Für mehr Artenvielfalt im Weinbau

„Schon nach kurzer Zeit konnten wir eine Vielzahl von Insekten in unserem Weinberg entdecken – und feststellen, dass keine der Insektenarten durch einen Überhang zum Schädling wurde. Dieses natürliche Gleichgewicht und das Wirken der Natur so deutlich sehen zu können, hat uns nochmals in unserem Wunsch bestärkt, neue Wege zu gehen“, beschreibt Bioland Winzer Alexander Eisele fasziniert seine Beobachtungen im ersten Jahr nach der Umstellung seines Betriebs auf Bioland-Bewirtschaftung. Nach dreijähriger Umstellungsphase bietet das Weingut Eisele in Hessigheim im Landkreis Ludwigsburg seine Weine jetzt in Bioland-Qualität an.

Gegründet wurde das Weingut 1987 von Uwe und Gisela Eisele, die zunächst mit 20 Ar Weinbergen im Nebenerwerb begannen und zu dieser Zeit noch die Räumlichkeiten des eigenen Wohnhauses im alten Ortskern von Hessigheim als Weinkeller nutzten. Seitdem hat sich, nicht nur flächenmäßig, einiges verändert – nicht zuletzt dadurch, dass Alexander Eisele seit 2017 das Erbe seiner Eltern nach Bioland-Richtlinien fortführt.

Eisele erzählt: „Gemeinsam mit meiner Frau Eva und unseren langjährigen Mitarbeitern bewirtschaften wir inzwischen rund zehn Hektar Rebfläche. Davon liegen zwei Hektar in den terrassierten Steillagen Hessigheims, die zu den über 1000 Hektar terrassierten Steillagen in Baden-Württemberg gehören. Sie sind das Ergebnis mühevoller, jahrhundertelanger Arbeit und ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft.“ Als ausgewiesene Biotope stehen die Trockenmauern in den Steillagen unter gesetzlichem Schutz, da sie nicht nur den Weinreben, sondern auch einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bieten.

Neben dem Erhalt der Biotope, liegt den Eiseles auch die Verantwortung für nachfolgende Generationen am Herzen. Eva Eisele erklärt: „Neben der Verpflichtung, für unsere Kulturlandschaft Sorge zu tragen, zählt für uns auch die Verantwortung für die Bewahrung unseres Planeten. Aus diesem Grund bewirtschaften wir unsere Weinberge seit 2017 in geschlossenen, ökologischen Kreisläufen.“ Dabei bedeutet Ökologischen Weinbau neben dem Wirtschaften im Kreislauf, auch der Verzicht auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Düngern und Pestiziden.

Bioland Weinbauberaterin Veronica Ullrich, die das Ehepaar auf dem Weg hin zum Bioland-Weinbau eng begleitet hat, erläutert, wie das funktioniert: „Durch die Begrünung der Weinberge mit der Aussaat von verschiedenen Kleearten, wird der Boden auf natürliche Weise mit Nährstoffen versorgt. Die Leguminosen sammeln den Sauerstoff in der Luft und geben ihn durch ihre Wurzeln in den Boden ab, so dass in weiten Teilen des Weinbergs keine weitere Grunddüngung notwendig ist.“

„Durch die Einsaat von tiefwurzelnden Pflanzen wie beispielsweise dem Spitzwegerich wird der Boden immer gut gelockert und durchlüftet. So bleiben die Böden lebendig. Das schont die Böden und bietet Lebensraum für eine bunte Insektenvielfalt, die nicht zuletzt durch die bunt blühenden Blüten der Aussaat angelockt werden“, beschreibt Ullrich.

„Durch den Ökolandbau erhalten wir gesunde Böden und vitale Rebstöcke, die die Grundlage für die Qualität der Bioland-Weine ausmachen“, freut sich Alexander Eisele.

Auch Bioland-Geschäftsführer Dr. Christian Eichert freut sich mit dem Jungwinzer und seiner Frau: „Es ist schön zu sehen, mit wieviel Herzblut hier Biolandbau betrieben wird. Mit ihrer Arbeit erbringen die Eiseles nicht nur einen wichtigen Teil zum Erhalt unserer Kulturlandschaft, sondern setzen ein Zeichen zur weiter voranschreitenden Ökologisierung des Ländles“, so Eichert.

„Bereits heute liegt ein Fünftel aller ökologisch bewirtschafteten Rebflächen Deutschlands im Ländle – und der Anteil steigt kontinuierlich. Um diesen Ausbau positiv zu begleiten, ist ein guter politischer Rahmen mit einer wirkungsvollen Förderung von Anbau, Forschung und Vermarktung unerlässlich. Die Landesregierung rufen wir daher dazu auf, den ökologischen Landbau mit der dringend anstehenden Weiterentwicklung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ mutig fortzuentwickeln und die damit einhergehenden Unterstützungsmaßnahmen angemessen zu fördern“, so Eichert abschließend.

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Foto: Weingut Eisele

Zum Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“: Im Jahr 2012 hat die baden-württembergische Landesregierung den Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ mit den expliziten Zielen aufgelegt, die Umstellung und Beibehaltung des ökologischen Landbaus, den Wissenstransfer in Bildung und Beratung zum ökologischen Landbau sowie die Forschung an den landwirtschaftlichen Landesanstalten zu Fragestellungen des ökologischen Landbaus zu fördern. Weiterhin bekannte sich die Landesregierung seinerzeit dazu, die Rahmenbedingungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe zu verbessern und den Neueinstieg in die Öko-Bewirtschaftung zu erleichtern und konkrete Maßnahmen zur Vermarktung regional erzeugter Bio-Produkte zu unterstützen. Mit ihrer im Mai 2016 geschlossenen Koalitionsvereinbarung hat sich die grün-schwarze Landesregierung (erneut) dazu bekannt, den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg auf breiter Basis zu fördern und weiterzuentwickeln.

 

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