Unverpacktbranche gründet Genossenschaft
Gemeinsam mit sechs Unverpacktläden hat der Branchenverband Unverpackt die ENKO Handel eG gegründet. Sie setzt sich für faire Lieferketten und zukunftsfähigen Handel ein.

Wachstum durch Bündelung – das Konzept Unverpacktladen soll wachsen. (Foto: Sonja Herpich)
Die neue Einkaufsgenossenschaft soll die Beschaffung von Waren zentral organisieren, die Nachfrage der Mitgliedsbetriebe bündeln und damit die Position kleiner nachhaltiger Handelsunternehmen stärken.
Hintergrund sind die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen viele Unverpacktläden konfrontiert sind. Steigende Kosten, unsichere Lieferketten und die Marktmacht großer Handelskonzerne erschweren faire Einkaufsbedingungen. Durch gemeinsame Rahmenverträge und eine gebündelte Einkaufsmacht will die Genossenschaft für mehr Versorgungssicherheit und langfristig stabile Handelsbeziehungen sorgen.
Darüber hinaus soll die Enko Handel Innovationen im Bereich ressourcenschonender Verpackungen fördern. Größere Nachfragen könnten Produzent:innen dazu bewegen, verstärkt auf Großgebinde, Papierverpackungen oder Mehrwegsysteme zu setzen. Die Genossenschaft versteht sich zugleich als Gegenmodell zur zunehmenden Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. Kleine, unabhängige Betriebe sollen ihre Einkaufsmacht bündeln können, ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Davon sollen nicht nur die Mitgliedsläden profitieren, sondern auch Produzent:innen durch planbare Absatzmengen und langfristige Partnerschaften.
Der Genoverband muss die Gründung prüfen, danach will sich die Enko Handel weiteren Mitgliedern aus der Unverpacktbranche öffnen. Perspektivisch sollen auch Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung wie Gastronomie, Hotellerie oder Kitas von den Strukturen profitieren können.