Praxisversuch zu Beizmitteln gegen Rhizoctonia solani angelegt
Rhizoctonia solani gehört zu den bedeutendsten Schaderregern im Kartoffelbau. Wir wollen die Wirkung der nach Bioland-Richtlinien zugelassenen Produkte Solanova, Proradix, Polygandron TPP und RootDei untersuchen und miteinander vergleichen.

Der Versuchsacker wurde von Bioland-Berater Luc-Marlon Wieckhorst und einem Bioland-Betrieb am 17. April 2026 angelegt.
Rhizoctonia solani gehört zu den bedeutendsten Schaderregern im Kartoffelbau. Ein Befall kann zu erheblichen Qualitätsmängeln in allen Verwertungsrichtungen der Kartoffel sowie zu deutlichen Bruttoertragseinbußen führen. Sein breites Wirtspektrum, die ausgeprägte Überdauerungsfähigkeit sowie die Verbreitung über am Pflanzgut haftenden Dauersklerotien erschwert die Regulierung im ökologischen Kartoffelbau.
Zur direkten Regulierung mittels Beizverfahren stehen mittlerweile drei in Deutschland zugelassene Pflanzenschutzmittel auf Basis von Mikroorganismen (bakterielle und pilzliche Antagonisten) zur Verfügung, die auch nach Bioland-Richtlinien eingesetzt werden dürfen. Darüber hinaus gibt es einige Stärkungsmittel und Hilfsstoffe, die in diesem Kontext eingesetzt werden.
Wir wollen die Wirkung der Produkte Solanova, Proradix, Polygandron TPP und RootDei untersuchen und miteinander vergleichen. Dazu haben wir vergangenen Freitag auf einem Mitgliedsbetrieb im ansonsten betriebsüblichen Verfahren einen Praxisversuch angelegt. Gebeizt wurde mittels Knollenbeizeinrichtung einer Grimme GL430 mit 80 l/ha Wasser. Die Versuchsfläche beträgt inkl. Kontrolle eine Gesamtfläche von ca. 0,5 ha. Im Laufe der Vegetation werden einzelne Parzellen der Versuchsglieder auf Befallshäufigkeit und -intensität bonitiert. Die Versuchsglieder sollen einzeln beerntet werden. So können Ertrag und Qualität beurteilt werden.
Erste Erkenntnisse verspricht sich das Berater-Team von Bioland im Juli 2026. Ein ausführlicher Ergebnisbericht wird Ende des Jahres verfügbar sein.
Es handelt sich um einen Praxisversuch des Beratungsteams des Bioland Landesverbandes Niedersachsen/Bremen e. V.
Text: Luc-Marlon Wieckhorst