Landwirte investieren in Tierwohl
Die Rentenbank verzeichnet eine starke Nachfrage nach Förderkrediten. Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen.

Landwirt:innen investieren zukünftig mehr in Stallbauten. (Foto: Freepik)
Laut dem aktuellen Rentenbank-Agrarbarometer planen immer mehr Landwirt:innen Investitionen. Insbesondere Tierhalter:innen sind bereit, in den Umbau und Neubau von Ställen zu investieren. Bereits 77 Prozent der befragten Landwirt:innen und 92 Prozent der Lohnunternehmen haben in den vergangenen Monaten investiert, vor allem in Maschinen sowie in die Schweine-, Geflügel- und Rinderhaltung.
Das Fördervolumen der Rentenbank hat sich für Stallumbauten vergrößert, um den Wandel zu mehr Tierwohl zu unterstützen. „Tierhalter wollen den Wandel aktiv mitgestalten und ihre Betriebe auf die wachsenden Erwartungen an das Tierwohl ausrichten“, betont Vorstandsprecherin Nikola Steinbock, „Entscheidend ist, dass der Veränderungswille auf die richtigen Rahmenbedingungen trifft.“ Voraussetzung dafür seien verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionsanreize und höhere Fleischpreise für Produkte aus tierwohlgerechter Haltung.
Die Stimmung in der Branche hat sich leicht verbessert. Ein Großteil der Befragten Landwirt:innen schätzt die eigene, derzeitige Lage als positiv sein. Dies liegt an den hohen Verkaufspreisen für tierische Produkte und dem eigenen Betriebsmanagement. Hohe Betriebsmittelpreise, Bürokratie und politische Unsicherheit belasten nach wie vor die Branche. Dazu kommen noch schlechte Verkaufspreise pflanzlicher Erzeugnisse, Umweltauflagen und mangelnde Planungssicherheit. 31 Prozent sind von einer Verschlechterung überzeugt, während etwas mehr als die Hälfte ihre Situation als gleichbleibend einschätzen.
Das Rentenbank-Agrarbarometer
Dieser Index ist empirisch fundiert und über einen längeren Zeitraum verfügbar. Es ist in der Lage Aussagen zur aktuellen Situation und den Erwartungen in der deutschen Landwirtschaft zu treffen. Seit März 2024 erhebt das Marktforschungsunternehmen Kynetec im Auftrag der Landwirtschaftlichen Rentenbank vierteljährlich Daten. Damit knüpft es an das frühere „Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar“ an. Die Befragungen basieren auf 1.000 teilnehmenden Landwirt:innen und 150 Lohnunternehmen in Deutschland. Ziel ist die Einschätzung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage, von Investitions- und Finanzierungsverhalten und weiteren landwirtschaftlichen Themen. Die Stichprobe ist eine repräsentative Auswahl landwirtschaftlicher Haupterwerbsbetrieben hinsichtlich Betriebsart, konventioneller/ökologischer Bewirtschaftung, regionaler Verteilung und Größenklassen.