Sortenwahl fürs Grünland
Ertrag und Qualität des Grundfutters sind entscheidend für den Erfolg der Milch- und Rindfleischerzeugung. Empfohlene Sorten jetzt bestellen.

Leguminosen in der Ackerfuttermischung stabilisieren den Ertrag in trockenen Jahren. (Foto: Sonja Herpich)
Die Wahl geeigneter Sorten und Mischungen fürs Grünland ist ein zentraler Baustein, um das Ertragsrisiko im Futterbau zu reduzieren. Daran erinnert Bioland-Grünlandberaterin Katharina Weihrauch. Die Aussaat legt stets die Basis für mehrere Jahre. Daran sollten Erzeuger:innen jetzt bei der Saatgutbestellung denken.
Im ökologischen Bereich sind empfohlene Sorten nur eingeschränkt verfügbar, warnt die Bioland-Beraterin. Um diesem Problem zu begegnen, wurde der Verein AG Öko-Futtersaaten gegründet, der zweimal jährlich Sammelbestellungen für Grünland- und Ackerfuttermischungen organisiert. Die aktuelle Sammelbestellung für empfohlenes Öko-Saatgut im Bereich Grünland und Futterbau läuft noch bis zum 5. Juni.
Mehrjährige Versuche des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Eifel zeigten sowohl für den Ackerfutterbau als auch für Dauergrünland, dass empfohlene Sorten und empfohlene Mischungen insbesondere in klimatisch schwierigen Jahren herausstachen. Sie lieferten zuverlässig Grundfutter für Milchvieh und Rinder. Im dreijährigen Vergleich von 30 Ackerfuttermischungen zeigte sich, dass in trockenen Jahren die Gräser weniger Ertrag liefern, Leguminosen in der Mischung aber die Mengen kompensieren. Außerdem steigen in Mischungen mit Leguminosen die Rohfasergehalte langsamer an, sodass sie etwas mehr Flexibilität bei der Nutzung bieten.
In schlechten Futterjahren ist Grundfutter allgemein knapp, was Betriebe mit Rindern mehrfach trifft:
Zukauf von Futter ist teuer und qualitativ unsicher.
Betriebliche Alternativen wie Zwischenfrüchte eignen sich ebenfalls nur eingeschränkt zur Futternutzung.
Im Extremfall müssen Tierbestände abgestockt werden.
Zusätzliche wirtschaftliche Belastungen entstehen, wenn geschädigte Bestände wieder eingesät werden müssen. Lückige Narben begünstigen die Ausbreitung unerwünschter Arten wie Ampfer oder Jakobskreuzkraut.
Kontakt: Katharina Weihrauch oder Bernd Vollmer, Tel.: 0162/6845257