Roggen schützt Feldgemüse
Weißkohl und Knollensellerie sind im Ertrag stabiler unter Roggenmulch. Die streifenweise Bodenbearbeitung gehört dazu.

Lebendmulchsysteme sind sehr betriebsindividuell zu bewerten, berichtet das IGZ. (Foto: Julia Vogt)
Streifenbodenbearbeitung mit Roggenmulch kann die Erträge von Knollensellerie und Weißkohl an unterschiedlichen Standorten stabil halten. Klee als lebende Bodenbedeckung reduzierte die Erträge deutlich. Das zeigt eine Feldstudie des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ).
Die Forschenden erprobten Klee als Lebendmulch, in-situ-Roggenmulch in Gemüse und zur Kontrolle baute das IGZ Gemüse ohne Bodenbedeckung an. Alle Varianten kombinierten sie mit einer Streifenbodenbearbeitung auf Versuchsflächen des IGZ in Großbeeren in Brandenburg und Praxisbetrieben in der Region.
Klee bremst Wachstum
Ausreichend dicke Mulchschichten unterdrückten Unkraut und senkten den Arbeitsaufwand in der Unkrautpflege. Dafür brauchte es einen dichten Roggen-Bestand, der zur Vollblüte gemulcht wird. Beim Klee sahen die Forschende Probleme: Er wuchs stellenweise zu hoch und musste regelmäßig gemäht werden.
Der Klee entzog dem Gemüse Stickstoff und Wasser. Bei hohen Lufttemperaturen senkte er die Bodentemperatur – das kann den Boden schützen –, verzögerte aber das Pflanzenwachstum. Bei niedrigeren Lufttemperaturen kühlte der Boden unter Klee langsamer ab. Das wirkte sich insgesamt negativ auf die Erträge aus.
Auch Roggenmulch reduzierte zeitweise die Stickstoffverfügbarkeit, eine zusätzliche Düngung glich das Defizit aus. Messungen zeigten, dass der Boden unter Roggenmulch länger feucht blieb als in den anderen Varianten.
Technik spart Geld
Die Streifenbodenbearbeitung verringerte das bearbeitete Bodenvolumen um bis zu 70 Prozent. Das senkte Kosten und ermöglichte eine gezielte Unterfußdüngung in den Wurzelraum. Gleichzeitig zeigte sich, dass die Technik künftig anzupassen ist. Um Verstopfungen innerhalb von Düngeschläuchen zu vermeiden, sind weitere maschinelle Verbesserungen nötig.
Vorsicht gilt laut dem IGZ bei hohen Lehm- und Tongehalten der Böden. Sie lassen sich schlechter bearbeiten und neigen zu Schollen. Sie erschweren, Unkraut mit einer Fingerhacke zu beseitigen. Das IGZ empfiehlt auf solchen Böden, die Pflanzstreifen durch mehrmaliges Ziehen ohne Düngerablage vorzubereiten.