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Praxistag zeigt Strategien zur Regulierung des Ackerfuchsschwanzes

LandwirtschaftNordrhein-WestfalenBioland e.V.29.04.2026

Rund 50 Landwirtinnen und Landwirte erhielten am 20. April in zwei Fachveranstaltungen theoretische und praktische Einblicke in Strategien der Unkrautregulierung im Ackerbau.

Bild: Bernhard Rülfing

Rund 50 Landwirtinnen und Landwirte erhielten am 20. April in zwei Fachveranstaltungen theoretische und praktische Einblicke in Strategien der Unkrautregulierung im Ackerbau.

Am Vormittag trafen sich rund 30 Teilnehmende der in der Bioland NRW Geschäftsstelle in Hamm-Süddinker. Eingeladen hatte Ackerbauberater Bernhard Rülfing, der gemeinsam mit seinem Kollegen Jonathan Kern aus Baden-Württemberg durch den Tag führte. Bereits in der Vorstellungsrunde zeigte sich eine vielfältige Gruppe: Neben ökologisch wirtschaftenden Betrieben nahmen auch zwei konventionelle Betriebsleiter teil.

Im Fokus des Vormittags standen Samenunkräuter im Getreidebau, insbesondere Ackerfuchsschwanz, Hederich sowie auf leichteren Böden der Windhalm. Jonathan Kern verdeutlichte die Bedeutung des integrierten Pflanzenschutzes und stellte heraus, dass chemische Maßnahmen darin nur einen sehr kleinen Baustein darstellen.

Ein zentrales Thema war die Fruchtfolge, die sowohl Ursache als auch Lösung für Verunkrautung sein kann. Entscheidend sind ein ausgewogener Wechsel zwischen Winter- und Sommerungen, Blatt- und Halmfrüchten sowie der gezielte Einsatz von Hackfrüchten und Schnittnutzung. Ebenso wurde die Bedeutung von Bodenfaktoren hervorgehoben: Eine feinkrümelige Bodenstruktur im Oberboden fördert beispielsweise die Keimung von Ackerfuchsschwanz.

Kleegras - ein wichtiger Baustein im ökologischen Ackerbau - verbessert die Bodenstruktur, fördert das Bodenleben und trägt zur Zersetzung von Samen bei. Empfohlen wurde eine gezielte Bodenanalyse zur optimalen Etablierung und Düngung dieses „Motors“ des Ökolandbaus. Häufiges Schneiden des Kleegrases kann zusätzlich zur Reduktion von Beikräutern beitragen. Auch die Nutzung über Biogasanlagen oder durch Silierung wurde angesprochen, da in beiden Verfahren Samen zuverlässig zerstört werden.

Weitere Maßnahmen umfassen den Einsatz von Untersaaten im Getreide, die nach der Ernte für ein stabiles Mikroklima sorgen – insbesondere bei reduzierter Bodenbearbeitung. Gleichzeitig wurde betont, dass ein gewisser Anteil an Samen auch zur Ernährung der Biodiversität beiträgt und damit das Bodenleben einen Teil des Samenpotenzials reduziert. Interessant war zudem der Hinweis, dass bereits kurze Lichtimpulse die Keimung von Ackerfuchsschwanz auslösen können, wodurch die Dunkelsaat als mögliche Alternative diskutiert wurde.

Am Nachmittag traf sich eine teils neu zusammengesetzte Gruppe bei der Angenendt Strnad GbR in Drensteinfurt im Winterweizen. Betriebsleiter und Saatguterzeuger Peter Angenendt demonstrierte praxisnah die Umsetzung verschiedener indirekter und direkter Maßnahmen vor rund 50 Teilnehmenden. Neben unterschiedlichen Bodenbearbeitungsverfahren, Sortenwahl und Strategien der Beikrautregulierung wurden auch Maschinen wie Rotorhacke, Präzisionsstriegel, Hackstriegel und Hackmaschine im Einsatz gezeigt. Dabei wurde deutlich, dass die besten Ergebnisse durch die Kombination verschiedener Verfahren erzielt werden.

Zur wirksamen Reduktion des Samenpotenzials müssen viele Stellschrauben gleichzeitig bewegt werden. Nicht alle Maßnahmen zeigen sofort sichtbare Effekte, tragen jedoch langfristig entscheidend zum Erfolg bei. Ein Bestandsumbruch als „Feuerwehrmaßnahme“ kann in Teilflächen notwendig sein. Standardrezepte gibt es nicht – jede Situation erfordert eine standortangepasste Strategie.

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