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Reinhard Verdorfer

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Der Burgerhof in Untereben/Brixen ist einer der drei ausgewählten Leitbetriebe 2021

Ausgezeichnete Bioland Betriebe

Drei Bioland Leitbetriebe sind als "Best Practice 2021" ausgezeichnet worden: der Burgerhof in Brixen, der Tschogglerhof in Reischach und die Biogärtnerei Gratsch.

Vorbildlich wirtschaften, nach den 7 Prinzipien des biologisch organischen Biolandanbaus: Das sind die Kriterien, nach denen der Best Practice-Wettbewerb nun bereits zum zweiten Mal unter den knapp 1000 Mitgliedern von Bioland Südtirol ausgerufen wurde. Einmal im Jahr möchte man auf jene Betriebe aufmerksam machen, die mit besonderem Einsatz und viel Bio-Leidenschaft ihre Höfe führen.

Jeweils einen 400 Euro-Gutschein der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft sowie ein neu gestaltetes Leitbetriebe-Hofschild dürfen Johannes Meßner vom Burgerhof, Sabine Oberheinricher vom Tschogglerhof und Robert Erb von Biogärtnerei Gratsch aus Algund entgegennehmen. Sie erreichten in allen Kategorien die meisten Punkte, und wurden somit von der Jury um Ökologieberaterin Martina Frapporti ausgewählt: „Die acht Teilnehmer arbeiten sehr gut in der Anwendung von biologischer Kreislaufwirtschaft und den Bioland-Prinzipien. Jedoch haben die drei Gewinner auf ihren Betrieben jeweils einen Mehrwert geschaffen, der außerordentlich ist. Das hat die Jury überzeugt.“
 

Der Burgerhof Meßner in Untereben bei Brixen wirtschaftet ideal im Kreislauf, mit Mutterkuhhaltung, Streuobst, Gemüse, Weinanbau und Buschenschank.

 
Am Burgerhof in Untereben/Brixen wird etwa der ökologische wie wirtschaftliche Kreislauf auf hervorragende Weise bedient: Mit den drei Standbeinen Weinbau, der Mutterkuhhaltung von Tiroler Grauvieh und dem Buschenschank, wo hofeigene Produkte angeboten werden, setzt Familie Meßner ein starkes Zeichen in Sachen Selbstversorgung, Verwertung und Verarbeitung; der Anbau von Obst, Gemüse, Getreide, Kartoffeln und die Waldwirtschaft runden das Bild perfekt ab. Auch den Energiebedarf deckt man am Hof beinahe autark mit einer Photovoltaikanlage, der Hackschnitzelheizung und dem Holzofen mit Holz aus dem eigenen Wald. Durch die Einsaaten (Roggen, Erbsen, Blütenmischung) in den Weinbergen ist genügend betriebseigener Dünger vorhanden und auch die Fruchtfolge Kartoffel – Getreide – Brache wird eingehalten. Drei Generationen leben am Hof und die besondere Gastlichkeit des Burgerhofes ist bekannt. Der Buschenschank und der Hofverkauf bieten vielfältige Gelegenheit zum Kennenlernen und Austausch.
 

Die junge Familie Oberheinricher Perri führt den Tschogglerhof als Familienbetrieb weiter, doch mit einem innovativen netzwerkenden Ansatz.

 
Der Tschogglerhof in Reischach wird von Sabine Oberheinricher und Marco Perri betrieben, einer jungen Familie die mit den Schwerpunkten Gemüsebau und Getreide, Hühnerhaltung und Holzwirtschaft sowie dem Abo-Kisten-System „Bauernbox“ eine blühende Landwirtschaft aufgebaut hat, in nur fünf Jahren. Der Tschogglerhof ging von Großvater Oberheinricher auf Sabines Mutter über und weiter an die junge Landwirtin selbst. Mit Gärtner Marco Perri an ihrer Seite entstand der Plan einer Gemüselandwirschaft, die mit eigenem Hühnermist und Grünschnitt eine reiche Vielfalt an Kulturpflanzen nährt. Teich, Nistkästen, Hecken und Blühflächen fördern den biologischen Artenreichtum und mit der Haltung von 50 Hühnern und zwei Hähnen war auch ein weiteres Standbein erfolgreich eingeführt. Die „Bauernbox“ wird mittlerweile an 50 Haushalte ausgeliefert, und mit der Präsenz am Bauernmarkt werden die hofeigenen Produkte auf nachhaltig-empathische Weise in den regionalen Wirtschaftskreislauf eingespeist.  

 

Merkmal aller drei ausgezeichneten Betriebe ist eine zukunftsweisende und die Gesellschaft direkt ansprechende Art von Landwirtschaft: der Burgerhof mit den eigenen Produkten im Buschenschank, der Tschogglerhof mit der Präsenz am Bauernmarkt, die Biogärtnerei Gratsch mit der Arbeitsintegration von jungen Erwachsenen.

 

Die Biogärtnerei Gratsch bei Algund ist nicht nur ein ökologisch vorbildlich geführter Betrieb, sondern auch ein sozial engagieres Projekt mit seiner Arbeitsrehabilitation für Erwachsene. 14 Menschen mit psychischen Schwierigkeiten oder besonderen Bedürfnissen können sich in verschiedenen sozialen Arbeitsprojekten engagieren oder auch die Lehrlingsausbildng zum Gärtner absolvieren. Von der Saatgutvermehrung bis zum Verkauf sind in der Gärtnerei alle Produktionsschritte an einem Ort vereint; die Abfallprodukte werden in einer eigenen Kompostierungsanlage aufbereitet und so wertvoller Bio-Dünger hergestellt. Fruchtfolge und Pflanzengemeinschaften werden beachtet und schonende Bodenbearbeitung groß geschrieben. Gemüse und Kräuter werden selbst weiterverarbeitet, das Wissen um Pflanzen und ihre vielfältigen Verwendungen gerne weitergegeben. Alte Sorten und Samenvermehrung erhalten besonderes Augenmerk, ebenso die Direktvermarktung und Belieferung der Kunden mit dem E-Bike. Das Motto „Bio-Logisch-Sozial“ wird in der Biogärtnerei Gratsch im besten Sinne des Wortes gelebt.

Den Gewinnern der „Bioland Leitbetriebe 2021“ gratulierten der Präsident der Hauptgenossenschaft, Leo Tiefenthaler, der auch die jeweilige Laudatio verlas. Der zum zweitenmal durchgeführte Wettbewerb und die Auszeichnungen kommen bei den Bauern, aber auch in der Gesellschaft gut an, so Nathalie Bellutti, die Vize-Obfrau von Bioland Südtirol.

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