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Natur wiederherstellen und dabei auf Altbewährtes setzen

Presse, AgrarpolitikGesamtverbandBioland e.V.28.04.2026

Bei den zweiten Aktionswochen für gentechnikfreies Essen informieren die Bündnispartner in zahlreichen Veranstaltungen über die Risiken der Deregulierung der Gentechnik durch die EU.

Der Ökolandbau bietet messbare Mehrwerte für die Natur - und sollte daher beim Nationalen Wiederherstellungsplan eine tragende Rolle spielen. Foto: Bioland / Sonja Herpich

Deutschland geht einen wichtigen Schritt bei der Umsetzung der EU‑Wiederherstellungsverordnung: Das Bundesumweltministerium hat den ersten Entwurf für einen Nationalen Wiederherstellungsplan (NWP) vorgelegt. Mit der am Wochenende gestarteten Öffentlichkeitsbeteiligung haben Verbände, Länder und Betriebe nun die Chance, ihre Erfahrungen einzubringen und den Plan praxisnah weiterzuentwickeln.

Bioland-Präsident Jan Plagge kommentiert: „Die Wiederherstellung der Natur ist richtig und dringend notwendig – sie sichert die Grundlage unserer Landwirtschaft und unseres wirtschaftlichen Erfolgs. Der Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans enthält wichtige Ansätze, muss aber deutlich konkreter und praxisnäher werden. Entscheidend ist, auf Bewährtes aufzubauen: Erfolgreiche Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen aus den Ländern gehören verbindlich in den NWP. Gleichzeitig muss der Plan die Weichen klar in Richtung mehr Ökolandbau stellen – denn Bio verbindet Ernährungssicherung, Naturschutz und Renaturierung besonders wirksam.“

Zahlreiche wissenschaftliche Auswertungen belegen, dass ökologische Bewirtschaftung einen messbaren Mehrwert für Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit, Wasserqualität und Klimaanpassung liefert – zentrale Zielsetzungen der EU‑Wiederherstellungsverordnung. Dazu kommt, dass der Ökolandbau eine etablierte Maßnahme mit eigenen Strukturen ist, die bereits heute großflächig wirkt und deren Erzeugnisse und Produkte immer stärker nachgefragt werden.

Erfolgreiche und wirksame Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM), wie Extensivierung von Grünland oder Ackerland, Gewässerrandstreifen oder vielfältige Kulturen, sollten im Nationalen Wiederherstellungsplan nicht nur erwähnt, sondern gezielt weiterentwickelt, besser finanziert und langfristig abgesichert werden. Nur so entsteht die notwendige Planungssicherheit für die vielen landwirtschaftliche Betriebe, die bereit sind, Verantwortung für Natur und Klima zu übernehmen.

Indes ist die Finanzierung der Maßnahmen zur Umsetzung der WVO bislang weiter unklar. Bioland-Präsident Plagge schlägt vor: „Gemäß dem Prinzip ‚öffentliches Geld für öffentliche Leistungen‘ sollte die neue GAP ab 2027 naturfördernde Agrar- , Umwelt- und Klima-Aktionen mit einer soliden finanziellen Basis ausstatten. Dafür muss die EU nun zunächst die Landwirtschaft mit einem höheren GAP-Budget ausstatten und darin der Umweltförderung einen zentralen Platz einräumen. Nur so können die europäische Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz langfristig erhalten bleiben.“

 

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Bioland e.V.
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Nationaler Wiederherstellungsplan: Bioland fordert mehr Praxisnähe und Ökolandbau | Bioland e.V.