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Technologische Exzellenz im Bioland-Anbau: Obsthof aus Oberschwaben erhält Bundespreis Ökolandbau

Presse, LandwirtschaftBaden-WürttembergBioland e.V.22.01.2026

Agrarminister Alois Rainer überreichte am Donnerstag im Rahmen der Grünen Woche in Berlin den Preis an den Bio-Obsthof Glocker aus Horgenzell. Dieser überzeugte die Jury mit seinen Lösungen für einen besonders nachhaltigen Obstanbau.

Nikolaus Glocker freut sich in Berlin über den Bundespreis. Foto: BMLEH/Photothek.

Wenn visionäre Ideen auf praktisches Handwerk treffen: Im Rahmen der Grünen Woche wurden heute landwirtschaftliche Betriebe geehrt, die Maßstäbe für die Lebensmittelproduktion von morgen setzen. Unter den Preisträgern befindet sich mit dem Bio-Obsthof Glocker auch ein Bioland-Betrieb aus Baden-Württemberg. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer überreichte die prestigeträchtige Auszeichnung persönlich an die engagierte Betriebsleiterfamilie.

„Die Familie Glocker zeigt, wie der Obstbau biologisch und ökonomisch erfolgreich sein kann. Mit ihren Insekten- und Blühstreifen bieten sie zum Beispiel einer überdurchschnittlich hohen Insektenvielfalt einen Lebensraum zwischen ihren Obstbaumbeständen. Im Namen von Bioland gratuliere ich der Familie von ganzem Herzen zum Bundespreis“, sagte Heiko Reinhardt, Landesvorstand von Bioland Baden-Württemberg, anlässlich der Preisverleihung.

Praxistaugliche Methoden für ressourcenschonenden Anbau entwickelt

Auf ihrem Obsthof in Horgenzell bauen Nikolaus, Manuela und Jonas Glocker Äpfel, Birnen, Schwarze Johannisbeeren und Sauerkirschen an. Schon seit 2002 setzen sie auf den Anbau nach Bioland-Richtlinien. Zunächst stellten sie aufgrund der Vermarktungsmöglichkeiten um, doch durch ihr ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Gremien entstand eine starke Überzeugung für den biologischen Anbau. „Wenn ich durch meine Landschaft laufe, sehe wie es dort kreucht und fleucht und wie meine Ideen aufgehen, bestärkt mich das auf meinem Weg“, erklärt Nikolaus Glocker.

Der ehemalige Landesvorstand von Bioland Baden-Württemberg arbeitet in vielen Projekten an neuen, praktikablen Wegen für einen nachhaltigen Obstanbau. Ein solarbetriebener, naturnaher Regenwasserteich sichert die Wasserversorgung in Trockenperioden und dient gleichzeitig als wertvolles Biotop. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee hat er zudem eine Putzmaschine getestet, die Äpfel mit der Regenfleckenkrankheit vermarktungsfähig säubert.

Aufmerksamkeit auf Potenzial und Herausforderungen im Obstbau lenken

Für diese und weitere technische und ökologische Lösungen hat der Obsthof den Bundespreis verliehen bekommen. Dass die Familie ihr Wissen als Leuchtturmbetrieb der Branche an andere Betriebe weitergibt, spielte für die Jury dabei eine wichtige Rolle. „Wir beweisen mit unserem Betrieb, was im Obstbau in Hinblick auf die Biodiversität und ressourcenschonendes Arbeiten möglich ist. Dass unsere vielen Maßnahmen der letzten Jahre nun diese Wertschätzung bekommen, macht mich stolz“, freut sich Nikolaus Glocker. Dabei ist es ihm jedoch wichtig, die Aufmerksamkeit auch auf die Herausforderungen des Obstbaus zu richten.

Neben den inkonsistenten politischen Rahmenbedingungen ist es vor allem die oft unzureichende Kostendeckung, die der Branche zu schaffen macht. Diesen zwei Themen seien sie ausgeliefert, aber zumindest den Herausforderungen im Anbau können sie selbstbestimmt begegnen, meint Nikolaus Glocker. Die schwache Erlössituation hindere aber auch viele Obstbaubetriebe daran, Risiken einzugehen und mehr in den nachhaltigen Obstbau zu investieren. „Wir sind an vielen Stellen noch auf dem Weg und nicht am Ziel. Aber wenn ich jeden Tag aufs Neue überlege, was das Beste für mein Obst und die Natur ist, ergeben sich die Projekte von selbst“, lacht der Preisträger. Auch in Zukunft wird der Obsthof seinen Anbau also optimieren – und den biologischen Obstbau weiter voranbringen.

Hintergrund zum Bundespreis

Der Bundespreis Ökolandbau wird seit 2001 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft verliehen. Er honoriert Betriebe, die mit innovativen Lösungen und besonderem Engagement die ökologische Landwirtschaft weiterentwickeln. Die Sieger erhalten für ihre Leistungen ein Preisgeld von jeweils 12.500 Euro.

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