Riedenburger Brauhaus ausgezeichnet
Das Riedenburger Brauhaus ist mit dem „Goldenen Regenwurm“ 2026 geehrt worden. Im Rahmen der Bioland-Woche im Kloster Plankstetten würdigte der Landesverband Bayern das Engagement der Familie Krieger für die ökologische Landwirtschaft und die enge, gewachsene Partnerschaft mit Bioland.

Familie Krieger, Riedenburger Brauhaus: v.l.n.r. Martha Krieger, Sohn Maximilian mit Frau Katrin Krieger und Michael Krieger. Foto: Elias Treugut
Mut, Konsequenz und gelebte Bio-Partnerschaft
Das Riedenburger Brauhaus erhält den „Goldenen Regenwurm“ 2026. Der Bioland-Landesverband Bayern ehrt damit die Brauerei-Familie Krieger für ihren Einsatz für die ökologische Landwirtschaft , ihren Pioniergeist und die enge, gewachsene Partnerschaft mit Bioland.
Würdigung einer außergewöhnlichen Entwicklung
In ihrer Laudatio hoben Lucia Gruber, Mitglied im Landesvorstand von Bioland Bayern, und der Landesvorsitzende Oliver Alletsee die außergewöhnliche Entwicklung des Riedenburger Brauhauses hervor. Eine Brauerei fest verwurzelt im Altmühltal, geprägt von regionaler Verantwortung und tiefem Respekt vor der Natur. Doch dies allein erkläre nicht den heutigen Erfolg. Es sei der Mut gewesen, neue Wege einzuschlagen.
Der mutige Schritt zur ersten Bio-Brauerei Bayerns
Bereits Mitte der 1990er-Jahre wagten Martha und Michael Krieger einen Schritt, der damals als kühn galt: Sie stellten die Brauerei vollständig auf ökologisches Brauweise um – als erste Brauerei Bayerns zu 100 Prozent Bio. „Das war mutig“, betonte Bioland-Landesvorsitzender Oliver Alletsee in seiner Laudatio. Bioland sei diesen Weg von Anfang an mitgegangen: „Wir haben gemeinsam Lieferketten aufgebaut, zum Beispiel für Bio-Braugerste. Die Entwicklung des Verbandes war immer eng mit der Entwicklung der Brauerei verbunden.“
Foto: Familie Krieger; Foto: Elias Treugut
Schwierige Anfänge und starker Zusammenhalt
Die Entscheidung damals war alles andere als einfach. Der Ausstoß halbierte sich zunächst, Bio-Rohstoffe waren kaum verfügbar, vielerorts überwog Skepsis. „Heute wirkt die Umstellung fast selbstverständlich. Damals war es ein Sprung ins kalte Wasser“, sagte Maximilian Krieger bei der Preisverleihung. Auch Martha Krieger erinnerte an die schwierigen Anfangsjahre – und an den Zusammenhalt: „Die schwierigen Anfänge haben uns zusammengeschweißt. Den Ökolandbau zu den Menschen zu bringen, war unsere gemeinsame Aufgabe und unser Ziel.“
Enge Partnerschaft mit Bioland-Landwirten
Lucia Gruber erinnerte daran, dass Martha und Michael Krieger früh den Kontakt zu Bioland-Landwirtinnen und -Landwirten suchten. Noch vor der Umstellung informierten sie sich auf Bioland-Höfen über die Grundlagen des ökologischen Landbaus. Daraus entstanden langfristige Kooperationen und neue Impulse für den Anbau.
Für die ansässigen Bioland Landwirtinnen und -Landwirte sei das Riedenburger Brauhaus langfristig ein Glücksfall gewesen – als verlässlicher Partner vor Ort, der aus voller Überzeugung biologisch wirtschaftet, langfristige Kooperationen aufbaut und Freude am Experimentieren zeigt. „Dazu braucht es Vertrauen auf beiden Seiten“, betonte Gruber. Alte Getreidesorten wie Emmer oder Einkorn fanden ihren Weg zurück auf die Felder – und in den Sudkessel. „Was euch auszeichnet, ist der Pioniergeist – aber auch das Zusammenspiel und die Nähe zu euren Rohstofflieferanten“, hob Alletsee hervor.
Bioland als Wegbegleiter und Impulsgeber
Für Martha Krieger war und ist Bioland weit mehr als ein Lable auf dem Etikett. Das Riedenburger Brauhaus wäre heute nicht auf diesem erfolgreichen Pfad, „wenn Bioland nicht begleitend zur Seite gestanden wäre. Zusammen sind wir gewachsen und haben in Politik und Gesellschaft vieles bewegt.“ Ihr Dank galt besonders den Bioland-Landwirtinnen und -Landwirten, „die Tag für Tag dafür sorgen, dass unsere Äcker fruchtbar bleiben und unser Brauwasser sauber“.
Neubau: 100 Prozent regenerativer Energie
Foto: Elias Treugut
Mit dem aktuellen Neubau der Brauerei wird dieser Weg konsequent fortgeführt. Sudhaus, Gär- und Lagerkeller sowie die Energieversorgung werden umfassend erneuert. Ziel ist eine Produktion mit 100 Prozent regenerativer Energie – ohne fossile Brennstoffe. „Energieeffizienz und Ressourcenschonung sind keine neuen Themen, sondern die konsequente Weiterentwicklung dessen, wofür Bioland seit Jahrzehnten steht“, sagte Maximilian Krieger. Der Preis gehöre deshalb nicht nur der Brauerei, sondern „allen, die diesen Weg mitgegangen sind“. Und weiter: „Danke für das Vertrauen, danke für die Gemeinschaft. Wir freuen uns auf alles, was noch kommt.“
Feierliche Verleihung im Kloster Plankstetten
Preisverleihung auf der Bioland-Woche; Foto: Sigi Hagl
Biokönigin Annalena Dworschak eröffnete den Abend mit den Worten: „Der „Goldene Regenwurm“ ehrt Menschen, die verstanden haben, dass ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft keine kurzfristige Entscheidung, sondern eine Lebensaufgabe ist – eine Aufgabe, die Geduld, Durchhaltevermögen und Mut verlangt.“
Neben dem Riedenburger Brauhaus wurden in diesem Jahr auch Barbara und Wolfgang Birk vom Arche-Hof Birk im Allgäu sowie Christiane Geiger und Dieter Michler von der Bioland-Wanderschäferei Michler in Adelsberg im Landkreis Main-Spessart ausgezeichnet.
Der „Goldene Regenwurm“ wird traditionell auf der Bioland-Woche im Kloster Plankstetten verliehen. Mit der Auszeichnung ehrt der Bioland Landesverband Bayern jährlich engagierte Mitglieder – und seit 2024 auch verarbeitende Partnerunternehmen –, die sich in herausragender Weise um die Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in Bayern verdient gemacht haben.