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Gradhof in Kösching für erfolgreiche Umstellung auf Bio ausgezeichnet

PresseBayernBioland e.V.08.07.2026

Stefanie u. Peter Riegg aus Kösching wurden auf dem Umweltfestival in Berlin Anfang Juni mit dem NABU-Förderpreis „Gemeinsam Boden gut machen“ ausgezeichnet. Die konsequente Verbindung von Bodenaufbau, Biodiversitätsförderung und naturnaher Tierhaltung überzeugte die Jury.

Peter und Stefanie Riegg übernahmen 2020 den Betrieb in Kösching und stellten erfolgreich auf Bio um. Foto: Gradhof

Förderpreis „Gemeinsam Boden gut machen“ 2026

Der konsequente Schritt in den Ökolandbau

Der Gradhof befindet sich seit vielen Generationen im Besitz von Stefanie Rieggs Familie. Als sich im Frühjahr 2020 unerwartet die Frage stellte, wer den Betrieb weiterführen würde, entschieden sich Stefanie und Peter Riegg, die Verantwortung zu übernehmen. Von Beginn an war für das Ehepaar klar: Wenn sie den Gradhof weiterführen, dann ökologisch.

Ab Mai 2021 begannen sie damit, die zuvor konventionell bewirtschafteten Flächen schrittweise auf Biolandbau umzustellen. Wo früher vor allem Zuckerrüben angebaut wurden, wachsen heute Winterweizen, Winter- und Sommerhafer, Dinkel, Körnermais und Soja. Ergänzt wird der Betrieb durch eine Pensionspferdehaltung mit rund 35 Pferden, darunter 30 Pensionspferde, sowie durch Streuobstflächen, die seit 2020 aufgebaut werden.

Doch die Umstellung auf den Ökolandbau war für die beiden weit mehr als ein Wechsel der Bewirtschaftungsweise. Die zentrale Herausforderung sehen sie darin, Naturschutz und Landwirtschaft miteinander zu verbinden und die Flächen auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Bodenfruchtbarkeit als Grundlage

Bereits in den ersten Jahren wurde deutlich, wie stark die jahrzehntelange intensive Bewirtschaftung ihre Spuren hinterlassen hatte. Trotz hervorragender ackerbaulicher Voraussetzungen fanden die Rieggs verdichtete Böden bis in tiefe Schichten vor. Das Bodenleben war stark beeinträchtigt, Insekten waren kaum zu finden.

Bodenverdichtung vor der Umstellung; Foto: Stefanie Riegg

Auf der Suche nach Lösungen stießen sie auf das Dammkultursystem nach Julian Turiel. Bereits 2021 investierten sie in die notwendige Technik und begannen, ihre Flächen entsprechend zu bewirtschaften. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Verdichtungen konnten aufgebrochen werden, die Bodenstruktur verbesserte sich deutlich, und Regenwürmer kehrten auf die Felder zurück.

Nach der Umstellung auf dem Gradhof: Dammkultur Dinkel; Foto: Stefanie Riegg

Mehr Raum für Artenvielfalt

Die Förderung der Biodiversität ist für Stefanie und Peter Riegg eine echte Herzensangelegenheit. In den vergangenen Jahren haben Sie mehr als 250 Bäume und Sträucher gepflanzt, darunter Edelkastanien, Nussbäume sowie zahlreiche Streuobstgehölze. Die Gehölzstrukturen schaffen Lebensräume, Nahrungsquellen und Rückzugsorte für zahlreiche Tierarten.

Auch die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland gehört zu ihrem Konzept. Von den insgesamt mehr als 85 Hektar Ackerfläche wurden inzwischen rund 16 Hektar im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms als Wiesen angelegt. Ein Teil dieser Flächen wird durch die Pferde beweidet.

Landwirtschaft und Naturschutz zusammendenken

Dass Naturschutz auf dem Gradhof nicht nur ein Schlagwort ist, zeigt sich auch an vielen kleineren Maßnahmen. Seit 2023 fördern die Rieggs gezielt gefährdete Ackerwildkräuter. Aktuell arbeiten sie an der Etablierung von Agroforstsystemen und weiteren Maßnahmen zum Wasserrückhalt, darunter die Anlage einer Flachmulde. Damit sollen die Flächen besser an zunehmende Wetterextreme angepasst und gleichzeitig neue Lebensräume geschaffen werden. Erste Erfolge dieser Entwicklung zeigen Beobachtungen von Kiebitz und Bekassine auf den Flächen des Betriebs.

Die Jury des Förderpreises hob insbesondere die konsequente Verbindung von Bodenaufbau, Biodiversitätsförderung und naturnaher Tierhaltung hervor. Stefanie und Peter Riegg bewirtschaften nicht nur Flächen, sie gestalten Landschaft. Bioland Bayern gratuliert herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung.

Zum Förderpreis

Die Preisträger*innen „Gemeinsam Boden gut machen“ 2026; Foto: NABU/ Sebastian Hennigs

Bereits zum elften Mal wurden im Rahmen des Projekts „Gemeinsam Boden gut machen“ die Förderpreise verliehen. Der Preis, der von NABU, der Alnatura Bio-Bauern-Initiative, der REWE Group und weiteren Partnern vergeben wird, würdigt landwirtschaftliche Betriebe, die mit ihrer Umstellung auf den Ökolandbau einen besonderen Beitrag zu Bodenschutz, Artenvielfalt und nachhaltiger Landbewirtschaftung leisten.

Aktuell läuft bereits die Bewerbungsrunde für 2027. Bewerben kann sich, wer seinen gesamten landwirtschaftlichen Betrieb neu auf ökologische Bewirtschaftung umstellt oder seinen Ökobetrieb um mindestens 30 Prozent erweitert. Der Betrieb muss sich einem in Deutschland ansässigen Bio-Anbauverband anschließen. Gefördert werden können auch Betriebe, die am Hof Verarbeitung und Vermarktung betreiben – einschließlich Restauration oder Urlaub am Bauernhof. Ausführliche Infos finden sich auf www.nabu.de/gbgm

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