Weichen stellen in Würzburg
Weitsichtige Agrarpolitik muss die heimische Landwirtschaft fit für die Zukunft zu machen, betont der Öko-Verband.

Öko-Betriebe vermeiden Nährstoffüberschüsse und verringern Schadstoffeinträge in die Gewässer. Dafür dürfen sie nicht mit zusätzlicher Bürokratie belastet werden.
Anlässlich der anstehenden Agrarministerkonferenz (AMK) ab Mittwoch in Würzburg richtet Bioland einen dringenden Appell an Bund und Länder, die Agrarpolitik verlässlich und mit langfristiger Perspektive aufzustellen. Im Fokus stehen zwei zentrale Stellschrauben für die Landwirtschaft: die Reform des Düngerechts zum Schutz der Gewässer und eine verlässliche Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU.
Bioland-Präsident Jan Plagge betont: „Unsere Gewässer und unsere Höfe stehen gleichermaßen unter Druck. Gute Agrarpolitik muss deshalb beides zusammenbringen: wirksamen Gewässerschutz und verlässliche Rahmenbedingungen für die Betriebe. Ökolandbau ist dabei kein teures Extra, sondern ein Ansatz, der Betriebsmittelabhängigkeit reduziert und die Eigenständigkeit der Höfe stärkt. Beides sind Schlüsselfaktoren für eine zukunftsfähige heimische Landwirtschaft. Wenn die Agrarministerkonferenz daran ein Interesse hat, muss sie jetzt den Hebel umlegen.“
Beim Düngerecht fordert Bioland die konsequente Umsetzung des Verursacherprinzips. Öko-Betriebe kommen mit deutlich weniger externen Betriebsmitteln aus, vermeiden Nährstoffüberschüsse und verringern Schadstoffeinträge in die Gewässer. Jan Plagge: „Wer nachweislich Gewässer schützt, darf dafür nicht mit zusätzlicher Bürokratie belastet werden oder finanzielle Kürzungen hinnehmen müssen. Anstatt Bio-Höfe mit doppelter Bürokratie und pauschalen Auflagen zu belasten, muss die staatliche Öko-Kontrollbescheinigung als unbürokratischer Äquivalenznachweis anerkannt werden. Was gar nicht erst in die Gewässer gelangt, muss nicht später teuer in Wasserwerken aufbereitet werden – das entlastet landwirtschaftliche Betriebe, Behörden und alle, die Trinkwasser nutzen, gleichermaßen.“
Parallel dazu braucht es bei der GAP ein klares Bekenntnis zum Prinzip „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“, fordert Bioland und erteilt Plänen zur Beschneidung kofinanzierungsfreier Umweltbudgets und dem Ausbremsen von Öko-Regelungen eine Absage. „Ein starkes, verlässliches GAP-Budget ist ein Schlüssel zur strategischen Unabhängigkeit Europas: Der Ökolandbau ersetzt fossile Importdünger durch vielfältige Fruchtfolgen und heimische Leguminosen. Damit werden Höfe unabhängiger von internationalen Rohstoffmärkten und widerstandsfähiger gegen Krisen“, betont der Bioland-Präsident.
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