„Zusätzliche Millionen sind noch keine gute Krisenpolitik“
Pressestatement von Bioland-Präsident Jan Plagge zur Entscheidung des BMLEH, bislang nicht ausgeschöpfte GAP-Mittel 2027 vollständig als Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe auszuzahlen

"Wenn der Bund den Spielraum bei den Direktzahlungen für 2027 nun schon vollständig ausschöpft, muss damit mehr erreicht werden, als ein kurzfristiger Einkommenspuffer", so der Bioland-Präsident im Pressestatement. Foto: Bioland / Sonja Herpich
Bioland Präsident Jan Plagge kommentiert: „Die Ernteausfälle sind real und für viele Höfe existenzbedrohend. Aber zusätzliche Millionen bei den Direktzahlungen sind noch keine gute Krisenpolitik. Wer jetzt einfach mehr Geld über die Fläche verteilt, löst weder die akuten Liquiditätsprobleme der betroffenen Betriebe, denn dafür kommen die Mittel zu spät, noch macht er die Landwirtschaft widerstandsfähiger. Mehr noch: Eine reine Geldverteilung ohne ökologische Lenkungswirkung schwächt die strategische Autonomie Europas, erhöht die Erpressbarkeit durch globale Krisen und gefährdet langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität unserer Lebensmittelversorgung.
Wenn der Bund den Spielraum bei den Direktzahlungen für 2027 nun schon vollständig ausschöpft, muss damit mehr erreicht werden, als ein kurzfristiger Einkommenspuffer. Das Geld aus der GAP ist schließlich für langfristige Investitionen vorgesehen und sollte daher dort ansetzen, wo Landwirtschaft krisenfester wird: bei gesunden Böden, Artenvielfalt, Wasserrückhalt, vielfältigen Fruchtfolgen und einer Bewirtschaftung, die schonend mit unseren Ressourcen umgeht.
Diese langfristigen Investitionen braucht es dringend für eine souveräne europäische Land- und Lebensmittelwirtschaft, mit der wir dem großen Ziel strategische Autonomie näher kommen. Daran sollten, auch vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen, alle ein Interesse haben.“
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