Landsorten punkten im Praxistest
Samenfeste Zwiebeln erreichen ähnliche Erträge wie Hybriden. Einige überzeugen mit guter Lagerfähigkeit und hoher Stresstoleranz.

Samenfestes Saatgut für Zwiebeln ist knapp und häufig nicht verfügbar. (Foto: Niklas Wawrzyniak)
Samenfeste Zwiebelsorten können im Bio-Anbau eine echte Alternative zu Hybridsorten sein. Das zeigten Versuche im Projekt „Exploration des Potentials alter Zwiebel-Landsorten für den Ökolandbau" (ZwiebÖL) des Max-Rubner-Instituts Karlsruhe und der Universität Hohenheim. Hintergrund ist die steigende Nachfrage nach Bio-Zwiebeln, die derzeit die heimische Produktion nicht decken kann.
In den Versuchen erreichten mehrere samenfeste Sorten vergleichbare Erträge wie gängige Hybridzüchtungen. Die Sorte Stunova tendierte sogar zu höheren Erträgen. Besonders positiv fiel die fränkische Landsorte Birnenförmige auf: Sie reift früh ab, entwickelt eine ausgeprägte Schärfe und zeichnet sich durch eine gute Lagerfähigkeit aus. Ihr Inhaltsprofil bewerten die Forschenden als vielversprechend.
Im Vergleich zur Hybridsorte Hytech F1 erwies sich die Birnenförmige als robuster. Sie nahm nach Angaben der Forschenden Stickstoff unter schwierigeren Bedingungen besser auf und reagierte toleranter auf Salzstress.
Boden beeinflusst Inhaltsstoffe
Die Untersuchungen deuten zudem darauf hin, dass der Anbaustandort die Inhaltsstoffe in Zwiebeln beeinflusst. Mit weiteren Versuchen wollen die Forschenden diese Effekte genauer untersuchen, um eindeutige Zusammenhänge feststellen zu können. Außerdem wollen sie prüfen, ob sich die Lagerfähigkeit bis in das Frühjahr oder sogar den Frühsommer hinein verlängern lässt. Damit wäre heimische Bio-Ware länger verfügbar.