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Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir umringt von Frauen bei der Abschlusskonferenz der Studienergebnisse. v.l.n.r. Dr. Hiltrud Nieberg (Thünen-Institut), Dr. Claudia Neu (Universität Göttingen), Petra Bentkämper (Präsidentin Deutscher LandFrauenverband), Juliane Vees (Deutscher LandFrauenverband) (Foto: Victoria Zara Funke)

Landwirtschaft braucht Frauen

BMEL stellt Studie zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft vor. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir zollt den Frauen Respekt für ihre Arbeitsleistung.

„Frauen in der Landwirtschaft jonglieren nicht nur mit zwei oder drei Bällen, sondern oftmals mit fünf,“ sagt Cem Özdemir bei der Präsentation der Studienergebnisse. Diese Aussage kann auch Sabine Kabath, Vizepräsidentin des Bioland e.V. bestätigen. „Die Anerkennung der Mehrbelastung von Frauen ist noch immer ein heikles Thema. Nach wie vor haben viele nicht vor Augen, was Frauen eigentlich alles leisten“, so Kabath im Nachgang der Studienvorstellung. Gemeinsam mit dem Deutschen LandFrauenverband, der Georg-August-Universität Göttingen sowie dem Thünen-Institut hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über vier Jahre eine sozioökonomische Studie zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft in Deutschland durchgeführt.

Literaturrecherchen, regionale Auftaktworkshops, mehr als 70 Einzelinterviews und eine Online-Befragung von über 7.000 Frauen geben nun einen authentischen und verlässlichen Einblick in die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen auf deutschen Höfen. Über die Systemrelevanz der Frauen sind sich alle einig. Klar ist jedoch auch, dass sie zu wenig sichtbar sind. In Deutschland werden fast 90 Prozent der Betriebe von Männern geführt, lediglich 11 Prozent leiten Frauen. 83 Prozent der befragten Frauen gaben an im Betrieb mitzuarbeiten. Aus dieser Lücke ergeben sich zahlreiche Problematiken: die soziale Absicherung, Gesundheitsvorsorge, Altersarmut oder Betriebsführung im Falle einer Trennung gehen oftmals zu Ungunsten der Frauen aus.

Auch überholte Geschlechterbilder und traditionelle Rollenverständnisse auf den Höfen sorgen häufig dafür, dass Frauen vor der Entscheidung „Kuh oder Kind“ stehen, so Janna Luisa Pieper von der Georg-August-Universität Göttingen. Der erste wichtige Schritt ist getan, nun muss die Sichtbarkeit weiterhin erhöht werden. Sowohl Cem Özdemir als auch Dr. Manuela Rottmann (parlamentarische Staatssekretärin im BMEL) appellierten an die Landwirtinnen, sich weiterhin zu vernetzen und über diese Themen auszutauschen.

Eine umfassendere Analyse für die Situation speziell für Öko-Landwirtinnen steht noch aus. Bei den Öko-Feldtagen in Vilmar hatte das bioland-Fachmagazin einige Besonderheiten der Öko-Branche erfahren: So sind im Ökolandbau Frauen besonders häufig dabei, wenn es um Betriebsgründungen geht. Frauen sind auf Bio-Betrieben häufiger Betriebsleiterinnen als auf konventionellen Betrieben. Zudem belastet das Image der Landwirtschaft Frauen auf Bio-Höfen deutlich weniger.
 

 

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