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Brokkoli-Sorten: Eignung für den Handel und die Direktvermarktung

LandwirtschaftNiedersachsen / BremenBioland e.V.17.03.2026

Untersuchung auf Eignung von verschiedenen Brokkoli-Sorten aus Bio-Züchtungen für den Handel und die Direktvermarktung. Die Ergebnisse!

Brokkoli (Foto: Sonja Herpich)

Die Ergebnisse – kurzgefasst

Im Spätsommer 2024 wurden neun verschiedene Brokkoli-Sorten auf ihre Eignung für den Handel und die Direktvermarktung untersucht. Insgesamt lag das Ertragsniveau in einem geringen Bereich. Im Mittel wurde ein Gesamtertrag von 72,5 dt/ha erzielt. Den höchsten Gesamtertrag erzielte die Sorte ‚Belstar F1‘ mit 86,6 dt/ha. ‚Floris (Balimo)‘ zeigte mit 61,9 dt/ha den geringsten Gesamtertrag. Die höchsten marktfähigen Erträge zeigten die Sorten ‚Belstar F1‘ (83,6 dt/ha) und ‚Covina F1‘ (68,8 dt/ha). Das höchste Kopfgewicht erzielte mit 313 g/Kopf die Sorte ‚Belstar F1‘. Das mittlere Kopfgewicht über alle Sorten lag mit 243 g/Kopf auf einem niedrigen Niveau. Pilzkrankheiten wurden nicht festgestellt.

Versuchsfrage und Versuchshintergrund

Der ökologische Anbau von Brokkoli in Niedersachsen ist in den vergangenen Jahren sehr stark zurückgegangen, obwohl ein großer Bedarf an regional erzeugten Brokkoli vorhanden ist. Der Grund dafür ist die immer geringere Verfügbarkeit von etablierten Sorten sowie die Nichtverfügbarkeit von neuen Sorten, die für den Ökolandbau geeignet sind.  

Trotz Bemühungen der ökologischen Anbauverbände konnten die Züchtungshäuser nicht bewegt werden, bestimmte Techniken in der Züchtung für den Ökolandbau nicht zu verwenden. Derzeit ist dies die Cytoplastenfusion, mit deren Hilfe eine männliche Sterilität importiert wird. In Zukunft könnte durch weitere - im Öko-Anbau nicht zulässige - Züchtungsmethoden (z.B. CRISP/CAS) das Angebot gänzlich zum Erliegen kommen.  

Eine besonders betroffene Kultur ist der Brokkoli. Das Angebot an Brokkoli-Sorten für die niedersächsischen Biolandwirte und -gärtner verengt sich somit derzeit so stark, dass immer mehr Betriebe den Anbau für den Handel als auch für die Direktvermarktung in Frage stellen oder sogar aufgeben haben.  

Der Züchtungsfortschritt bei Brokkoli ist in den vergangenen Jahrzehnten fast ausschließlich in Hybridsorten gegangen. Um diesen Züchtungsfortschritt nicht zu verlieren, arbeiten einige Bio-Züchter seit einigen Jahren mit derzeit (noch) verfügbaren Hybriden (die noch nicht mit Cytoplastenfusion steril gemacht wurden) als Ausgangsmaterial. Sie entwickeln hieraus nachbaufähige, samenfeste Sorten. Derzeit stehen einige der Bio-Züchtungslinien bereits zur Verfügung, die in diesem Versuch auf Eignung für den ökologischen Anbau untersucht und bei Feldbegehungen den anbauenden Betrieben demonstriert wurden. Die Erzeugerbetriebe brauchen auch in Zukunft neue Sorten, die sowohl im Einklang mit den Grundsätzen des Ökolandbaus gezüchtet und vermehrt werden als auch für die Vermarktung über Handel und Direktvermarktung geeignet sind. 

In dem Versuch wurde in einem nach wissenschaftlichen Kriterien angelegten Feldversuch auf einem Praxisbetrieb untersucht, wie sich die verfügbaren Sorten in Bezug auf Pflanzengesundheit, Ertrag und Qualität unterscheiden.  

Es wurden neben Wuchsverhalten die Erträge, Sortierungen und Qualitäten sowie der Krankheitsbefall festgehalten. Es wurden die Hauptnährstoffe und Nmin-Werte im Boden bestimmt, Zwischenbonituren auf Wüchsigkeit, Laubgesundheit usw. durchgeführt und eine Ertragsbestimmung durchgeführt. 

Versuchsplan

Tabelle: Übersicht der untersuchten Sorten

Versuch und Text: Nadine Liebig, Achim Holzinger; Bioland Landesverband Bremen/Niedersachsen e. V.

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Detaillierter Ergebnisbericht

Untersuchung auf Eignung von verschiedenen Brokkoli-Sorten aus Bio-Züchtung für den Handel und der Direktvermarktung

Dieser Versuch wurde aus Mitteln des Landes Niedersachsen gefördert.

Brokkoli-Sorten: Eignung für den Handel und die Direktvermarktung | Bioland e.V.