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Knollensellerie: Untersuchung verschiedener Sorten

LandwirtschaftNiedersachsen / BremenBioland e.V.25.02.2026

Untersuchung verschiedener Knollensellerie Sorten aus samenfester Züchtung und Hybridzüchtung auf Ertrag und Laubgesundheit zur Ausweitung des Knollensellerieanbaus in Niedersachsen

Ernte Knollensellerie 2025. Der Versuch wurde von Achim Holzinger (links) und Nadine Liebig (2. von rechts) geleitet und ausgewertet. (Foto: Nadine Liebig)

Die Ergebnisse – kurzgefasst

Im Jahr 2024 wurden zehn Knollensellerie-Sorten von der Bioland-Gemüsebauberatung in Niedersachsen auf einem Praxisschlag des Lohmannshofes in Westen (Landkreis Verden) untersucht. Die Erträge lagen in diesem Jahr bei allen Sorten in einem durchschnittlichen Bereich. Der Großteil der Knollen erzielte einen Durchmesser > 12 cm. Die Ergebnisse zeigen deutliche Sortenunterschiede: Hohe Erträge zeigten vor allem Markiz F1 und Yara F1, während Prinz, Porthos und Codex F1 weniger Ertrag lieferten. 2024 war insgesamt ein eher ertragsschwaches Jahr mit deutlich geringeren Knollengewichten. Auch in der Lagerung zeigten sich große Sortenunterschiede: Cisco, Arthos und Balena F1 blieben relativ stabil, während Codex F1, Prinz und Markiz F1 hohe Verluste und Qualitätsprobleme aufweisen. Insgesamt hängt der Anbauerfolg stark von der Sortenwahl ab.

Versuchsfrage und Versuchshintergrund

Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum) ist eine wichtige Kultur im ökologischen Gemüsebau, für den Frischmarkt und die Verarbeitung. Aber auch in der Direktvermarktung gehört er ganzjährig zum Standardsortiment: im Sommer mit Laub, ab Herbst nur Knollen, bis ins Frühjahr als Lagerware. Bisher findet sich Bio-Knollensellerie vor allem im Naturkosthandel und in der Direktvermarktung, zukünftig wird vermutlich auch der LEH und Discounter ihn ins Sortiment mit aufnehmen. Für Umstellungsbetriebe ist die Kultur interessant. 

In den letzten Jahren kam es jedoch häufiger zu Totalausfällen durch Blattfleckenkrankheiten wie Septoria (Septoria apiicola) und Cercospora (Cercospora apii), aber auch Schorf (Phoma apiicola), der im Gegensatz zu Septoria und Cercospora an den Knollen mit rostfarbigen Flecken beginnt. Für die Vermarktung mit Laub ist gesundes Laub entscheidend. Einige neue Sorten sollen Resistenzen besitzen. Sekundärinfektionen mit Bakterien (z. B. Erwinia carotovora) führen oft zu vollständigem Knollenverlust durch Fäulnis, besonders bei Langzeit-Lagerung. Vor zehn Jahren waren fast nur samenfeste Sorten verfügbar, inzwischen gibt es viele Hybridsorten und Sorten aus Bio-Züchtung. Ob diese neuen Sorten im Ertrag und in der Laubstabilität eine höhere Anbausicherheit garantieren, sollte in diesem Versuch untersucht werden. Im ersten Versuchsjahr 2023 wurden bereits einige Sorten untersucht werden.  

Im Versuch wurden zehn Sorten auf einem Praxisbetrieb nach wissenschaftlichen Kriterien geprüft: Wuchs, Ertrag, Sortierung, Krankheitsbefall sowie Boden-Nährstoffe und Nmin-Werte. Nach dem Feldversuch folgte ein Lagerungsversuch bis Mai 2025, um die Eignung für Langzeitlagerung zu bewerten. Für Anbauer*innen ist wichtig, welche Sorten bis ins Frühjahr äußerlich und innerlich stabil bleiben, um Ausfälle durch Fäulnis (z. B. durch Erwinia oder Sclerotinia) und um Reklamationen zu vermeiden. Der Versuch hatte somit zwei Schwerpunkte: Zum einen sollte die Eignung verschiedener Knollenselleriesorten für den Anbau auf niedersächsischen Betrieben untersucht werden, um die Stabilisierung und Ausweitung des Anbauspektrums zu ermöglichen. Dabei wird insbesondere die Laubgesundheit und der Ertrag während der Vegetationsperiode bewertet, um Sorten mit hoher Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten zu erkennen. 

Zum anderen wird die Lagerfähigkeit der Sorten geprüft, um eine langfristige Lagerung unter Praxisbedingungen sicherzustellen. Hierbei stand die Lagergesundheit im Fokus, einschließlich des Auftretens von Fäulnis und Qualitätsverlusten.  

Versuchsvarianten

Arthos (Züchter: Bingenheim; Saatgut: Bio; Resistenzen: /)

Porthos (Züchter: Bingenheim; Saatgut: Bio; Resistenzen: /)

Monarch (Züchter: Bingenheim; Saatgut: Bio; Resistenzen: /)

Cisco (Züchter: Rijk Zwaan; Saatgut: konv.; Resistenzen: /)

Tarvos F1 (Züchter: Rijk Zwaan; Saatgut: konv.; Resistenzen: /)

Codex F1 (Züchter: Nun; Saatgut: konv.; Resistenzen: /)

Markiz F1 (Züchter: Nun; Saatgut: konv.; Resistenzen: /)

Yara F1 (Züchter: Bejo; Saatgut: konv.; Resistenzen: IR: Foa2, Sa)

Balena F1 (Züchter: Bejo; Saatgut: Bio.; Resistenzen: IR: Foa2, Sa)

Prinz (Züchter: Nun; Saatgut: Bio.; Resistenzen: /)

Versuch und Text: Nadine Liebig, Achim Holzinger; Bioland Landesverband Bremen/Niedersachsen e. V.

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Detaillierter Ergebnisbericht

Untersuchung verschiedener Knollensellerie Sorten aus samenfester Züchtung und Hybridzüchtung auf Ertrag, Laubgesundheit zur Ausweitung des Knollensellerieanbaus in Niedersachsen.

Dieser Versuch wurde aus Mitteln des Landes Niedersachsen gefördert.

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