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Gegen den „Informations-Blackout“ auf dem Teller

Presse, AgrarpolitikGesamtverbandBioland e.V.20.04.2026

Bioland und 51 weitere Organisationen fordern vollen Schutz der Wahlfreiheit bei Neuer Gentechnik.

Am Dienstag stimmt der EU-Ministerrat über das Gesetz zur Neuen Gentechnik bei Pflanzen (NGT) ab. Während diese Abstimmung eher formalen Charakter hat, geht es voraussichtlich am 19. Mai in die finale Abstimmung im Europaparlament. Der aktuelle Gesetzentwurf würde die Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher massiv beschränken. Bioland fordert gemeinsam mit 51 weiteren europäischen Organisationen, die lückenlose Transparenz beim Einsatz von Gentechnik zu erhalten. Nur so können Bürgerinnen und Bürger weiterhin wissen, was sie essen, so das Bündnis, das sich unter dem Namen „Blacked Out Ingredients“ zusammengefunden hat.

Bioland-Politikleiterin Carolin Pagel unterstreicht: „Transparente, sichere Lebensmittel waren bislang ein Aushängeschild des EU-Binnenmarktes. Mit dem neuen Gentechnik-Gesetz würden wir diesen Wettbewerbsvorteil aufgeben – zugunsten einer Technologie, von der wir gar nicht wissen, ob sie die vielen Heilsversprechen überhaupt halten kann. Die Abstimmung über das Gesetz ist also entscheidend dafür, ob bewährte europäische Transparenzstandards erhalten bleiben oder abgebaut werden, um Agrarkonzernen neue Marktchancen zu eröffnen. Wir fordern nachdrücklich, dass die Interessen von Verbraucher*innen, bäuerlichen und züchterischen Betrieben über Konzerninteressen gestellt werden.“

Im Zentrum der Kritik des Bündnisses steht die geplante Deregulierung für sogenannten Neue Genomische Techniken (NGT). Der Gesetzes-Entwurf sieht vor, Pflanzen der Kategorie 1 – was etwa 94 Prozent aller NGT-Pflanzen entspricht – künftig von der bislang verpflichtenden Risikobewertung, Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung auszunehmen. Nach der formalen Bestätigung im Rat am Dienstag wird der Entwurf dem Europäischen Parlament zur finalen Plenarabstimmung vorgelegt. Bioland appelliert an die EU-Abgeordneten, am 19. Mai gegen die Aufweichung der Kennzeichnungspflicht und damit für den Erhalt des Vorsorgeprinzips zu stimmen.

Über die Kampagne „Blacked-Out Ingredients

Die internationale Initiative wird von der Biodynamischen Föderation Demeter International koordiniert und vereint 52 Organisationen aus 18 Ländern. Sie setzt sich für die lückenlose Kennzeichnung aller gen-editierten Lebensmittel ein und verteidigt die Wahlfreiheit in der europäischen Land- und Lebensmittelwirtschaft.

 

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Informations-Blackout verhindern: Bioland fordert Kennzeichnungspflicht für Neue Gentechnik | Bioland e.V.