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Pflanzenzüchtung im Labor - aber ohne Gentechnik! (Foto: imago)

Klassische Pflanzenzüchtung statt Gentechnik

Die Landwirtschaft braucht alternative Methoden in der Pflanzenzüchtung. Gentechnik zerstört die Vielfalt.

Eine isolierte Nutzung von neuen Gentechniken ist kein Heilmittel für die zahlreichen Probleme um die Biodiversität, Artenvielfalt und globale Ernährung. In Österreich gibt es bereits Praxisbetriebe, die praktische Züchtung durchführen. Wieso die Verschleierung der neuen Gentechniken problematisch für unsere heimische Landwirtschaft ist, erklären auch zwei österreichische Landwirte auf dem Youtube-Kanal der Umweltschutzorganisation Global 2000. Auch in Deutschland gibt es diverse Projekte, die sich auf Suche nach Lösungen gegen den Klimawandel machen. Die Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit IG Saatgut setzt sich für die Öko-Pflanzenzüchtung ein und veröffentlichte kürzlich zwei Broschüren zu dem Thema. Wie genau sich Forscher:innen einsetzen, um die klassische Pflanzenzüchtung wieder zu stärken und welche Forderungen die Petition gegen neue Gentechniken stellt, können Sie in der aktuellen Ausgabe des bioland Fachmagazins lesen (10/2022).

Die Züchtung von resistenteren und toleranteren Pflanzenarten in der Landwirtschaft wird schon viele Jahrzehnte betrieben. Diese gentechnisch Veränderten Organismen (GVO) unterliegen in der EU allerdings strengen gesetzlichen Regeln und Zulassungsverfahren. Gleiches gilt für neue gentechnische Verfahren, wie zum Beispiel CRISPR-Cas. 2018 entschied der Europäische Gerichtshof die Zugehörigkeit der neuen Gentechnik zu GVO-Rechtsvorschriften. Diese Vorschriften sollen nun jedoch überarbeitet und aufgeweicht werden. Es ist zu befürchten, dass eine Deregulierung der neuen Gentechniken bevorsteht und somit die Wahlfreiheit auf dem Spiel stehen könnte. Konkret bedeutet die Deregulierung, dass die Kennzeichnung sowie Risikoprüfung von Produkten mit veränderten Organismen entfällt. Somit hat der Verbraucher keine Möglichkeit nachzuvollziehen, ob das gekaufte Produkt mit technologischen Verfahren, wie beispielsweise dem Genome Editing, modifiziert wurde. Gleichzeitig würde ein höheres Risiko für die Landwirt:innen entstehen, da dies zu nebulösen Verhältnissen bei der Frage nach Haftung bei Verunreinigung führt. Daher sammeln zivilgesellschaftliche Initiativen in einigen EU-Ländern momentan Unterschriften für ihre Petition „Nicht hinter unserem Rücken – kein Freifahrtschein für neue Gentechnik in unserem Essen!“. Der BÖLW ist Hauptansprechpartner in der Bio-Branche für die Aktion und sammelt noch bis zum 5. November Unterschriften. 
 

 

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