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Wenn Dürre die Ernte frisst: Bioland und Naturland fordern Kurswechsel

Presse, AgrarpolitikGesamtverbandBioland e.V.14.08.2026

Politik muss sich ressortübergreifend endlich intensiv mit den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung beschäftigen

Der Hitze- und Dürresommer 2026 ist ein dringendes Warnsignal für die Politik zum Gegensteuern, betonen die beiden Verbände.

Der Rekord-Hitzesommer 2026 hinterlässt seine Spuren – vor allem auch in der Landwirtschaft. Vielerorts sind die Ernteerträge mau oder sie bleiben ganz aus. Das Futtermittel wird knapp, Betriebe müssen an ihre Winterreserven und stehen dann vor der Herausforderung, neue Reserven anzulegen. Neben schneller, unbürokratischer Hilfe in Notsituationen braucht es vor allem dringend ein weitsichtiges Handeln der Politik für Klimaschutz und Klima-Anpassung, fordern Bioland und Naturland gemeinsam.

Bioland-Vizepräsidentin Sabine Kabath: „Wir wissen schon lange, dass unsere Lebensgrundlagen akut bedroht sind. Trotzdem war die Klimakrise für viele bislang nicht greifbar. Das ist jetzt anders. Wir spüren sie mit aller Deutlichkeit und sehen, was das bedeutet: Andauernde Hitze führt zu Dürre, zu niedrigen oder gar keinen Erträgen und damit zu einer unsichereren Ernährungsversorgung. Das ist jetzt das dringende Warnsignal zum Gegensteuern! Die Politik muss sich endlich intensiv mit dem Thema befassen. Es ist gut, dass der Umweltminister nun voran geht – andere Ressorts müssen folgen, auch das Agrarministerium, denn die Landwirtschaft ist schon jetzt besonders betroffen. Einerseits brauchen wir ambitionierten Klimaschutz in allen Bereichen, um die Perspektive der Betriebe zu verbessern. Andererseits müssen wir die Landwirtschaft bei der Klimaanpassung unterstützen, zum Beispiel bei der Forschung und Entwicklung von Sorten und Anbausystemen, die für mehr Ertragssicherheit unter den sich verändernden Bedingungen sorgen.“

Naturland-Präsident Eberhard Räder: „Die Landwirtschaft muss widerstandsfähiger gegen Wetterextreme werden – und dafür brauchen wir vielfältige, divers aufgestellte Betriebe. Wer Tierhaltung, Ackerbau, Grünland und verschiedene Kulturen sinnvoll miteinander verbindet, verteilt Risiken und schafft mehr Stabilität. Diese Resilienz muss sich auch in der Gemeinsamen Agrarpolitik widerspiegeln: Die GAP muss gezielter Betriebe fördern, die ihre Bewirtschaftung resilient ausrichten und damit langfristig zur Ernährungssicherheit beitragen. Die Förderung für klimapositive Maßnahmen wie Agroforst müssen ausgebaut, vereinfacht und so ausgestaltet werden, dass sie für mehr Betriebe attraktiv werden. Gleichzeitig wird der Schutz unserer Wasserressourcen angesichts zunehmender Hitze und Dürre immer wichtiger. Hier kommt dem Ökolandbau eine Schlüsselrolle zu, weil er viele schädliche Einträge in unsere Gewässer vermeidet. Auch das muss die Politik honorieren.“

Felix Riecken, Bioland-Landwirt in Großbarkau, Schleswig-Holstein: „Wir erleben eine Dürre katastrophalen Ausmaßes. Was letztes Jahr zu viel an Regen herunterkam, fehlt dieses Jahr und damit auch das Futter. Diese Wetterextreme machen es unglaublich schwierig für uns Landwirte – und sie kosten uns sehr viel Geld. Umso wichtiger ist es, dass wir etwas dagegen tun: Bäume, Sträucher und Hecken in der Landwirtschaft spenden Schatten und halten die Feuchtigkeit besser auf der Fläche. Solche ökologisch-regenerativen Formen der Landwirtschaft begrenzen den Schaden und tragen damit zu einer resilienteren Ernährungsversorgung bei. Der Politik sollte das etwas wert sein und sie sollte die Förderung solcher Maßnahmen attraktiver ausgestalten, damit wir künftig noch viel mehr davon haben.“

Antonia Aller, Naturland-Landwirtin aus Maxsain, Rheinland-Pfalz: „Die extreme Dürre in diesem Sommer zeigt, dass wir wirklich keine Zeit mehr verlieren dürfen, sonst funktionieren irgendwann auch unsere Anpassungskonzepte nicht mehr. Nicht nur, dass die Wiesen braun sind und wir bereits das Winterfutter verfüttern. Auch unsere frisch gepflanzten Agroforstbäume vertrocknen ohne Bewässerung. Es braucht einen gesellschaftlichen Aufschrei, damit die Politik die Bedrohung durch den Klimawandel endlich wieder ernst nimmt.“

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