wachsen in Bio-Haltung auf. Das bedeutet, sie genießen viel Platz, frische Luft und können ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen.

Bruderhahnfakt #5

Eier, Suppenhenne und Bruderhahn: Das sind die Eckpfeiler einer stabilen und nachhaltigen Geflügelhaltung. Mit dem Kauf von Bioland-Bruderhahnprodukten unterstützen Sie eine ganzheitlich artgerechte Tierhaltung.

Bruderhahnfakt #6

Die Aufzucht der Bruderhähne bringt hohe Kosten mit sich. Zum einen bedeutet es mehr Arbeit, zum anderen werden die Hähne artgerecht aufgezogen, mit viel Auslauf ins Grüne und bekommen natürlich hochwertiges Bio-Futter zu fressen.

Bruderhahnfakt #7

Neben der aktuellen Bruderhahnaufzucht engagiert sich Bioland in verschiedenen Projekten an der Züchtung sogenannter Zweinutzungsrassen. Diese liefern Ei und Fleisch in ausreichender Menge.

Bruderhahnfakt #8

Die Mast eines Bruderhahns ist viel teurer als die eines Masthähnchens. Da bisher nur wenige Kundinnen und Kunden diesen hohen Preis zahlen würden, wird der Bruderhahn über die Eier der Legehennen mitfinanziert.

Bruderhahnfakt #9

In der ökologischen Hühnerhaltung haben wir schon viele Herausforderungen gemeistert. Wir suchen weiterhin stets nach besseren Lösungen, um den Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden und die wirtschaftliche Existenz unserer Höfe zu sichern.

Bruderhahnfakt #10

Zu den Eiern gehören die Hähne untrennbar dazu. Wer ein stabiles System in der Geflügelwirtschaft unterstützen möchte, muss auch das Fleisch mitdenken.

Alternative 2: Zweinutzungshühner

Bioland und Demeter haben gemeinsam die „Ökologische Tierzucht gGmbH“ (ÖTZ) gegründet. Diese arbeitet an der Züchtung robuster Rassen, die sich für die ökologischen Haltungs- und Fütterungsbedingungen besonders eignen. Zweinutzung bedeutet, dass Hahn und Henne wirtschaftlich eigenständige Tiere sind. Der Hahn produziert Fleisch aus möglichst regionalen Futtermitteln. Die Henne legt Eier und kann am Ende ihrer Legezeit als besonders schweres Suppenhuhn vermarktet werden. So wird der Hahn, anders als beim Bruderhahn, nicht über die Eier der Henne subventioniert. Die Züchtungsarbeit findet in enger Kooperation mit den ökologischen Praktikerinnen und Praktikern aus Brütereien, Elterntierhaltung, Aufzucht sowie den bereits bestehenden Züchtungsprojekten der Verbände statt. Die ÖTZ bietet bereits zwei Rassen an, die sich sowohl als Legehennen als auch zur Mast eignen. Mehr Informationen gibt es auf www.oekotierzucht.de
Einige Bäuerinnen und Bauern engagieren sich auch selbst in der Haltung von Zweinutzungsrassen oder der Züchtung neuer Rassen, die unseren ethischen Vorstellungen in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechen. Diese legen zwar weniger Eier, setzen aber mehr Fleisch an als der Bruderhahn – und das in einer artgerechten Umgebung mit Auslauf, frischer Luft und bestem Biofutter.

Zweinutzungsfakt #1

Bei Zweinutzungshühnern stehen Henne und Hahn wirtschaftlich für sich. Beim Bruderhahn der Legerassen hingegen subventioniert die Henne mit ihren Eiern den Hahn, da seine Aufzucht teurer ist.

Zweinutzungsfakt #2

Bioland und Demeter haben 2015 die Ökologische Tierzucht (ÖTZ) gegründet. Gezüchtet werden robuste Bio-Hühner. Die ÖTZ ist damit eine ökokonforme Alternative zu den wenigen großen Zuchtkonzernen.

Zweinutzungsfakt #3

Die Zucht der gängigen Geflügelrassen liegt fast komplett in der Hand von wenigen global agierenden Großkonzernen. Mit der Züchtung alternativer Rassen durch kleinere Initiativen erhalten die Bäuerinnen und Bauern mehr Vielfalt.

Huhn, Hahn und Ei gehören zusammen

Pro Jahr isst jede und jeder Deutsche durchschnittlich in etwa so viele Eier, wie eine „spezialisierte“ Bio-Legehenne legen kann. Doch was passiert danach, wenn die Legehennen ihren Dienst getan haben? Beim Konsum von Eiern müssen genauso die Legehennen und die männlichen Brüder mitgedacht werden. Denn die Legehennen werden nach dem Ende ihrer Legephase als Suppenhühner vermarktet, die Bruderhähne werden geschlachtet. Ein Teil davon geht in die Lebensmittelverarbeitung und landet dann als Hühnerfrikassee im Glas oder als Geflügelwürstchen in der Theke. Das bedeutet: Wer ein stabiles, ausgeglichenes System in der Geflügelwirtschaft unterstützen möchte, kann nicht nur die Eier essen. Auch das Fleisch der Suppenhühner und der Bruderhähne braucht seine Käuferinnen und Käufer.
In der ökologischen Hühnerhaltung sehen wir noch viele Aufgaben vor uns, um zu besten Lösungen zu kommen. Denn unsere Höfe müssen wirtschaftlich existenzfähig arbeiten und gleichzeitig den Bedürfnissen der Tiere gerecht werden. Intensiv arbeitet Bioland in Fachgruppen mit der Bioland-Fachberatung für Geflügel und mit der Forschung an neuen Lösungen.

Warum nicht "In-Ovo"?

Aktuell werden zahlreich Ansätze beworben, bei denen das Geschlecht des Kükens bereits im Ei bestimmt wird und der ausgebildete Embryo vor dem Schlupf getötet wird. Diese sogenannte In-Ovo-Selektion lehnen wir ab. Bioland-Bäuerin Stephanie Strotdrees begründet diese Entscheidung des Verbands: "Alle aktuell verfügbaren Selektionsverfahren im Ei greifen zu einem Zeitpunkt ein, zu dem das Schmerzempfinden der Küken bereits ausgebildet ist. Die Vermarktung mit der Beschreibung ‚ohne Kükentöten‘ ist daher hochgradig irreführend. Einen Eierkonsum ohne Kükentöten gibt es nur mit Hahnenaufzucht.“
 

Zahlenkombination mit großer Bedeutung

Der Code gibt an, woher das Ei kommt. Gleich an der ersten Nummer kann der Verbraucher erkennen, wie das Huhn lebt. Bei Eiern von Bio-Bauernhöfen steht eine 0, bei Eiern aus Freilandhaltung steht eine 1, bei Bodenhaltung eine 2 und bei reiner Käfighaltung eine 3.

Nach der Ziffer für die Haltungsform findest du auf dem Ei die beiden Buchstaben des Herkunftslandes. „DE“ steht für Deutschland. Danach folgen zwei Zahlen, die jeweils für ein Bundesland stehen. Niedersachsen hat zum Beispiel 03, Bayern 09 und Sachsen die 14.

Anschließend kommen vier Ziffern – das ist die Nummer des landwirtschaftlichen Betriebs. Die letzte Ziffer auf dem Ei gibt sogar den Stall des Betriebs an, in dem das Huhn wohnt – seine ganz genaue Adresse also!

 


Fakten und Tipps

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) von Eiern errechnet sich aus dem Legedatum: Sie sind bei korrekter Lagerung mindestens bis 28 Tage nach Legedatum haltbar. Werden sie rechtzeitig gekühlt, sogar noch länger. Nach dem MHD müssen Eier aber nicht weggeworfen werden, man kann sie auch einige Zeit danach noch zum Kochen oder Backen verwenden.

Eier sollten nicht feucht saubergewischt werden, damit die hauchdünne Cuticula über der Kalkschale nicht verletzt wird; sie verhindert das Eindringen von Keimen durch die Kalkschale.

Frische Eier lassen sich nicht gut schälen, da die Eihaut noch fest mit der Schale verbunden ist. Die Eier also ein paar Tage aufbewahren oder dem Kochwasser einen Schuss Essig hinzugeben, dann löst sich die Schale leichter.

Wenn du auf Zero Waste setzt: Eierschalen auf den Komposthaufen geben oder fein zerstoßen und über Nacht in Wasser einweichen. Kalkliebendes Gemüse wie Möhren, Tomaten, Beeren, Lauch oder auch Obstbäume freuen sich über diesen natürlichen Flüssigdünger.

Fun Fact: An den Ohrscheiben der Hühner erkennst du, welche Farbe die Eier haben. So legen Hühner mit weißen Ohrscheiben Eier mit einer weißen Schale; Hühner mit roten Ohrscheiben hingegen Eier mit einer braunen Schale.

Bioland Querbeet

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