Deregulierung Neuer Gentechnik: Letzte Chance für EU-Parlament, um Landwirtschaft und Züchtung vor Patenten zu schützen
Die EU will das Gentechnikrecht stark lockern – doch das Parlament kann den Entwurf noch stoppen oder nachbessern. Bioland und Partnerverbände machen Druck. Warum jetzt der entscheidende Moment ist und wie ihr selbst aktiv werden könnt.

Johanna Zierl (Vorständin, Junges Bioland) und Jan Plagge (Bioland-Präsident) auf der BIOFACH 2026 / Foto: Thomas Schary (Fotocredits)
Der am 4. Dezember 2025 beschlossene Entwurf des EU-Trilogs zur Neuen Gentechnik (NGT) sieht eine weitgehende Deregulierung des EU-Gentechnikrechts vor. Im letzten Schritt muss diese Trilog-Einigung noch final vom EU-Parlament abgesegnet werden. Das Parlament hat es also noch in der Hand, das Gesetz in dieser Form abzulehnen oder es noch im Sinne seiner Verhandlungsposition zu verbessern. Dazu können die EU-Abgeordneten Mehrheiten für z.B. eine Kennzeichnungspflicht, eine Einschränkung von Patenten oder auch für wirksame Koexistenzregeln bilden und diese wichtigen Regeln im Trilog-Entwurf unterbringen.
👉 Jetzt lohnt es sich, Einfluss auf die EU-Abgeordneten eurer Region zu nehmen. Was könnt ihr tun?
Briefvorlage für Erzeuger und Unternehmer: Nutzt die Briefvorlage auf unserer Homepage, um einen persönlichen Brief an eure regionalen EU-Abgeordneten zu senden. Mit einem Flashmob auf der BIOFACH haben Bioland-Präsident Jan Plagge und Junges Bioland-Vorständin Johanna Zierl die Aktion gestartet.
Kampagne „Geschwärzte Zutaten“ unterstützen: Beteiligt euch an der europaweiten Kampagne für eine Kennzeichnung von Neuer Gentechnik und teilt sie in euren Netzwerken.
Neben den obigen Aktionen ist Bioland auch mit gleich zwei Veranstaltungen zu NGT auf der BIOFACH 2026 präsent gewesen. Themen waren Patente und die Sicherung gentechnikfreier Lieferketten für die Bio-Branche.
Insbesondere zu der bedrohlichen Flut an Patenten arbeitet der Verband mit BÖLW und Deutschem Bauchernverband derzeit an umsetzbaren Änderungsvorschlägen für die Parlamentarier, die Einschränkung von Patenten noch rechtzeitig über das NGT-Gesetz zu regeln (👉 siehe bioland-Fachmagazin, Ausgabe 03/2026, Seite 6-7). Auf die schweren Folgen für Landwirtschaft und Züchtung macht ein gemeinsames Positionspapier von Deutscher Bauernverband, Bund deutscher Pflanzenzüchter, Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, BÖLW, Bioland und Kirchen schon seit Juni 2025 aufmerksam. Aber auch zur Sicherung des Öko-Saatguts und der ganzen Lieferkette engagiert sich Bioland in der BÖLW-AG „Bio-Branche ohne Gentechnik“.
Text: Carolin Pagel und Maximilian Schneider, Politik-Team