4 Bioland-Umsteller mit Förderpreis ausgezeichnet
Der Preis „Gemeinsam Boden gut machen“ wird jährlich vom NABU, der Alnatura Bio-Bauern-Initiative, der REWE Group sowie weiteren beteiligten Partnern und Unterstützern verliehen.

Wer seinen Betrieb auf Ökolandbau umstellt, braucht dazu Entschlossenheit, einen sorgfältig ausgearbeiteten Plan und auch eine gute finanzielle Grundlage. Während ersteres vom Betrieb selbst kommen muss, helfen bei der Planung – im Fall von Bioland – die Bioland-Umstellungsberater. Für eine willkommene Finanzspritze sorgen Förderpreise wie „Gemeinsam Boden gut machen“, der vom NABU, der Alnatura Bio-Bauern-Initiative, der REWE Group sowie weiteren beteiligten Partnern und Unterstützern jährlich verliehen wird. 4 Neu-Bioländer sind am Samstag auf dem Alnatura-Campus Darmstadt damit ausgezeichnet worden.
„Wer auf Ökolandbau umstellt, tut das nicht aus einer Laune heraus. Dahinter steht die Überzeugung, dass ich mit meiner Art, Landwirtschaft zu betreiben, zum Erhalt der Lebensgrundlagen beitrage“, sagt Jonas Dörr, Geschäftsführer Bioland-Landesverband RLP/SL, der in Darmstadt den Bioland-Betrieben gratulierte. „Die Umstellung bringt tiefgreifende Änderungen in allen betrieblichen Bereichen mit sich. Das gilt besonders für Bioland-Betriebe, denn sie müssen alle Betriebszweige nach den strengen Bioland-Richtlinien bewirtschaften. Spätestens nach Abschluss der Umstellung wird man aber mit dem guten Gefühl belohnt, Lebensmittel auf eine besonders naturnahe Weise zu produzieren, die Rücksicht auf Mensch, Tier und Umwelt nimmt.“
Bioland-Preisträger: 2 X BaWü, 1 X RLP, 1 X Hessen
Gleich vier Bioland-Betriebe aus drei Bundesländern freuen sich über die Auszeichnung in diesem Jahr. Hier in der Übersicht mit den Begründungstexten der Jury:
Marlies und Walter Schlepper
65344 Eltville-Martinsthal, Hessen
Betriebsschwerpunkt: Weinbau
Das Weingut Engelmann-Schlepper liegt im südhessischen Eltville-Martinsthal und bewirtschaftet 7 ha Weinberge. Der Fokus des Betriebes liegt auf der Direktvermarktung, die durch ein Gästehaus ergänzt wird. Dieses wird ab 2024 ebenfalls nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet. Die Betriebsleiter Marlies und Walter Schlepper arbeiten schon heute mit der nachfolgenden Generation zusammen und begeistern sich gemeinsam für nützlingsfördernde Rebgassenbegrünung, den Einsatz pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (PIWIs) sowie den fachlichen Austausch mit Studierenden der Hochschule Geisenheim, die den Betrieb vor allem während der Ernte unterstützen. Der Betrieb Engelmann-Schlepper hat das Fachgremium von gBgm auf ganzer Linie überzeugt.
Frieda Größel
54552 Darscheid, Rheinland-Pfalz
Betriebsschwerpunkt: Milchvieh und Ackerbau
Der 85 ha große Milchviehbetrieb Hof Darscheid GbR liegt in Rheinland-Pfalz in der Vulkaneifel. Etwa zu gleichen Teilen gehören gut arrondierte Acker- und Grünlandflächen zum Betrieb, die eine gute Ausgangssituation für die zukünftige Betriebsentwicklung – die Haltung von Zweinutzungsrindern - bieten. Die drei Betriebsleiter haben die Aufgaben optimal nach ihren Kompetenzen verteilt und arbeiten gemeinsam an einem sehr schlüssigen Vermarktungskonzept aus den Bausteinen: Direktvermarktung, Vermarktung an Naturkosthandel sowie an die regionale Gastronomie. Aufgrund der aktuellen Situation auf den Ackerflächen und der Hofstelle nach Übernahme des Betriebes durch die GbR soll das Preisgeld in den Aufbau von Agroforst-Maßnahmen sowie in die Begrünung der Hofstelle fließen.
Annette und Siegbert Vogt
74939 Zuzenhausen, Baden-Württemberg
Betriebsschwerpunkt: Ackerbau
Der familiengeführte Betrieb Vogt GbR gehört zu den jungen Bioland-Leuchtturmbetrieben und befindet sich in Baden-Württemberg am Rande des Kraichgaus. Hier bewirtschaften Vater Siegbert Vogt und seine Tochter Annette Vogt einen 117ha großen Ackerbau-Betrieb mit einer breiten Kulturvielfalt, einem besonderen Augenmerk auf bodenschonende Bewirtschaftungsverfahren sowie großem Einsatz für den Erhalt und die Pflege von Strukturelementen wie Hecken und Säumen. Neben der Landwirtschaft führt Siegbert Vogt ein Lohnunternehmen und ist im Wasser und Bodenverband aktiv, wodurch er in der gesamten Region gut vernetzt ist. Mit Annette Vogt als angehende Landwirtschaftsmeisterin ist die Hofnachfolge gesichert und auch weitere Familienmitglieder engagieren sich aktiv in den täglichen Betriebsabläufen.
Christiane Kretzer
88299 Leutkirch im Allgäu, Baden-Württemberg
Betriebsschwerpunkt: Milchvieh
Der Betrieb Kretzer GbR bewirtschaftet 18 ha Grünland, teilweise mit Streuobstwiesen im Allgäu. Die Betriebsleiterin Christiane Kretzer baut an diesem Standort gemeinsam mit ihrer Familie einen Schafmilch-Betrieb auf, der sich neben der reinen Produktion hochwertiger Molkereierzeugnisse vor allem der Landschaftspflege verschrieben hat. Dazu gehören die Pflege von Moorflächen, extensiven Weiden aber auch, durch die umfangreiche Anlage von Streuobstwiesen, der Erhalt der genetischen Vielfalt durch regionaltypische Streuobstsorten. Im Zuge der Erweiterung der Schafherde ist auch eine umfangreiche Flächenpflege möglich, so dass dieses vorbildliche Zusammenspiel zwischen Produktion, Tierwohl und Biodiversitätsförderung weiter in die Fläche getragen wird.
Informationen zum Förderpreis
Bereits zum neunten Mal wurden im Rahmen des Projekts „Gemeinsam Boden gut machen“ die Förderpreise verliehen. Aktuell läuft bereits die Bewerbungsrunde für 2025. Bewerben kann sich, wer seinen gesamten landwirtschaftlichen Betrieb neu auf ökologische Bewirtschaftung umstellt oder seinen Ökobetrieb um mindestens 30 Prozent erweitert. Der Betrieb muss sich einem in Deutschland ansässigen Bio-Anbauverband anschließen. Gefördert werden können auch Betriebe, die am Hof Verarbeitung und Vermarktung betreiben –einschließlich Restauration oder Urlaub am Bauernhof. Ausführliche Infos finden sich auf www.nabu.de/gbgm
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