Der direkte Kontakt zum Tier gehört bei vielen Patenschafts-Modellen dazu (Fotos: Bioland/Sonja Herpich)

Ganz nah dran

Tier- oder Pflanzen-Pate werden

13.06.2017

Erfahren, wie Bioland-Tiere aufwachsen. Wissen, wo die eigenen Lebensmittel herkommen. Und dabei etwas Gutes tun. Wer eine Patenschaft für ein Bioland-Tier oder eine Bioland-Pflanze übernimmt, ist ganz nah dran. Hier gibt's einen Überblick über einige Patenschafts-Modelle aus dem Bioland.

Von Magdalena Fröhlich

Zeit für Muhtter-Gefühle

Die Konzepte rund um Patenschaften sind so vielfältig wie die Betriebe, die sie anbieten. Mal bekommt die Patin oder der Pate Produkte zugeschickt, mal bekommt man persönliche Nachrichten - und mal ist die Patenschaft eine Art Spende.
Auf dem Hof Gasswies in Klettgau (Baden-Württemberg) gibt’s nichts fürs Geld, außer einer Urkunde und einem Tag auf dem Hof. Nichts ist aber zu wenig und stimmt so nicht ganz. Wenn die Kuh ein Kalb bekommt, wann es ab nach draußen auf die Weide geht und so weiter - das erfahren exklusiv die Paten. Und sie fördern mehr Öko beim Biohof: Die Kühe haben hier Hörner und die Kälber dürfen bei ihrer Mutter bleiben. Das kostet - und deshalb kann man für 120 Euro im Jahr eine Kuhpatenschaft übernehmen. Die Milch muss man wie jeder andere Kunde auch kaufen.

Post von der Kuh gibt's auch beim Patenschafts-Modell der Andechser Molkerei. Dort erhalten Pat*innen aber auch zwei Pakete mit Joghurt, Käse und anderen Molkerei-Produkten. Mehr Infos zum Projekt gibt's in unserem Blogbeitrag "Mein Patenkind ist eine Kuh" und direkt auf der Internetseite der Andechser Molkerei.


Ich wollt', ich hätt' ein Huhn

Eier, soviel das Huhn legen kann für elf Euro im Monat, dazu ein Suppenhuhn und den Bruderhahn. Das bekommt man auf dem Bioland-Hof Gut Paulinenwäldchen in der Nähe von Aachen. Die Hühner kann man im Auslauf beobachten.


Eine richtige Großfamilie

Wer lieber eine Bienenpatenschaft übernehmen möchte, ist bei Bioland-Imker Peter Hape richtig. Für die "Miete" erhält man sein eigenes Bienenvolk und bekommt dafür Anleitungen vom Imker. Er erklärt dann, was zu tun ist, und wie man sich am besten um seine Bienen kümmert.

Wer Honig aus dem eigenen Garten will, wo die Bienen der Bioland-Imkerei Berghane die Bäume bestäuben, kann hier eine Patenschaft übernehmen. Selbst muss man dazu nichts weiter an den Bienen machen. Die Variante, dass der Imker bei den Bienenarbeiten unterstützt und man selber am Bienenstock arbeiten kann, gibt es auch.

Wer dem Imker lieber nur zusehen und Honig haben möchte, der kann hier eine Patenschaft für ein Bienenvolk übernehmen, das die Bioland-Imkerei Heimathonig extra für den Paten neu gründet. Dem Volk darf man dann auch einen Namen geben und man erhält regelmäßig Infos aus dem Stock. Hier muss man aber bedenken, dass man nicht jederzeit ein Bienenvolk gründen kann - im Winter etwa geht das nicht.


Ganz vorzieglich!

Bei der Bio-Käserei Caprinenhof dreht sich alles um Ziegen. Wer eine Patenschaft abschließt, bekommt eine Urkunde mit Bild der jeweiligen Ziege und ein leckeres Käsepaket zum Probieren. Als besonderes Goodie trägt die Ziege ein Halsband mit dem Namen der Patin oder des Paten - voller Stolz natürlich.


(Foto: Hof Sonnenschein)

Eine adelige Schweinerei

Graf Bobby von Sonnenschein ist zu dick für den Schlachter und hat sich deswegen entschieden, ein Instagram-Star zu werden. Auf seinem Account berichtet er von seinem Leben und der Arbeit auf einem ökologischen Schweine-Betrieb. Um sich seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, ist er immer auf der Suche nach Pat*innen, die bereit sind seine monatlichen Kosten mitzutragen. Die Kosten belaufen sich auf 120 Euro für ein Jahr. Zum einen werden die Ausgaben für Kost und Logis gedeckt und zum anderen die täglich Wellnessanwendungen, wie Schlammpackungen und Fitnesstrainer, des edlen Grafen bezahlt. Für eine Patenschaft bekommst du neben einer Patenschaftsurkunde auch das Recht, Bobby auf seinem Gehöft zu besuchen. Wenn du Interesse hast, dann schreib ihm gerne eine Nachricht an info@hof-sonnenschein.de


(Foto: imago)

Schnuckelige Patenkinder

Hier ist die Patenschaft eher symbolisch. Wer bei der Biologischen Station Zwillbrock e.V. Pate einer Moorschnucke wird, unterstützt die Naturschutzarbeit der Schäferei Moorhof. Die Schafrasse "Moorschnucke" zählt zu den vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen, kommt aber - wie der Name schon verrät - gut mit Moorböden klar. Nasse Hufe machen ihr nichts aus. Die Paten können ab 50 Euro im Jahr eine Patenschaft übernehmen und erhalten dafür Informationen aus der Schäferei und werden zu Patenschaftstreffen eingeladen.


Die pflanzliche Alternative

Statt für Tiere kann man auch für Pflanzen eine Patenschaft übernehmen. So bietet der Biolandhof Kelly eine für die verschiedenen Kulturen an, die hier auf dem Acker wachsen. Zum Beispiel Lupine, Buchweizen, Mohn oder Zuckerrüben - allesamt Pflanzen, die eher selten angebaut werden. 20 Euro kostet eine Patenschaft. Als Gegenleistung erhält man dafür ein Produkt aus der jeweiligen Kultur, zum Beispiel einen Lupinenkaffee. Außerdem erfährt man rund acht Mal pro Saison, wie die Pflanzen gedeihen und was der Biolandbauer gerade auf dem Acker macht.


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