Ökolandbau lohnt sich doppelt
Bio-Winterweizen erwirtschaftet trotz geringerer Erträge höhere Gewinne. Zusätzliche Blühstreifen erhöhen die Artenvielfalt.

Blühstreifen an konventionell bewirtschaftetem Winterweizen bei Göttingen. (Foto: Costanza Geppert)
Biolandbau und Blühstreifen können die Artenvielfalt auf der Fläche erhöhen. Das zeigt eine Studie der Universität Göttingen, die ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen verschiedener Anbaumethoden von Winterweizen untersucht hat.
Forschende haben drei Varianten mit Winterweizen verglichen: konventionell ohne Blühstreifen als Kontrolle, konventionell mit einem Blühstreifen sowie den ökologischen Anbau. Für die Studie untersuchten die Forscher und Forscherinnen über zwei Jahre hinweg neun Landschaften im Göttinger Raum.
Die Ergebnisse zeigen, dass Blühstreifen und Biolandbau als Agrarumweltmaßnahme einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten. Laufkäfer, Spinnen und Schwebfliegen profitierten von beiden Anbauvarianten und waren dort 20 bis 30 Prozent artenreicher.
„Agrarumweltmaßnahmen wie ökologischer Landbau und Blühstreifen ergänzen sich in ihrer Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität, da teilweise unterschiedliche Arten gefördert werden“, erläutert Professor Teja Tscharntke von der Abteilung Agrarökologe und Funktionelle Agrobiodiversität der Universität Göttingen. „Die Kombination verschiedener Agrarumweltmaßnahmen ist ein wichtiger Schritt in Richtung multifunktionaler Agrarlandschaften.“
Die meisten wild wachsenden Pflanzenarten fanden die Forschenden auf Bio-Flächen. Berücksichtige man jedoch auch die ausgesäten Arten, erreichten Blühstreifen eine ähnliche hohe Pflanzenvielfalt. Auf den Blühstreifen kamen dreimal so viele Bienenarten vor wie auf den Öko-Flächen.
Die Variante Ökolandbau plus Blühstreifen hat die Studie nicht untersucht. Die Bioland-Naturschutzberatung weist darauf hin, dass viele Bundesländer Blühstreifen im Ökolandbau fördern. Solche und viele andere Maßnahmen stärken die Artenvielfalt in der Landwirtschaft. Bioland fördert dies mit der Biodiversitätsrichtlinie, nach der Bioland-Betriebe zusätzlich zur ökologischen Anbauweise die Vielfalt von Flora und Fauna unterstützen.
Wirtschaftlich schnitt der Weizenanbau auf den Öko-Flächen in der Göttinger Studie am besten ab. Zwar lagen die Erträge nur etwa halb so hoch wie im konventionellen Anbau, die Gewinne waren jedoch rund 1,5-mal höher. Die Forschenden führen dies auf bessere Vermarktungsmöglichkeiten und die EU-Förderung zurück.