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Mulchmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen im Gemüsebau

LandwirtschaftNiedersachsen / BremenBioland e.V.24.02.2026

Im Jahr 2024 wurden sieben verschiedene abbaubare Mulchmaterialien auf ihre Eignung für den ökologischen Landbau untersucht. Die Ergebnisse im Detail.

Mulchpapier im Test. Bild: Nadine Liebig

Die Ergebnisse – kurzgefasst

Im Jahr 2024 wurden sieben verschiedene abbaubare Mulchmaterialien auf ihre Eignung für den ökologischen Landbau untersucht. Auffällig waren die niedrigen Bodentemperaturen unter den Vlies aus Schafwolle und dem Vlies aus Jute, was zur Folge ein geringere Stickstoffmobilisation hatte und auch ein geringeres Ertragsniveau. Den höchsten marktfähigen Ertrag hatte die Variante ‚Silagemulch‘ mit 549 dt/ha. Deutlich geringere Erträge zeigten die Mulchmaterialien aus ‚Jute‘ (367 dt/ha), ‚MaterBi‘ (417 dt/ha) und ‚Mulchwolle‘ (459 dt/ha). Die Varianten ‚Jute‘ und ‚Mulchwolle‘ zeigten eine unzureichende Mulchwirkung, da einige Unkräuter, vor allem Gräser durch das Mulchmaterial wuchsen.

Versuchsfrage und Versuchshintergrund

Kunststoffrückstände im Ökosystemen sind stark in der Kritik. Zurecht, wenn Mikropartikeln von Kunststoffen über die Nahrungskette bis auf unseren Teller wandern und viele Lebewesen schon so viel Partikel aufnehmen, dass sie daran verhungern. Daher ist es sehr erfreulich, dass mittlerweile einige Produkte als Mulchmaterial auf dem Markt sind, die 100 % Kompostierbarkeit und rückstandsfreier Abbau in der Natur versprechen.

Bisher waren vor allem Materialien auf Erdölbasis als abbaubare Mulchfolien auf dem Markt, mit den neuen Entwicklungen stehen nun auch Mulchfolien auf Gärrestbasis, aus Jute oder Schafwolle zur Verfügung. Welche Materialien sich für den ökologischen Gemüsebau eignen, sollte diesem Versuch untersucht werden.

Das Ziel war, die Eignung von verschiedenen Mulchmaterialien für den Anbau auf niedersächsischen Betrieben zur Stabilisierung bzw. Ausweitung des Anbauspektrums zu erfassen.

In dem geplanten Versuch wurden deshalb in einem nach wissenschaftlichen Kriterien angelegten Feldversuch auf einem Praxisbetrieb untersucht, wie sich die verfügbaren Materialien in Bezug auf Beikrautregulierung, Pflanzengesundheit und Ertrag unterscheiden. Dazu wurden auf einem Betrieb sieben verschiedenen Materialien untersucht. Der Versuch wurde als randomisierte Blockanlage mit vier Wiederholungen angelegt.

Es wurden neben Wuchsverhalten die Erträge sowie der Krankheitsbefall festgehalten. Auch die Bodentemperatur wurde gemessen. Es wurden die Hauptnährstoffe und Nmin-Werte im Boden bestimmt, Zwischenbonituren auf Wüchsigkeit und Laubgesundheit durchgeführt und am Ende eine Ertragsbestimmung durchgeführt. Als eine langstehende Kultur wurde der Knollensellerie als Versuchskultur ausgewählt.

Versuchsvarianten

Bioabbaubare Mulchfolie Mater Bi (Stärke: 15 µm; Material: Maisstärke, biologisch abbaubar; Haltbarkeit laut Hersteller: 10-12 Wochen; Kosten: € 0,16/m²)

BioCovers® Unkrautvlies (Stärke: 0,9mm; Material: 95 % Biofasern (PLA), 5 % Hanf; Haltbarkeit laut Hersteller: 3-7 Jahre ; Kosten: € 3,20-€ 3,80/m²)

GROWtec Mulchpapier (Stärke: 130g/m²; Material:nachwachsende, pflanzliche Fasern der Bio-Energieproduktion; Haltbarkeit laut Hersteller: 6 Monate; Kosten: € 1,00/m²)

Easygreen Mulchwolle (Stärke: 4 mm, 250 g/m2 ; Material: 100% Schafwolle; Haltbarkeit laut Hersteller: 24 Monate; Kosten: € 3,48- € 4,90/m²)

Greentex Jute Filz (Stärke: 12 mm, ca. 400 g/m²; Material: 100 % Jute; Haltbarkeit laut Hersteller: 15-24 Monate; Kosten: € 2,40/m²)

Silagemulch (Stärke: 12 cm Auflagedicke; Material: Silage; Haltbarkeit laut Hersteller: 6-9 Monate; Kosten: k.A. €/m²)

Ernte der VersuchsflächenErnte der 4 Wdh, hintereinander: von links nach rechts: ‚ohne‘, ‚MaterBi‘, ‚Schafwollvlies‘, ‚Jutevlies‘‚ ‘Silage‘(2 Wdh.), Mulchpapier (2 Wdh.), und ‚BioCovers‘

Ertrag des Knollenselleries in dt/ha

Versuch und Text: Nadine Liebig, Achim Holzinger; Bioland Landesverband Bremen/Niedersachsen e. V.

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Detaillierter Ergebnisbericht

Untersuchung verschiedener neuer Mulchmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen im Gemüsebau

Dieser Versuch wurde aus Mitteln des Landes Niedersachsen gefördert.

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