Gemeinsam für eine resiliente Landwirtschaft
Worum geht´s?
Das Europäische Parlament hat die Deregulierung neuer genomischer Techniken (NGT) ohne wirksame Schutzmechanismen beschlossen. Bioland bewertet die Entscheidung als gravierenden politischen Fehlgriff mit weitreichenden negativen Folgen für Landwirtschaft, Züchtung und Verbraucherrechte.
Bisher gilt in Bezug auf Gentechnik in Europa das Vorsorge-Prinzip. Doch das wird stückweise ausgehebelt: Die EU hat sich auf eine weitgehende Deregulierung des EU-Gentechnikrechts geeinigt. Für Bioland gleicht das Ergebnis einem trojanischen Pferd: Es trägt das Versprechen von Nachhaltigkeit nach außen, doch im Inneren verbergen sich große Gefahren für Europa. Unter anderem stehen die Ernährungssouveränität sowie die Wahlfreiheit für Landwirtschaft und Verbraucher auf dem Spiel.
Bioland-Präsident Jan Plagge verdeutlicht: „Was uns hier von den Trilog-Verhandlern präsentiert wird, ist ein trojanisches Pferd: unter dem Deckmantel des Fortschritts schleichen sich Risiken, Abhängigkeit und Konzerninteressen in unsere Felder und auf unsere Teller. Ohne Kennzeichnung und wirksame Begrenzung von Patenten werden Landwirt*innen, Züchter*innen und Verbraucher*innen Opfer leerer Heilsversprechungen zugunsten von einseitigen Konzerninteressen. Und das alles, ohne, dass wir überhaupt wissen, ob die hochtrabenden Heilsversprechen der Neuen Gentechnik überhaupt jemals eintreffen werden.
Wir haben in Europa schon häufiger den Fehler gemacht, uns in Abhängigkeiten zu begeben, aus denen wir uns nicht mehr befreien konnten – sei es technologisch oder bei der Energieversorgung. Wie können wir so naiv sein und glauben, dass uns das in diesem Fall nicht wieder auf die Füße fällt? Wenn die Konzerne einmal die volle Kontrolle über Saatgut und Patente und damit über die Ernährungssouveränität Europas übernommen haben, wird es kaum möglich sein, ihnen diese im Nachhinein wieder zu entreißen.“
Appell an EU-Abgeordnete
Selten war sich die Landwirtschaft so einig: Patente auf Saatgut, Pflanzen und deren Eigenschaften sind ein Riesen-Problem. Es droht eine Monopolisierung des Saatguts durch immer mehr Biopatente. Daher haben sich BÖLW und DBV am 10.6.26 in einem gemeinsamen Brief an die EU-Abgeordneten gewendet und zur Zustimmung zu bestimmten Änderungsanträgen aufgefordert.

Vier Gründe - für eine Zukunft ohne Gentechnik
Warum Bioland sich für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Ernährung einsetzt:
Bio arbeitet auch in Zukunft ohne gentechnisch veränderte Organismen. Weil wir mit der Natur und nicht gegen sie wirtschaften.
Was würde eine Deregulierung des bisher strengen EU-Gentechnikrechts für die Land- und Lebensmittelwirtschaft bedeuten? Und was hat es mit der Lücke im Patentecht auf sich? Diese Fragen beantwortet das Erklärvideo zu Neuer Gentechnik in der Landwirtschaft von Bioland kurz und knapp..