Untersuchung der neuen Kultur Flower Sprouts
Bioland-Versuch zur neuen Kultur Flower Sprouts auf Qualität und Ertrag sowie dessen Ausweitung im niedersächsischen Gemüsebau.

Bioland-Berater Achim Holzinger in einem Versuchsfeld für Flower Sprouts im Oktober 2024. (Foto: Nadine Liebig)
Die Ergebnisse – kurzgefasst
Im Jahr 2024/25 wurden drei verschiedene Flower Sprouts–Sorten in einem Versuch auf einem Praxisbetrieb auf Ertrag und optimale Erntezeitpunkten untersucht. Aufgrund der im Jahr 2024 eher kühlen und sehr feuchten Witterungsbedingungen zeigte sich eine sehr späte Entwicklung der Pflanzen und der Röschen.
Die höchsten Pflanzenhöhen zeigte die Sorte ‚Autumn Star F1‘. Den höchsten Gesamtertrag bei einmaliger Ernte im März zeigte ebenfalls die Sorte ‚Autumn Star F1‘. Bei der mehrmaligen Ernte zeigte sich bei dieser Sorte der höchste Ertrag beim Erntebeginn ab Januar.
Im Versuch konnte deutlich erkannt werden, dass beim ersten Erntetermin immer der höchste Ertrag erzielt werden konnte. Der Ertrag der weiteren Erntetermine war deutlich geringer.
Weil die Sorten ‚Christmas Rose F1‘ und ‚Snowdrop F1‘ eine deutlich längere Kulturzeit hatten, konnte ein Vergleich der Einmalernte erst im März 2025 erfolgen. Hier zeigte sich die Sorte ‚Autumn Star‘ als ertragsreichste.
Als Tastversuch wurden einige Pflanzen der drei untersuchten Sorten Mitte Oktober geköpft. Bei der zweimaligen Ernte zeigte die Sorte ‚Snowdrop F1‘ den höchsten Ertrag. Bei geköpften Pflanzen konnte ein frühere Erntebeginn beobachtet werden.
Versuchsfrage und Versuchshintergrund
Neben Rosenkohl tauchen auf Marktständen und in Bioläden seit einigen Jahren immer öfter die sogenannten Flower Sprouts (Kohlröschen) auf. Flower Sprouts sind eine Kreuzung zwischen Rosenkohl und Grünkohl und stammen züchterisch ursprünglich aus Großbritannien. Sie werden auch Kalettes genannt und gehören zu den Brassicaceaen (Kohlgewächsen). Häufig werden sie aufgrund ihrer vielfältigen und gesunden Inhaltsstoffe als Superfood angeführt, dementsprechend hoch ist die Nachfrage und die mit ihnen zu erzielende Preise. Insbesondere der im Verglich zu Rosenkohl und Grünkohl mildere Geschmack macht Flower Sprout sehr beliebt. Derzeit werden sie nur in der Direktvermarktung angeboten.
In der Kulturführung entsprechen sie in etwa dem Rosenkohl, sie sind jedoch – laut Praxisbeobachtungen - weniger anfällig gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Sie gelten als winterhart.
Bisher ist - vor allem im norddeutschen Raum – völlig ungeklärt, zu welchem Zeitpunkt die wenigen verfügbaren Sorten gepflanzt werden müssen und wann der optimale Erntezeitpunkt ist. Auch Qualitäten, Winterhärte und die Lagerung sind bisher noch nicht in Versuchen untersucht worden.
Neue, stark nachgefragte Kulturen wie Flower Sprouts unterstützen das Ziel 15 % Ökoanbau bis zum Jahr 2030 in Niedersachsen zu erreichen. Sie bieten vor allem klein strukturierten, aber auch größeren Feldgemüsebaubetrieben eine Chance, sich alternativ zu bereits häufig angebauten Kulturen wie Möhre, Zwiebel und Hokkaido einen Markt aufzubauen.
In dem geplanten Versuch sollte deshalb in einem nach wissenschaftlichen Kriterien angelegten Feldversuch auf einem Praxisbetrieb untersucht werden, wie sich die verfügbaren Sorten in Bezug auf Pflanzengesundheit und Ertrag unterscheiden. Dazu wurden auf einem Betrieb drei verschiedene Sorten gepflanzt und untersucht. Der Versuch wurde als Streifenanlage angelegt.
Es wurden neben Wuchsverhalten die Erträge und Sortierungen sowie der Krankheitsbefall festgehalten. Es wurden zuvor die Hauptnährstoffe und Nmin-Werte im Boden bestimmt, Zwischenbonituren auf Wüchsigkeit und Laubgesundheit durchgeführt und am Ende eine Ertragsbestimmung durchgeführt.
Untersuchte Sorten
Tabelle: Untersuchte Sorten
Versuch und Text: Nadine Liebig, Achim Holzinger; Bioland Landesverband Bremen/Niedersachsen e. V.
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Untersuchung der neuen Kultur Flower Sprouts auf Qualität und Ertrag sowie dessen Ausweitung im niedersächsischen Gemüsebau
Dieser Versuch wurde aus Mitteln des Landes Niedersachsen gefördert.


