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Fünf Bioland-Betriebe zeigen, wie erfolgreiche Umstellung auf Bio gelingt

Presse, VerbandGesamtverbandBioland e.V.08.06.2026

Förderpreis „Gemeinsam Boden gut machen“ auf dem Umweltfestival in Berlin verliehen.

Die fünf ausgezeichneten Bioland-Betriebe beim Umweltfestival in Berlin, wo sie ihre Ehrungen entgegennahmen. Foto: NABU/Sebastian Hennings

Fünf Bioland-Betriebe sind am Samstag auf dem Umweltfestival in Berlin für ihre erfolgreiche Umstellung auf ökologischen Landbau ausgezeichnet worden. Die Ehrung erfolgte im Rahmen des Förderpreises „Gemeinsam Boden gut machen“, einer Initiative von NABU, der Alnatura Bio-Bauern-Initiative, der REWE Group und weiteren Partnern. Gewürdigt wird damit das Engagement der Betriebe für mehr Nachhaltigkeit, Bodenschutz und Artenvielfalt.

„Hinter jedem neuen Bio-Betrieb stehen Menschen, die mit viel Überzeugung, Leidenschaft und auch einer Portion Mut und Entschlossenheit den Schritt in den Ökolandbau gewagt haben. Der Umstellungsprozess bedeutet für die Betriebe erstmal eine Belastung, in die viel Zeit, Arbeit und Investitionen fließen. Daher ist es umso schöner, dass dieser Preis die Möglichkeit bietet, den Betrieben etwas zurückzugeben. Und natürlich ist das nicht alles: Denn ist die Umstellung auf Bio einmal abgeschlossen, stellt sich bei vielen schnell das besondere Gefühl ein, mit der täglichen Arbeit nicht nur hochwertige Lebensmittel zu erzeugen, sondern dabei auch zum Erhalt langfristig fruchtbarer Böden, sauberer Gewässer und florierender Artenvielfalt beizutragen“, unterstreicht Bioland-Vizepräsidentin Sabine Kabath.

Fünf Bioland-Betriebe aus vier Bundesländern ausgezeichnet

Gleich fünf Bioland-Betriebe freuen sich in diesem Jahr über die Auszeichnung im Rahmen von „Gemeinsam Boden gut machen“. Die Begründungstexte der Jury heben hervor, wie unterschiedlich die Betriebskonzepte und die damit verbundenen Herausforderungen im Umstellungsprozess waren:

Busch GbR aus Kreuzau, Nordrhein-Westfalen

Familie Busch verbindet landwirtschaftliche Produktion mit einem besonderen Engagement für Natur- und Klimaschutz. Im Naturschutzgebiet „Drover Heide“ trägt der Betrieb durch die Beweidung mit Rindern und Ziegen zum Erhalt wertvoller Heide- und Magerrasenflächen bei. Gemeinsam mit Partnern wie NABU, der Biologischen Station Kreis Düren und der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft werden Lebensräume für seltene Arten wie Heidelerche, Ziegenmelker und Laubfrosch gesichert. Auf den Flächen fördern Blühstreifen, Brachen, Zwischenfrüchte und Leguminosen die Biodiversität, während humusfördernde Fruchtfolgen und eine bodenschonende Bewirtschaftung die Bodenfruchtbarkeit stärken. Zusätzliche Lebensräume schafft eine wiederbelebte Streuobstwiese mit altem Baumbestand und Totholzhaufen. Eine klimafreundliche Energieversorgung sowie Direktvermarktung, Hofführungen und Bildungsangebote runden das nachhaltige Betriebskonzept ab.

Montlerei aus Bad Dürrheim, Baden-Württemberg

Die Montlerei von Daniel Montel hat sich innerhalb weniger Jahre von einer Hobbylandwirtschaft zu einem vielseitigen Bio-Vollerwerbsbetrieb entwickelt. Mit rund 36 Hektar und einer breiten Palette an Kulturen setzt die Familie konsequent auf regenerative Anbaumethoden, geschlossene Nährstoffkreisläufe und eine hohe Kulturvielfalt. Besonders hervorzuheben ist das ganzheitliche Betriebskonzept: Von der eigenen Jungpflanzenanzucht über den Anbau seltener Sorten bis hin zur Direktvermarktung und Belieferung regionaler Spitzenrestaurants schaffen sie eine hohe regionale Wertschöpfung. Agroforstsysteme, Blühstreifen, Hecken und weitere Lebensraumstrukturen fördern gezielt die Biodiversität. Auch über den eigenen Betrieb hinaus engagiert sich Daniel Montel für Natur- und Umweltschutz. Mit Bildungsangeboten, Hofführungen und regionalem Engagement macht die Familie ökologische Landwirtschaft erlebbar.

Acker-Kratzdistel eG aus Sophienhamm, Schleswig-Holstein

Auf vier Hektar bewirtschaftet die Acker-Kratzdistel eG eine große Vielfalt an Gemüse- und Kräuterkulturen und setzt dabei konsequent auf eine bodenschonende Bewirtschaftung sowie den Aufbau langfristig fruchtbarer Böden. Besonders hervorzuheben ist das ganzheitliche Betriebskonzept, das ökologische Erzeugung mit einer starken regionalen Verankerung verbindet. Zahlreiche Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität, der ressourcenschonende Umgang mit Wasser und Energie sowie der geplante Ausbau erneuerbarer Energien unterstreichen den hohen Anspruch an eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Durch die Vermarktung im Rahmen der Solidarischen Landwirtschaft werden Verbraucherinnen und Verbraucher unmittelbar in die Lebensmittelproduktion eingebunden. Gemeinschaftliche Ernteanteile, flexible Beitragsmodelle sowie regelmäßige Hoffeste und Bildungsangebote stärken den Zusammenhalt und fördern das Bewusstsein für die ökologische Landwirtschaft.

Gradhof aus Kösching, Bayern

Stefanie und Peter Riegg bewirtschaften den Gradhof in Kösching seit 2020 schrittweise nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus. Durch die Einführung der Dammkultur konnte die Bodenstruktur deutlich verbessert und das Bodenleben gestärkt werden. Auf bisher wenig produktiven Flächen pflanzten die Betriebsleiter mehr als 250 Bäume und Sträucher, darunter Streuobst-, Nuss- und Edelkastanienbäume. Geplante Wasserstellen und Agroforststreifen sollen zusätzliche Lebensräume schaffen, die Artenvielfalt fördern und zur Speicherung von Kohlenstoff beitragen. Ein naturnah geführter Pensionspferdebetrieb sowie die Beweidung von Grünland mit Rindern ergänzen das Betriebskonzept. Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, unter anderem in der Ökomodellregion Stadt.Land.Ingolstadt, stärkt der Gradhof die Verbindung von Landwirtschaft, Naturschutz und Bildungsarbeit.

Bioland-Betrieb Feiertag aus Hornberg, Baden-Württemberg

Im Schwarzwald setzt das Paar Feiertag mit Milchvieh, Rindern und Legehennen auf eine nachhaltige und standortangepasste Landwirtschaft nach den Bioland-Richtlinien. Besonders hervorzuheben ist der innovative Kompostierungsstall, der auf den mageren und sauren Böden der Region eine zentrale Rolle für die Bodenfruchtbarkeit spielt. Durch die Kompostierung der Einstreu entsteht hochwertiger Humus, der auf den Grünlandflächen ausgebracht wird und einen weitgehend geschlossenen Nährstoffkreislauf ermöglicht. Gleichzeitig sorgen eine ressourcenschonende Bewirtschaftung, kurze Transportwege und die Nutzung eigener Waldressourcen für eine klimafreundliche Produktion. Streuobstbestände, Blumenwiesen, Hecken, Randflächen und Feuchtbiotope schaffen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Mit der aktiven Förderung der Biodiversität und einer konsequent regional ausgerichteten Wirtschaftsweise zeigt die Familie Feiertag eindrucksvoll, wie sich ökologische Landwirtschaft, Naturschutz und regionale Verantwortung erfolgreich miteinander verbinden lassen.

Zum Förderpreis

Bereits zum elften Mal wurden im Rahmen des Projekts „Gemeinsam Boden gut machen“ die Förderpreise verliehen. Aktuell läuft bereits die Bewerbungsrunde für 2027. Bewerben kann sich, wer seinen gesamten landwirtschaftlichen Betrieb neu auf ökologische Bewirtschaftung umstellt oder seinen Ökobetrieb um mindestens 30 Prozent erweitert. Der Betrieb muss sich einem in Deutschland ansässigen Bio-Anbauverband anschließen. Gefördert werden können auch Betriebe, die am Hof Verarbeitung und Vermarktung betreiben – einschließlich Restauration oder Urlaub am Bauernhof. Ausführliche Infos finden sich auf www.nabu.de/gbgm

Einblicke der Verleihung: www.NABU.de/pressebilder_gbgm

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Pressesprecher Gesamtverband
Leon Mohr

Bioland e.V.
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