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PV-Anlagen beschatten Schafe

Tierhaltung25.02.26

Schafe profitieren von Photovoltaikmodulen auf der Weidefläche. Das zeigen Beobachtungen aus zwei Weideperioden.

Verbindet man Stromerzeugung mit Schafbeweidung, gewinnt das Tierwohl. (Foto: Universität Göttingen)  

Bei Hitze weiden Schafe lieber unter Agri-PV-Modulen, wenn sie die Wahl haben. Das hat ein Versuch der Universität Göttingen gezeigt, die neben dem Verhalten der Schafe auch Futtermenge und Qualität betrachtet hat. Dafür haben jeweils zehn Schafe zwei Weideperioden auf einer Fläche in Schleswig-Holstein verbracht. Die Fläche war zur Hälfte mit sonnengeführten PV-Modulen ausgestattet. Die Schafe trugen GPS-Halsbänder, um ihre Aktivität kontinuierlich zu beobachten.

„Wir sehen deutlich, dass die Schafe die Module aktiv nutzen, insbesondere bei höheren Temperaturen“, sagt Erstautorin Caroline Siede aus der Abteilung Graslandwissenschaft der Universität Göttingen. Vor allem tagsüber suchten die Tiere häufiger die beschatteten Bereiche auf, während sie nachts überwiegend offene Flächen bevorzugten. Gleichzeitig reichte die Futtermenge auf beiden Bereichen aus, um den Nährstoffbedarf der Schafe zu decken.

Die Futterqualität unterschied sich nur moderat zwischen den Flächen: Unter den Solarmodulen wies das Gras höhere Rohproteingehalte auf, während es auf den unbeschatteten Flächen mehr wasserlösliche Kohlenhydrate enthielt. Insgesamt, so das Fazit der Forschenden, eigneten sich beide Bereiche gut für die extensive Beweidung. „Solarweiden bieten nicht nur eine Möglichkeit zur nachhaltigen Flächennutzung, sondern können auch zum Tierwohl beitragen, etwa durch Hitzeschutz“, erklärt Siede. Für belastbare Aussagen zu langfristigen Effekten seien jedoch weitere Studien nötig.

Im Schatten mehr Protein | Bioland e.V.