Kälber auf die Weide
Gesundheit, Leistung und Tierwohl profitieren, wenn Jungtiere arteigenes Verhalten ausleben können. Ein Leitfaden des KTBL hilft beim Management.

Kälber aus Kreuzungen von Milchvieh mit Fleischrassen auf der Weide.
Die Weidehaltung bietet Kälbern und Jungrindern Chancen: viel Platz und frische Luft wirken positiv auf Tierwohl, Gesundheit und Wachstum. Für den Erfolg ist sorgfältiges Management mit gut geplanter Weideführung unbedingt erforderlich. Milchviehhalter:innen müssen auf der Kälberweide verstärkt auf Parasiten, Fütterung und Wettereinflüsse achten. Einen praxisnahen Leitfaden für die Kälberweide haben Expert:innen für Fütterung, Haltung und Gesundheitsmanagement sowie Grünlandfachleute erstellt. Er steht als kostenloser Download auf der KTBL-Website.
Der Leitfaden „Kälberweide in der Milchkuhhaltung“ zeigt, worauf es ankommt. Zwölf Praxisbeispiele verdeutlichen, wie Weidegang mit betriebsindividuellen Lösungen bereits früh im Leben der Tiere gelingen kann. Damit liefert die Veröffentlichung wertvolle Orientierung und konkrete Impulse für landwirtschaftliche Betriebe und Beratungskräfte.
Im Ökolandbau ist die Weidehaltung für Pflanzenfresser vorgeschrieben: Die Regelungen und Auslegung der EU-Öko-Verordnung verpflichten Landwirtinnen und Landwirte, bereits Kälbern ab vier Monaten Zugang zu Weideflächen zu ermöglichen. Während der ersten vier Lebensmonate ist eine zeitlich begrenzte Einschränkung des Weidezugangs möglich. Wenn stallnahe Weideflächen fehlen oder die Erfahrung mit der Kälberweide, dann stehen viele Betriebe vor praktischen Herausforderungen.