Gans, Ganter und Gössel: eine spannende Familie

Gans ehrlich - hättest du es gewusst?

Die Gans im Faktencheck

14.11.2016

Von der Martinsgans bis zum Federkissen: Wir haben 12 Fakten über Gänse für dich zusammengestellt. Oder wusstest du schon, dass sich Graugänse ein Leben lang treu sind?

Von Magdalena Fröhlich

Hättest du gewusst,

… dass man eine Gans, die auf der Weide gehalten wurde, auch im Kühlregal erkennen kann? Diese sind an den Beinen eher rötlich. Da sie den ganzen Tag herumlaufen, setzen sie unten an den Beinen kaum Fett an.

… dass die Martinsgans etwas mit dem Versteck des St. Martins zu tun hat? Martin von Tours soll so bescheiden gewesen sein, dass er sich in einem Gänsestall versteckte, damit man ihn nicht findet, um ihn zum Bischof zu weihen. Die Gänse sollen aber so laut geschnattert haben, dass man ihn trotzdem fand und er so zum Bischof Martin von Tours wurde. Wo dagegen die Weihnachtsgans ihren Ursprung hat, ist nicht geklärt.

… dass man die männlichen Tiere "Ganter" oder "Gänserich" und die Küken "Gössel" nennt? "Gans" kann man sowohl als Oberbegriff als auch für die weiblichen Tiere verwenden.


Mit wütenden Gänsen ist nicht zu spaßen

 

… dass man aus Gänsefleisch sogar Salami machen kann? Das liegt daran, dass ihr Fleisch ähnlich wie das von Rindern, die ja auch Gras fressen, ist. Daraus ergibt sich eine besondere Fleischstruktur, die man auch räuchern und pökeln kann.

… dass das Stopfen von Gänsen und Enten in Deutschland verboten ist? Allerdings darf man die "foie gras" (franz.: fette Leber) aber importieren. Beim Stopfen werden die Tiere mit einem Schlauch, in dem meist Maisbrei ist, und der ihnen in den Hals gesteckt wird, zwangsernährt. Dadurch bekommen die Tiere eine Fettleber.

In Frankreich, der Heimat der Gänseleberpastete, ist das jedoch nach wie vor erlaubt. Dort gilt die foie gras als Kulturgut, weshalb der Tierschutz nicht greift.

... dass in der EU der Lebendrupf, bei dem den Tieren am lebendigen Leib die Federn ausgerissen werden, verboten ist? Deshalb sollte man darauf achten, woher die Daunen stammen, was allerdings meist nicht angegeben ist. Am besten gleich Bio-Daunen kaufen.

 

… dass Gänsehalter ihren Tieren meist Tränken anbieten, in die sie den ganzen Kopf stecken können? Das ist wichtig für die Tiere, weil sie ihre Augen immer gut von Staub ausspülen können müssen.

… dass sich Graugänse ein Leben lang treu sind? Bei anderen Gänsen hat der Ganter auch mal mehrere Gänse.

… dass Gänse, anders als Enten, kein Futter im Wasser suchen? Sie halten sich vor allem deswegen am Waser auf, weil sie dort ihre Nester besser verstecken können.

… dass man Gänse meist vorbestellen muss? Da Gänse - anders als Hühner - nur wenige Monate im Jahr Eier legen, gibt es nicht dauernd neuen Nachwuchs. Die ersten Küken schlüpfen Anfang Mai, die spätesten im August. Rund neun Monate werden die Tiere gemästet. Deshalb gibt es das Fleisch vor allem im Winter.

… dass man auch Gänse-Eier essen kann? Diese werden oft von Menschen mit einer Hühnereiweiß-Unverträglichkeit vertragen. Ein Gänse-Ei entspricht rund 250 Gramm, also ungefähr vier Hühner-Eiern. Weil sie ungefähr fünfmal mehr kosten als ein Hühnerei und Gänse nur einmal im Jahr für ein paar Monate legen, werden sie nicht im großen Stil vermarktet.

… dass Gänsefett ähnlich gesund ist wie Olivenöl? Auf 100 Gramm Fett kommen im Schnitt 58 Gramm ungesättigte Fettsäuren. Diese sind wertvoller als gesättigte, da sie auch helfen können, den Cholesterin-Spiegel zu senken.


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