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Bioland Niedersachsen/Bremen feiert 40. Jubiläum

PresseNiedersachsen / Bremen28.09.2026

Über 100 Mitglieder und Ehrengäste aus Politik und Landwirtschaft feierten am Samstag auf Gut Oelbergen – Tortenanschnitt durch Ministerin Miriam Staudte – Gastbeitrag von Prof. Hartmut Vogtmann.

Die Feier zum Jubiläum des Bioland Landesverband Niedersachsen/Bremen fand auf dem Gut Oelbergen statt. Rund 120 Gäste fanden den Weg ins Auetal, darunter viele Vertreter:innen der niedersächsischen Politik und Landwirtschaft.

Bioland ist der größte und zweitälteste Bio-Verband in Deutschland. Seit 55 Jahren steht der Verband für eine moderne, wissenschaftlich fundierte und verantwortungsvolle Landwirtschaft. Gründungsdatum des Landesverbands für Niedersachsen und Bremen ist der 30.04.1986. Am vergangenen Samstag, dem 26.09.26, wurde das 40-jährige Jubiläum auf Gut Oelbergen im Auetal gefeiert.

Miriam Staudte und Ludger Engeln schneiden die Torte an. Im Hintergrund freuen sich Prof. Vogtmann, Bioland Vizepräsidentin Sabine Kabath und Gerhard Schwetje (Präsident der Ladnwirtschaftskammer Niedersachsen).

Der Anschnitt der Jubiläums-Torte erfolgte am späten Nachmittag durch Miriam Staudte, Niedersachsens Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, und Ludger Engeln, Vorstandsvorsitzender des Bioland Landesverband Niedersachsen/Bremen. Zuvor hieß Geschäftsführerin Kerstin Hintz rund 120 Besucherinnen und Besucher, unter ihnen viele langjährige Mitglieder sowie Gäste aus der Politik und Landwirtschaft, an „einem besonderen Ort in der Geschichte des Landesverbandes“ willkommen. Das Gut Oelbergen im Auetal wurde von Bioland-Pionier Albert Haake 1987 auf ökologische Landwirtschaft umgestellt und vor drei Jahren an seine Tochter Karin übergeben. „Albert ist eines von zwei Ehrenmitgliedern in unserem Landesverband, war lange unser Vorstandsvorsitzender und ist lebendiges Archiv im Ökolandbau“, so Hintz zur Begrüßung.

Mit Pionierarbeit den Weg für folgende Generationen geebnet

Ludger Engeln, aktueller Vorstandsvorsitzender und seit zehn Jahren Mitglied bei Bioland, erinnerte sich, dass er im Gründungsjahr 1986 in die landwirtschaftliche Lehre gestartet sei und damals an Bio keinen Gedanken verloren habe. „Danke für Eure Pionierarbeit. Danke, dass ihr den Weg für so viele andere geebnet habt“, richtete er seine Worte direkt an Haake und anwesende langjährige Mitglieder.

Reinhard Bade (links) ist Gründungsmitglied des Landesverbandes.

Auch Haake nahm die Gäste während seines Redebeitrags in seine Ausbildungszeit zurück: „In den 70er Jahren - ich hatte meine Ausbildung in der Landwirtschaft gerade begonnen - war eigentlich klar, dass man in Wasserschutzgebieten zukünftig nicht mehr düngen und spritzen dürfte.“ Damit sei er überzeugt gewesen, dass es für ihn und seinen Hof eigentlich keine Zukunft mehr gäbe. Er sei ratlos gewesen. Als er auf einen einwöchigen Umstellungskurs in Baden-Württemberg hingewiesen wurde, nahm er teil. „Das war alles ziemlich verrückt, vieles habe ich nicht verstanden, aber es war spannend. Ich bin drangeblieben“, sagt er. Während des Kurses lernte Haake Reinhard Bade kennen. Die beiden blieben im Kontakt, tauschten sich aus. Bade war Teil einer sehr aktiven Gruppe von Landwirten, die damals in der Region Hameln-Pyrmont tätig war und aus der heraus der niedersächsische Bioland Ableger gegründet wurde. „Die haben mich einfach mitgerissen“, so Haake.

Auch an diesem Tag folgen viele Gäste Albert Haake (Mitte, grüner Pullover) auf einen Feldrundgang. Der Bioland-Pionier gilt als lebendiges Archiv des Ökolandbaus. Reinhard Bade (links) und er lernten sich bereits in den 70ern auf einem Umstellerlehrgang kennen.

Frauen mit entscheidender Rolle für den Ökolandbau

Highlight der Jubiläumsfeier war für viele der Gastbeitrag von Prof. Hartmut Vogtmann. Der Ehrenpräsident der internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegung hatte 1981 mit der weltweit ersten Professur für biologische Landwirtschaft den Grundstein für Forschung und Lehre im Ökolandbau an der Universität Kassel gelegt. Er wagte einen Rückblick in die Geschichte des Ökolandbaus. Er betonte dabei ausdrücklich die Bedeutung der Frauen. „Frauen haben im Ökolandbau eine große, eine entscheidende Rolle gespielt. Ohne die Frauen stünde der Ökolandbau nicht dort, wo er heute ist.“

Blickte in seiner Rede auf die Geschichte des Ökolandbaus zurück: Prof. "Hardy" Vogtmann.

Ministerin Staudte: „Bio und Bioland haben sich ihren Platz in der Landwirtschaft erstritten.“

„Ich glaube nicht, dass die Gründungsväter und -mütter sich ausgemalt haben, dass wir 40 Jahre später u. a. mit dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer zusammen das Jubiläum feiern“, begann die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ihre Grußworte. Angesichts der vielen anwesenden Gäste aus Landwirtschaft und Politik, unter ihnen auch der erwähnte Präsident der Landwirtschaftskammer Gerhard Schwetje und Vertreter des Landvolks, hätten Bio und Bioland sich ihren Platz in der Landwirtschaft erstritten. Was die konventionelle Landwirtschaft vor allem von der Bio-Landwirtschaft lernen könne: „Die Branche insgesamt zu denken, als Branche zusammenzustehen und sich gegenseitig zu unterstützen.“

Bei Kaffee und Jubiläumstorte, bei einem Betriebsrundgang, beim gemeinsamen Abendessen und bei dem einen oder anderen Glas Bioland-Wein folgten bis zum späten Abend viele Gespräche zwischen langjährigen und neuen Bioland-Mitgliedern, zwischen Pionieren und Nachkommen der Gründungsmütter und -väter, aktuellen und ehemaligen Amtsinhabern, ersten und neuen Bioland-Mitarbeitenden.

Der Landesverband Niedersachsen/Bremen in aktuellen Zahlen

Der Bioland Landesverband Niedersachsen/Bremen ist heute mit 700 Mitgliedsbetrieben der größte Bio-Anbauverband Niedersachsens. Hinzu kommen knapp 150 Mitgliedsbetriebe aus Verarbeitung und Handel. Ein Netzwerk aus über 20 Fach- und Regionalgruppen bietet die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch.

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