Spitzenleistung aus Niedersachsen: Bioland-Betrieb aus dem Wendland erhält Bundespreis Ökolandbau

Kerstin Hintz, Sören und Veronika Obermayer (Bild: Kerstin Hintz)
Spitzenleistung aus Niedersachsen
Berlin, 22. Januar 2026. Wenn visionäre Ideen auf praktisches Handwerk treffen: Im Rahmen der Grünen Woche wurden heute landwirtschaftliche Betriebe geehrt, die Maßstäbe für die Lebensmittelproduktion von morgen setzen. Unter den Preisträgern ist der Bioland-Hof Obermayer aus Niedersachsen. Er zeigt, wie eine grundlegende Neuausrichtung eines landwirtschaftlichen Betriebs gelingen kann.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer persönlich überreichte Veronika und Sören Obermayer aus Clenze die prestigeträchtige Auszeichnung. Innerhalb weniger Jahre baute das Paar einen konventionellen Schweinemastbetrieb in eine moderne Bio-Ziegenhaltung mit eigener Käserei um. Besonders den Tieren kommt das neue Konzept zugute: Die Kitze dürfen zehn Wochen lang bei ihren Müttern bleiben weit oberhalb der Vorgaben.
Das Betriebskonzept basiert auf konsequenter Regionalität. Alle Erzeugnisse, vom Ziegenkäse bis hin zu Lassi im eigenen Glas-Pfandsystem, werden in einem Radius von maximal 30 Kilometern vermarktet. Die Obermayers sind zudem fest in der lokalen Gemeinschaft verwurzelt, kooperieren mit Schulen und beteiligen sich an Kulturfestivals, was den Hof zu einem echten Identifikationspunkt in der Region macht.
„Dieser Betrieb beweist eindrucksvoll: Wahre Resilienz wächst aus einem gelungenen Generationenwandel, mit neuen Ideen und einem konsequent umgesetzten Konzept. Dass hier im Kleinen die Zukunft gesichert wurde, macht den Hof zu einem unverzichtbaren Vorbild und Bildungsort für eine junge und moderne Bio-Landwirtschaft“, sagt Kerstin Hintz, Geschäftsführerin des Bioland Landesverbandes Niedersachsen/Bremen.
Weiterer Bioland-Betrieb ausgezeichnet
Neben dem niedersächsischen Betrieb findet sich ein weiterer Bioland-Betrieb unter den Preisträgern. Der Bio-Obsthof Glocker aus Baden-Württemberg wurde für seine technologische Exzellenz im Bio-Apfelbau ausgezeichnet.
Der Familienbetrieb von Nikolaus, Manuela und Jonas Glocker in Horgenzell hat sich über 25 Jahre hinweg zu einem technologischen Vorreiter entwickelt. Ihr Ansatz des „vorbeugenden Pflanzenschutzes“ beginnt direkt im Boden: Mit eigens entwickelten Maschinen wird Mulch aus Luzerne und Kleegras verteilt, um das Bodenleben zu aktivieren und die Bäume zu stärken.
Die Jury hob besonders das ganzheitliche Ressourcenmanagement hervor. Ein solarbetriebener, naturnaher Speicherteich sichert die Wasserversorgung in Trockenperioden und dient gleichzeitig als wertvolles Biotop. Dass dieser Weg Früchte trägt, belegen wissenschaftliche Daten: Forschende der Uni Hohenheim fanden in den Anlagen des Betriebs eine um 50 Prozent höhere Insektenvielfalt als auf herkömmlichen Vergleichsflächen. Mit dem Markenzeichen „Biostars“ treibt Glocker zudem die Verbreitung robuster, schorfwiderstandsfähiger Apfelsorten voran.
„Die heute ausgezeichneten Betriebe zeigen eindrucksvoll, welche Antworten der Ökolandbau auf die drängenden Fragen unserer Zeit liefert. Ob durch technologische Pionierarbeit im Obstbau oder die mutige Transformation eines Mastbetriebs hin zu regionalen Kreisläufen – diese Landwirte beweisen, dass ökologische Konsequenz und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen“, erklärt Bioland-Präsident Jan Plagge anlässlich der Preisverleihung.
Hintergrund zum Bundespreis
Der Bundespreis Ökolandbau wird seit 2001 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft verliehen. Er honoriert Betriebe, die mit innovativen Lösungen und besonderem Engagement die ökologische Landwirtschaft weiterentwickeln. Die diesjährigen Bioland-Sieger erhalten für ihre Leistungen ein Preisgeld von jeweils 12.500 Euro.
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