Pressemitteilungen

Weideprämie vor dem Aus? Bioland setzt auf Kurskorrektur

PresseGesamtverband06.11.2026

Bioland fordert, dass die neuen Öko-Regelungen - darunter die notwendige Weideprämie – wie geplant eingeführt werden.  

Die geplante Rücknahme der bundesweit gesetzlich vorgesehenen Weideprämie und der Öko-Regelung zum Biotopverbund sorgt nach der Anhörung am Mittwoch im Agrarausschuss des Bundestags für erhebliche Kritik von vielen Seiten. Bioland fordert die Abgeordneten und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, die Streichungen aus dem Bürokratierückbau-Gesetz herauszunehmen und die Einführung beider Öko-Regelungen für 2027 sicherzustellen.  

„Eine Förderung erst politisch zu beschließen und sie dann kurz vor dem Start wieder zu kippen, ist ein verheerendes Signal an die landwirtschaftliche Praxis“, erklärt Carolin Pagel, Leiterin Politik bei Bioland. „Die Betriebe brauchen Verlässlichkeit statt politischer Zickzackkurse. Wer Weidehaltung in der Milchviehhaltung möchte, muss sie auch honorieren. Bürokratieabbau darf nicht zum Deckmantel werden, um sinnvolle Umwelt- und Tierwohlleistungen aus der Förderung zu drängen.“ 

Die Anhörung hat deutlich gemacht, was auf dem Spiel steht: Weidehaltung schafft wertvolle Lebensräume, fördert die Artenvielfalt und stärkt das Tierwohl – verursacht für die Betriebe aber auch erhebliche Mehrkosten. Der Anteil der Milchkühe mit Weidezugang ist laut den in der Anhörung vorgetragenen Zahlen von 42 Prozent im Jahr 2009 auf rund 30 Prozent im Jahr 2019 gesunken. Eine bundesweite Weideprämie setzt hier ein wichtiges Signal gegen diesen Trend. Auch die Öko-Regelung zum Biotopverbund schafft gezielte Anreize für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft.  

Dieses Ansinnen findet breite inhaltliche Unterstützung, auch von Landwirtschaftsminister Rainer. Als Begründung für die geplante Rücknahme wird vor allem angeführt, dass die Öko-Regelungen, als Förderinstrument im Kommissionsvorschlag für die GAP ab 2028 nicht mehr vorgesehen sind. „Das ist ein fataler Fehler, denn inzwischen werden in Deutschland auf weit mehr als der Hälfte der Agrarfläche Öko-Regelungen angewendet. Die zu 100 Prozent EU-finanzierten, bundesweiten Öko-Regelungen zeigen Wirkung: EU-Fördergelder kommen direkt auf den Höfen an, Betriebe haben sich darauf eingestellt. Daher setzen wir auf eine Korrektur seitens der EU. Dafür sollte sich die Bundesregierung einsetzen, anstatt in vorauseilendem Gehorsam das Handtuch zu werfen“, so Pagel. 

Auch mit Hinblick auf die GAP ab 2028 liegt die Einführung einer bundesweiten Weideprämie im Interesse der Betriebe. Bioland wird sich weiterhin dafür stark machen.

 

Ihre Ansprechperson

Pressestelle

Pressesprecher Gesamtverband
Leon Mohr

Bioland e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Kaiserstr. 18, 55116 Mainz