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Pflanzenbau
Damit Lupinen in Deutschland ihr Potenzial ausschöpfen, braucht es weitere Züchtungserfolge. (Foto: Moritz Reckling/ZALF)

Lupine braucht noch Züchtung

Landwirte und Landwirtinnen bauen die Leguminose als Futtermittel an. Die stark schwankenden Erträge stören.

Damit der Anbau von Lupinen auf deutschen Äckern attraktiver wird, müssen Sorten entwickelt werden, die noch toleranter gegen Krankheiten und Trockenheit sind. Das ergab eine Umfrage des Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) bei 67 Erzeugern und Erzeugerinnen bundesweit, die Lupinen anbauen; etwa ein Drittel der befragten wirtschaftet ökologisch. Außerdem könnten finanzielle Anreize und höhere Erzeugerpreise den Anbau voranbringen.

Teile von Ostdeutschland sind ein historisch bedeutendes Anbaugebiet für Lupinen. Dennoch zeigen Anbauflächen und Erntemengen seit einigen Jahren trotzdem starke Schwankungen. Eine wichtige Motivation für den Lupinenanbau ist die Erzeugung von Tierfutter, denn die Preise für importierte Futtermittel wie Soja steigen ständig. 54 Prozent der befragten konventionellen Landwirtinnen und Landwirte bauen die Hülsenfrucht ausschließlich für den Eigenbedarf an, vorwiegend als Futtermittel für die eigenen Tiere. Weitere 28 Prozent bauen Lupinen sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Handel an. Die Mehrzahl der Betriebe die sogenannte Schmalblättrige Süßlupine (Lupinus angustifolius L.) an, die zu einem großen Teil als Tierfutter, aber zunehmend auch für Nahrungsmittel verwertet wird.

Bei den ökologischen Betrieben spielt der Verkauf der Lupinenkörner eine größere Rolle als im konventionellen Anbau. Denn Bio-Lupinen eignen sich zum Beispiel als Nahrungsmittel wie Fleischersatz, Mehl oder Lupinenkaffee. Im Ökolandbau ist zudem die Eigenschaft der Lupinen entscheidend, den Boden durch Knöllchenbakterien, mit Stickstoff anzureichern.

Unkraut, Krankheiten und Trockenheit drücken Ertrag

Als größte Herausforderung im Anbau nannten die Landwirt:innen in der Umfrage Trockenheit und Unkrautdruck. Denn Lupinen können sich nicht sehr gut gegen Unkräuter durchsetzen. Insbesondere in der späten Wachstumsphase der Lupinen sind die Möglichkeiten der mechanischen Unkrautbekämpfung sehr begrenzt. Im Ökolandbau werden außerdem die Pilzkrankheit Anthraknose und der Befall durch den Lupinenblattrandkäfer als Herausforderungen genannt.

Die befragten Landwirtinnen und Landwirte bewerteten zudem die Lupinenerträge als schlecht. Im Vergleich zu anderen Hülsenfrüchten wie Erbsen oder Ackerbohnen bezeichneten Praktiker:innen die Ertragsstabilität als mangelhaft. Damit mehr Lupinen auf deutschen Äckern wachsen, könnten nach Ansicht der Befragten finanzielle Anreize für den Anbau von Eiweißpflanzen helfen, trockenheitstolerante Sorten und höhere Erzeugerpreise.

Neue Sorten mit großem Potenzial
Die weiße Lupine (Lupinus albus L.) eignet sich mit ihrem vergleichsweise hohen Eiweiß- und Ölgehalt auch als Nahrungsmittel. In Deutschland wurde der Anbau von weißer und gelber Lupine (Lupinus luteus L.) durch die Pilzkrankheit Anthraknose um 1995 jedoch fast vollständig eingestellt. Erst seit wenigen Jahren gibt es neue Sorten der weißen Lupine mit einer Toleranz gegen Anthraknose, wodurch ihr Anbau in Deutschland wieder ansteigt. Um Lupinenanbau in Deutschland noch weiter zu fördern, werden jedoch noch mehr Sorten gebraucht, die sowohl gegenüber Krankheiten als auch Extremwetter toleranter sind.

Die Umfrage wurde nach zwei sehr trockenen Jahren (2018/2019) mit geringen Erträgen für Lupinen und andere Kulturen durchgeführt. In den Folgejahren 2020, 2021 und 2022 stieg die Lupinenproduktion auf deutschlandweit knapp 32.000 ha an. Hintergrund sind die zunehmende Nachfrage nach heimischen Futter- und Nahrungsmitteln und neuen Sorten, insbesondere der weißen Lupine.

Die weiße Lupine kann auf guten Böden hohe Erträge erzielen und die schmalblättrige Lupine kommt mit sehr unterschiedliche Standortbedingungen zurecht. Da die Witterungsbedingungen in den zurückliegenden Jahren zum Teil günstiger waren, sind die Durchschnittserträge und die Erntemenge gestiegen.

 

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