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Schwachstellen im Plan für neues EEG

Politik27.07.26

Die Bio-Anbauverbände Bioland und Naturland haben den Gesetzesentwurf zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz analysiert und fordern Nachbesserungen.

Luftaufnahme eines Traktors mit Anhänger, der sich bei klarem Himmel zwischen den Reihen von Solarmodulen in einem großen Agri-PV-Solarpark bewegt.

Der Entwurf der EEG-Novelle benachteiligt flächenschonende, akzeptanzstarke und multifunktionale Agri-Photovoltaik.

Die Bundesregierung will den Ökostromanteil bis 2030 auf 80 Prozent steigern. Bioland und Naturland begrüßen dies. Allerdings verpasst der aktuelle Gesetzesentwurf aus Sicht der Verbände zentrale Chancen. Denn um die Kosteneffizienz der Solarenergie zu erzwingen, setzt der Entwurf einseitig auf billige Freiflächen-Photovoltaik und verdrängt damit flächenschonende, akzeptanzstarke und multifunktionale Konzepte wie Agri-Photovoltaik. Durch die Streichung des Ausschreibungssegments und den Wegfall der Vergütung für Anlagen unter 1 MWp müssen flächenschonende Doppelnutzungskonzepte mit günstigeren Freiflächenanlagen konkurrieren. Der geplante Bonus von 0,5 Cent/kWh reicht hierfür nicht aus. Die Verbände fordern deshalb den Erhalt der Sondersegmente.

Zudem drohen Rückschritte bei Bio-Biogasanlagen, wenn ökologische Leistungen finanziell unzureichend abgebildet werden. Die Biomassenutzung über Biogasanlagen ist ein unverzichtbarer Baustein im Transformationsprozess der Energiewende, um Strom – vor allem bei Dunkelflauten –, Wärme, Kraftstoffe und industrielle Rohstoffe nachhaltig, flexibel und bedarfsgerecht bereitzustellen. Von dieser Wertschöpfung profitieren ökologisch und konventionell wirtschaftende Landbaubetriebe. Werden Ökobetriebe viehlos bewirtschaftet, bieten Biogasanlagen oft die einzig sinnvolle Verwertungsalternative für fruchtfolgebedingt anfallende Biomassen wie Kleegrasgemenge.

Biogas kann eine zentrale Rolle in der Kreislaufwirtschaft einnehmen: Kleegras ersetzt synthetischen – also fossilen – Dünger und liefert hochwertigen Gärrest. Die Verbände fordern eine eigene Vergütungsklasse für solche „ökologisch wertvollen Substrate“ (ÖWS) sowie eine Anschlussförderung für kleine Hofanlagen.