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Neue Chancen für Esparsette

Pflanzenbau, Tierhaltung18.08.26

Die Futterleguminose könnte sich besser entwickeln, wenn man sie mit den soeben entdeckten Bakterien impft.

Hohes grünes Gras und rosa Wildblumen auf einem Feld unter einem blauen Himmel mit vereinzelten Wolken.

Die Esparsette braucht spezielle Knöllchenbakterien zum Gedeihen. Nun könnte eine Impfung möglich werden. (Foto: JKI)

An der Wurzel von Esparsetten haben Forschende des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig eine neue Art von Knöllchenbakterien gefunden, die der Futterpflanze einen Wachstumskick verschafft. Darauf ruhen nun neue Hoffnungen, dass die wertvolle Futterpflanze sich in Deutschland bald größerer Beliebtheit erfreuen könnten, wenn man das Saatgut mit dem passenden Bakterienstamm impft. In Versuchen mit geimpftem Saatgut beobachteten die Forschenden einen bis zu vierfach erhöhten Biomassezuwachs im Vergleich zu unbehandelten Kontrollpflanzen.

Auch andere Leguminosen finden nicht auf allen Standorten geeignete Bedingungen. Beispielsweise brauchen auch Soja und Lupine Starthilfe, um ertragreich zu wachsen. Genau so geht es auch der Saat-Esparsette (Onobrychis viccifolia), weshalb die Futterleguminose in der deutschen Agrarlandschaft nur ein Nischendasein fristet. Das soll sich nun, dank des Bakterienstammes (Mesorhizobium onobrychidis OM4) ändern, der am JKI isoliert wurde.

Die Firma Feldsaaten Freudenberger, die die einzige deutsche Espasettensorte vermarktet, hat sie die Nutzungsrechte an dem Bakterienstamm gesichert. Die Produktentwicklung hat begonnen und eine Markteinführung könnten noch 2026 erfolgen. Das Produkt, das den am JKI entdeckten und isolierten nützlichen Bakterienstamm enthält, wird voraussichtlich unter dem Namen „RhizoFix RF 55“ vermarktet werden.

„Obwohl die Esparsette bei der Tierernährung und auch im Agrarökosystem mit vielen positiven Eigenschaften punkten kann, wird sie in Deutschland kaum noch angebaut“, erklärt Dr. Torsten Thünen vom Julius Kühn-Institut. Hauptgründe dafür sind die hohen Standortansprüche der Futterpflanze, eine empfindliche Jugendentwicklung sowie ihre schwache Konkurrenzfähigkeit in Pflanzenmischungen. „Viele dieser Schwachpunkte sind auf die in der Literatur beschriebene unzuverlässige Stickstoffversorgung durch die mit der Pflanzenwurzel vergesellschafteten Knöllchenbakterien, den Rhizobien, zurückzuführen“, erklärt der Pflanzenbauexperte vom JKI, dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen.