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Tierhaltung
Wohlbefinden und Gesundheit der Tiere stehen im Mittelpunkt des Stalls der Zukunft. (Foto: FBN)

Milchviehstall der Zukunft

Für Tierwohl und Klimaschutz setzen Forscher auf digitale Tools. Ein neues Netzwerk ist gestartet.

Ein Netzwerk „Innovationen für gesunde und glückliche Kühe“ will einen beispielhaften Stall bauen, der Verbraucher, Bauern und Kühe zufriedenstellt. Daran wirken sechs Partner unter der Leitung des Forschungsinstitutes für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) mit: die Hochschule Neubrandenburg, die Tierärztliche Hochschule Hannover, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Sachsen und das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems.

Experimentierställe sollen Vorlage für die Ställe der Zukunft sein. Dieses Ziel gibt das Bundeslandwirtschaftsministerium mit seiner Förderung vor. Praxistaugliche Stallbaukonzepte, die das Tierwohl verbessern, sollen zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Tierhaltung beitragen, erklärte FBN-Vorstand Prof. Klaus Wimmers. „Umfassende Investitionen in neue und modernisierte Ställe für Milchkühe in den vergangenen Jahren haben die Haltungsbedingungen für die Tiere verbessern können, aber in der Digitalisierung, Smart Farming und der Entwicklung und Nutzung von Biomarkern steckt noch viel Potenzial für weitere zukünftige Verbesserungen“, betonte Wimmer die Perspektiven.

Die Wissenschaftler wollen jetzt auch die Sinneswahrnehmung und das arttypische Verhalten von Kühen und Kälbern in die Bewertung von Maßnahmen mit einbeziehen. Sie wollen dazu unter anderem die „Kuhbrille“ verwenden, die in der Mai-Ausgabe des bioland-Fachmagazins beschrieben ist. Diese Virtual-Reality-Brille hat das Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entwickelt.

Viel Technik im Stall
Darüber hinaus unterstützen weitere Systeme, die Tierverhalten und Tiergesundheit erfassen, das Projekt: Elektronische Fress-Wiegetröge, der Moo-Monitor zur Erfassung von Aktivitäten, Fress- und Liegezeiten, die Trittschallplatte zur Überwachung der Gliedmaßengesundheit sowie die Kälbertränkeautomaten für die Einzel- und Gruppenfütterung. Videoaufzeichnungen geben Aufschluss über Verhaltensphysiologie.

Innerhalb der nächsten sechs Monate will das Netzwerk unter Leitung von Dr. Lisa Bachmann, FBN; ein innovatives Stallbaukonzept erarbeiten. Bachmann weiter: „Alle Lösungen, die von dem Innovationsnetzwerk erarbeitet werden, stellen das Wohlbefinden der Tiere in den Mittelpunkt und sollen in einem weiteren Projektantrag mit einer anschließenden Laufzeit von drei Jahren für den Bau eines ‚Milchviehstalls der Zukunft‘ als Experimentierstall in Dummerstorf münden.“

 

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