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Virtuelle Zäune tierwohlgerecht

Tierhaltung, Politik19.10.26

Forschende plädieren dafür, die unsichtbare Unterteilung von Weideflächen zu ermöglichen. Andere Länder sind weiter.

Drei Kühe grasen auf einer Wiese, im Hintergrund stehen vereinzelt Bäume unter einem klaren, blauen Himmel

Nach wenigen Tagen Training haben Rinder auf der Weide gelernt, die virtuellen Zäune zu respektieren.  

Für virtuelle Zäunen für Weidetiere solle es einen rechtlich gesicherten Rahmen geben. Das fordern 21 Forschende aus ganz Deutschland. In einer gemeinsamen Publikation zeigen sie, dass virtuelle Zäune können als tierwohlgerecht einzustufen sind. Diese Unterteilung von größeren, gezäunten Flächen können Landwirt:innen am Smartphone oder Computer arbeitssparend verschieben.

Rinder lernen schnell, dass ein Tonsignal ihnen den virtuellen Zaun ankündigt, bevor ein elektrischer Impuls wie beim Litzenzaun folgt. Was Forscherinnen über das System herausgefunden haben und welche weiteren Vorteile die Technik ermöglicht, beschreibt das bioland-Fachmagazin in der November-Ausgabe zur Eurotier.

Während unter anderem in Irland, Schweden und Norwegen Landwirtinnen und Landwirte die Technologie bereits nutzen, fehlt hierzulande eine rechtliche Grundlage. In Deutschland ist der Einsatz virtueller Zäune aufgrund des Tierschutzgesetzes derzeit nicht zulässig. Mittlerweile liegen jedoch wissenschaftliche Ergebnisse vor, die gesicherte Aussagen zum Tierwohl bei virtuellen Hütesystemen zulassen. Deshalb sprechen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus elf bundesdeutschen Forschungsinstitutionen nun für ein gesetzliches Rahmenwerk aus, damit virtuelle Zäune physische Barrieren ergänzen können. Zudem müssen Versicherungs und Haftungsfragen juristisch einwandfrei geklärt werden.

In Ausnahmefällen – etwa auf Deichen oder im alpinen Raum – soll auf feste Außen-zäune verzichtet werden können. „Für den Praxiseinsatz brauchen wir jetzt einen klaren Rechtsrahmen“, sagt Christina Umstätter, Leiterin des Thünen-Instituts für Agrartechnologie und Professorin für Digitale Landwirtschaft an der Universität Braunschweig. Dina Hamidi von der Universität Potsdam, Erstautorin der Studie, fasst die Ergebnisse der gemeinsamen Veröffentlichung zusammen: „Virtuelle Zäune bringen Tierwohl und moderne Weidehaltung zusammen.“