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Mehr Wildbienen im Schulgarten

Presse, LandwirtschaftNiedersachsen / BremenBioland e.V.04.03.2026

Bioland und Bioland-Partner Aller Liebe finanzieren Wildbienenhotel und Workshop für Schule in Hannoversch Münden

Geschafft! Das obligatorische Gruppenfoto mit der Umwelt-AG des Grotefend-Gymnasiums, Markus Lohmüller und Sandra Bischof (beide Naturschutzcenter), einer Maske des Perlmuttfalters (aus der Bioland-Initiative Insektenlobby) und Pascal Raschke (Aller Liebe GmbH).

Hannoversch Münden, 02.03.2026 "Wildbienen stechen nicht. Gegen eine neue Unterkunft neben Gartenterrasse oder auf dem Schulgelände spricht also nichts." Sandra Bischof arbeitet beim Naturschutzcenter und ist im Auftrag der Insektenlobby Anfang März zum Grotefend-Gymnasium nach Hannoversch Münden gekommen. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 5 bis 7 will sie im Schulgarten ein Insektenhotel errichten. Das notwendige Material, Erfahrung im Aufbau und jede Menge spannendes Wissen rund um Wildbienen hat sie mitgebracht. Finanziert und organisiert wird die Aktion von Bioland-Partner Aller Liebe und dem Anbauverband Bioland e. V. im Rahmen der „Insektenlobby“. Ziele sind mehr Aufmerksamkeit und Verständnis für das Thema Biodiversität. Bioland-Partner Aller Liebe unterstützt die „Insektenlobby“ mit Spenden aus Verkaufserlösen ihrer Produkte in Mehrweggläsern.

Schülerinnen und Schüler überraschen mit viel Detailwissen

Die Angst vor möglichen Stichen, wird gleich zu Beginn des Schul-Workshops genommen. "Im Gegensatz zu Honigbienen haben Wildbienen kein Volk und keinen Honig zu verteidigen. Wildbienen sind Einzelgänger uns bevorzugen daher Einzel-Appartements", erklärt Bischof und muss schnell feststellen, dass die Umwelt-AG von Lehrerin Ulrike Immel schon richtig im Thema ist. Nach einer kurzen Einführung kleben die Kinder Schilfröhrchen in Holz-Würfel.

In der ersten Bauphase kontrollieren die Kinder die Schilfröhrchen.

Jedes Röhrchen soll ein Appartement für eine Biene werden. Fühlen sich die Wildbienen wohl und gibt es genügend Pollen und Nektar, werden sie in den nächsten Wochen einziehen. „Die weiblichen Bienen errichten in den Röhrchen hintereinander ca. neun bis zehn Kammern für je eine Larve. Da Bienen schlau sind, lassen sie die vorderste Kammer leer“, erklärt Bischof. "Klar, dann denken mögliche Fressfeinde, dass es hier nichts zu holen gibt", ergänzt eines der Kinder und die anderen nicken zustimmend. Die AG hat auch schon davon gehört, dass es gute und schlechte Insektenhotels gibt. Für Hohlraum bewohnende Wildbienen bedarf es tiefe, röhrenförmige Nistgänge mit einem Durchmesser zwischen drei und neun Millimetern, die im Inneren splitterfrei, trocken und nach hinten geschlossen sein müssen. Die Kinder achten darauf, dass die Röhrchen innen wirklich durchgehend hohl sind und keine Risse haben. Sie arbeiten mit kleinen Feilen nach. "Die Bienen könnten ihre empfindlichen Flügel verletzen." 

In der zweiten Bauphase wird geschraubt.

Für einen sicheren Stand werden Halterungen in den Boden geschlagen.

Natürlich wissen sie auch, dass Bienen Blüten bestäuben. Dass sogar 75 Prozent aller Nutzpflanzen weltweit auf Insektenbestäubung angewiesen sind, erfahren sie von Bioland-Mitarbeiterin und Landwirtin Nadia Bremer während einer Baupause. Allen ist klar, dass Insekten wichtig für das Ökosystem sind, ihr Bestand jedoch von vielen Seiten bedroht ist. Was die Bioland-Landwirtschaft für den Schutz der Insekten tut und was sich unter Begriffen wie Nutzpflanze oder Fruchtfolge verstehen lässt, erklärt Bremer und übergibt gemäß des ersten Bioland Prinzips mit dem Hinweis in Kreisläufen zu denken an Pascal Raschke. Der Gründer und Geschäftsführer der Aller Liebe GmbH erklärt eindrücklich die Vorteile von Mehrweg- im Vergleich zu Einwegverpackungen. Schnell ist klar: Kinder haben Einwegverpackungen bestimmt nicht erfunden.

Einrichten des Hotels. Jedes Röhrchen ist ein Appartement für eine Wildbiene.

Zum Schluss geht es bei strahlend blauem Himmel in den Schulgarten. Es wird geschraubt und gehämmert und am Ende steht - nach Aussage von Lehrerin Immel erstaunlich schnell - das Insektenhotel. Nun hoffen alle auf möglichst viele Einzüge in diesem Jahr und noch mehr frisch geschlüpfte Wildbienen im Frühjahr 2027. Bis dahin bauen sich alle Kinder noch ein kleines Insektenhotel für den eigenen Balkon oder Garten. Dafür reicht das gespendete Material. Als Überraschung gibt es für jedes Kind zwei Beobachtungsröhrchen, die einen Blick ins Innere des Insektenhotels erlauben. 

Beim obligatorischen Fototermin bleibt noch eine letzte Frage zu beantworten: Warum summt die Biene? Dieses Mal kennt nur eines der 20 Kinder die Antwort: „Weil sie den Text vergessen hat. Ist doch klar!“

Die Kinder hatten Spaß mit Insektenmasken. Im Hintergrund Pascal Raschke von Aller Liebe GmbH und Nadia Bremer vom Bioland Landesverband Niedersachsen Bremen.

Direkt neben dem Schulgelände wurden die ersten Wildbienen gesichtet.

Über die Insektenlobby

Mit der Insektenlobby schafft Bioland seit Ende 2022 über verschiedene Formate und Kanäle Aufmerksamkeit und sensibilisiert für das Thema Biodiversität. Die Initiative macht die Mehrleistungen der Bioland-Mitgliedsbetriebe sichtbar und kommuniziert das Thema Biodiversität im Kontext des Ökolandbaus verbrauchernah. Denn die biologische Vielfalt zu schützen und zu fördern ist in den Bioland-Richtlinien verankert. Diese sind in ihrem Umfang einzigartig unter den Bio-Verbänden. Jeder Bioland-Betrieb muss individuelle Maßnahmen umsetzen und dabei eine bestimmte Punktzahl erreichen. So entstehen lebendige Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinstlebewesen.

Jetzt mitbrummen! Weitere Infos rund um das Thema Biodiversität bei Bioland gibt's im kostenlosen Newsletter (Insektenlobby | Bioland e.V.) der Insektenlobby mit vielen Tipps und Tricks für wahre Insekten-Fans. 

Worauf achten beim Bau von Insektenhotels?

Über Aller Liebe GmbH

Aller Liebe GmbH aus dem niedersächsischen Wietze ist Bioland-Partner und Vorreiter beim konsequenten Einsatz von Mehrweg-Verpackungen. Inga und Pascal haben das Unternehmen gegründet, um hochwertige, lecker-raffinierte Lebensmittel in Bioqualität zu produzieren. Wichtig ist ihnen die umwelt- und ressourcenschonende Herstellung der Lebensmittel mit fairen Arbeitsbedingungen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette.

Über das Naturschutzcenter

Das Naturschutzcenter verfolgt das Ziel, eine Welt zu schaffen, in der jeder achtsam mit der Natur und ihrer Artenvielfalt umgeht. Seit seiner Gründung im Jahr 2006 durch Markus Lohmüller bietet das Unternehmen artgerechte und praxiserprobte Produkte an, die es Privatpersonen und Organisationen ermöglichen, aktiv zum Naturschutz beizutragen. Das Naturschutzcenter ist in Deutschland Marktführer für artgerechte Insektenhotels. Die Eigenprodukte werden größtenteils in Handarbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Süddeutschland und aus Holz aus heimischer Forstwirtschaft hergestellt. Besonderer Wert wird auf eine nachhaltige und somit regionale und soziale Wertschöpfungskette gelegt, 100% Qualitätsarbeit aus Deutschland.

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