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Pilzdruck im Blick

Pflanzenbau23.06.26

Für Apfelschorf gibt es jetzt auch ein Prognosetool. So lassen sich Maßnahmen gezielt an der Befallsschwelle ausrichten.

Zwei Äpfel an einem Ast, deren Oberflächen mit dunkelgrauen Pilzschorfstellen bedeckt sind, umgeben von grünen Blättern vor einem dunklen Hintergrund.

Typische Symptome für Apfelschorf sind ein Pilzgeflecht auf den Blättern und Früchten. (Foto: Landpixel)

Das Infektionsrisiko für Apfelschorf (Venturia inaequalis) zu kennen, ist entscheidend für eine wirksame und ressourcenschonende Behandlung. Dabei unterstützt das Prognosemodell Relative Infection Measure“ (RIMpro) des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH). Die Beraterinnen und Berater nutzen aktuelle Wetterdaten und -vorhersagen, um das Infektionsgeschehen während der Apfelsaison, insbesondere im Zeitraum März bis Juni, vorherzusagen.

Obstanbauer und -anbauerinnen wählen auf einer Wetterkarte des LLH die nächstgelegene Station aus und können anschließend RIMpro aufrufen. In einer Grafik wird das aktuelle Infektionsrisiko für Apfelschorf in der jeweiligen Region dargestellt. Auch andere Bundesländer, wie Bayern und Rheinland-Pfalz, bieten ein entsprechendes Vorhersagemodell an. Darüber hinaus prognostiziert auch fruitweb das Infektionsrisiko für den Schaderreger.

Sporen infizieren Blätter

Die Primärinfektion geht laut LLH von Ascosporen aus, die im Falllaub überwintern. Mit Beginn der feuchten Witterung im Frühjahr transportieren Wind und Regenspritzer die Sporen auf austreibende Blätter. Daraus entwickelt sich ein Pilzgeflecht auf den Blättern und später auf den Früchten. Im weiteren Verlauf bilden sich auf dem Pilzgeflecht die Sommersporen (Konidien).

Schorfflecken sind erst nach einiger Zeit sichtbar, daher empfehlen die Berater:innen des LLH, die Bestände etwa 14 bis 21 Tage nach Infektionsereignissen zu kontrollieren. Als Orientierung dient eine Befallsschwelle von zwei Schorfflecken auf 100 kontrollierten Trieben. Wird dieser Wert überschritten, empfiehlt die LLH-Beratung Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um weitere Infektionen zu verhindern.

Sekundärinfektion ab Juni

Sobald sich Konidien entwickeln, beginnt die Sekundärinfektion – üblicherweise ab Juni. Während der Saison steht nur ein begrenzter Vorrat an Ascosporen zur Verfügung, der mit jedem Niederschlagsereignis weiter abnimmt. Ist dieser Vorrat erschöpft, gilt die Primärsaison im Prognosemodell als beendet.

Apfelschorf erkennen und gezielt bekämpfen | Bioland e.V.