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Professionelle Tier-Auktionen

Tierhaltung23.12.25

In zwei Auktionshäusern in Schottland konnten Teilnehmende einer Fachreise die schottische Kultur des Viehhandels kennenlernen.

Tier-Auktionen sind auf der britischen Insel gelebte Tradition und eingebettet in Verkaufsausstellungen. (Foto: Jörn Bender)

In Carlisle unweit der englischen Westküste besuchte die Bioland-Reisegruppe das renommierte Auktionshaus Harrison & Hetherington, wo an diesem Tag in drei Ringen Rinder versteigert wurden. Die Dynamik und Organisation der Auktion beeindruckten. Die Teilnehmenden erhielten einen lebendigen Einblick in den britischen Viehhandel und die Kultur der "auction marts", an denen neben dem Auktionsgeschehen stets auch eine gut besuchte Kantine, Anbieter landwirtschaftlicher Bedarfsartikel oder auch Büros diverser Immobilienmakler anzutreffen sind.

Schafauktion in Stirling

Einige Tage später besuchte die Gruppe das Auktionshaus United Auctions im Stirling Agriculture Centre. Am Auktionszentrum wurden gerade Lämmer und Schafe angeliefert, nach Qualitäten sortiert und gewogen. An diesem Tag wurden rund 8.000 Tiere versteigert, eine beeindruckende Zahl, die die Bedeutung dieses Handelsplatzes unterstreicht. In der Woche zuvor waren hier insgesamt 40.000 Lämmer und Schafe gehandelt worden.

Besonders spannend waren die Rassenvielfalt und die Qualität der Tiere, die alle frisch von der Weide angeliefert wurden. Auffällig war, dass viele Mastlämmer mit Texel angekreuzt waren.

Faszinierend auch die Geschwindigkeit, mit der die Tiere sortiert und gewogen wurden. Ebenso rasant verlief die eigentliche Versteigerung. Für viele Teilnehmende blieb rätselhaft, wie die Kommunikation zwischen Auktionator und Käufern funktionierte: Die Signale waren kaum erkennbar, und doch lief alles reibungslos und professionell.

Neben dem Auktionsgeschehen nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit für einen Besuch im Farmshop. Dort gab es nicht nur wetterfeste Kleidung und nützlichen Viehbedarf für Schaf- und Rinderhaltung, sondern auch ein überraschend breites Angebot an Arzneimitteln, Impfstoffen und Antiparasitika, die für Farmer mit Wohnsitz in Großbritannien rezeptfrei erhältlich waren, ein deutlicher Unterschied zur deutschen Praxis.