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Hofübergabe im Blick: Bioland gibt Orientierung auf Wintertagung

Presse, LandwirtschaftBaden-WürttembergBioland e.V.21.01.2026

Die Hofübergabe in der Landwirtschaft stellt viele Betriebe vor Herausforderungen. In einem Seminar auf der Bioland-Wintertagung Baden-Württemberg gaben Bioland-Berater einen Überblick über das Vorgehen und Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung.

Wie Unternehmen Werte und Wirtschaftlichkeit verbinden war Thema der Auftaktdiskussion zwischen Martin Weiß (Bioland-Berater), Jannik Wurth(Feldfrisch-badisch GbR) und Desirée Grießhaber-Vetter (Metzgerei Grießhaber) auf der Wintertagung.

Wie gelingt eine erfolgreiche Hofübergabe? Das war eines der Schwerpunktthemen der Bioland-Wintertagung Baden-Württemberg am 20. und 21. Januar 2026 in Bad Boll. Mit dem Renteneintritt der Babyboomer stehen viele landwirtschaftliche Betriebe vor einem Generationenwechsel. Für die komplexe Hofübergabe ist ein gut strukturiertes Vorgehen entscheidend. Der Bioland Beratungsdienst begleitet pro Jahr rund 40 baden-württembergische Betriebe dabei, einen klaren Fahrplan für den Prozess zu entwickeln.

„Das Wichtigste, was man zur Hofübergabe verstehen muss: Sie braucht ihre Zeit und es lohnt sich, frühzeitig damit anzufangen“, eröffnete Bioland-Berater Matthias Becker das Seminar auf der Wintertagung. Doch oft fällt es Betrieben schwer, den Prozess verbindlich anzustoßen. Das Seminar bot daher einen niederschwelligen Einstieg in das Thema. Zum Auftakt gab Matthias Becker einen Überblick über das Vorgehen. Dazu stellte er den Teilnehmenden zentrale Fragen, die es zunächst zu klären gilt: Wie ist die aktuelle finanzielle Situation des Hofs? In welchen Beziehungen stehen die Beteiligten zueinander? Was sind die Ziele und wie soll der Hof in Zukunft aussehen?

Kommunikation ist Schlüssel zum Erfolg

Im zweiten Teil des Seminars tauchten die interessierten Landwirtinnen und Landwirte in die betriebswirtschaftlichen Zahlen ein. Dabei betonte Matthias Becker: „Eine Hofübergabe ist in erster Linie ein Familienvorhaben, in dem sich alle wiederfinden sollen – und kein Steueroptimierungsprojekt.“ Um alte und neue Betriebsleitungen zu entlasten, müsse die gesamte Familie beim Vertragsabschluss ein gutes Gefühl haben. Alle Beteiligten mit ihren Interessen an einen Tisch zu bringen, ist daher ein zentraler Bestandteil des Prozesses.

Die eigenen Erwartungen zu erkennen und zu kommunizieren, gehört allerdings zu den größten Herausforderungen für die Betriebe. In der letzten Stunde des Seminars reflektierten die Teilnehmenden daher in Gruppen ihre Bedürfnisse. Dabei ging es auch darum, wie sie den Generationenwechsel erleben, was sie von ihren Angehörigen brauchen und wie sie mit Konflikten umgehen. „Die Hofübergabe eröffnet großes Entwicklungspotenzial – für den Betrieb und für die Menschen, die ihn gestalten“, unterstreicht Bioland-Beraterin Birgit Esslinger die Bedeutung der Selbstreflektion.

Um Konflikten vorzubeugen, empfehlen die beiden Experten mindestens einen Termin mit einer externen Beratung. Die Berater fungieren dabei als Moderatoren des Prozesses und Vermittler zwischen allen Beteiligten. Als Fachexperten unterstützen sie zudem beim rechtlichen Rahmen, der Altersvorsorge der Übergeber und den Betriebskonzepten der jungen Generation. Weitere Themen der Wintertagung vermittelten den potenziellen Hofnachfolgern das nötige Fachwissen für eine künftige Betriebsleitung. Neben Seminaren zur Betriebsentwicklung standen auch Acker- und Gemüsebau, Tierhaltung, Direktvermarktung und Umwelt/Klima auf dem Programm.

Bewährte und neue Kräfte in den Landesvorstand gewählt

Im Vorfeld der Wintertagung fand am 19. Januar 2026 die Landesmitgliederversammlung des Bioland Landesverband Baden-Württemberg statt. Bei den Vorstandswahlen wurde Wolfgang Markowis in seinem Amt als Landevorsitzender bestätigt. Marcus Arzt verabschiedete sich unter großem Applaus nach 12 Jahren aus dem Landesvorsitz, bleibt dem Landesverband jedoch als Mitglied des erweiterten Vorstands erhalten. Das Amt des zweiten Landesvorsitzenden bleibt vorerst unbesetzt; Hans Peter Maier (bisher erweiterter Vorstand) wurde als fünftes Mitglied in den geschäftsführenden Vorstand gewählt. Neues Mitglied im erweiterten Vorstand ist Salome Bruder, sie rückt für den nicht mehr angetretenen Nikolaus Glocker nach. Karin Maier, Heiko Reinhardt (beide geschäftsführender Vorstand) und Sabine Herz (erweiterter Vorstand) wurden in ihrem Amt bestätigt, die Amtszeit von Ralf Bund (geschäftsführender Vorstand), Helmut Voltz und Norbert Steidle (beide erweiterter Vorstand) dauert noch an. „Vielen Dank für die großartige Zusammenarbeit der vergangenen Jahre. Ich freue mich, auch in Zukunft unser Bioland in Baden-Württemberg gemeinsam mit allen Mitgliedern sowie alten und neuen Vorständen voranzubringen“, sagte Wolfgang Markows zum Abschluss der Versammlung.

Die neue Zusammensetzung des Bioland Baden-Württemberg Vorstand (von links): Sabine Herz, Salome Bruder, Helmut Voltz, Heiko Reinhardt, Ralf Bund, Marcus Arzt, Karin Maier, Wolfgang Markowis (Landesvorsitzender), Christoph Zimmer (Landesgeschäftsführer) und Hans Peter Maier. Es fehlt: Norbert Steidle. Foto: Bioland e.V.

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