Humusgehalte auf gleichem Niveau
Studie zeigt: Öko-Betriebe mehren organischen Kohlenstoff nachhaltiger als konventionelle

Mehr Humus im Boden führt zu einer höheren Bodenfruchtbarkeit. (Foto: Eileen Nicolai)
Der Humusgehalt in ökologisch bewirtschafteten Äckern unterscheidet sich kaum von dem in konventionell bewirtschafteten. Allerdings sollten dabei auch die weiteren Umweltwirkungen betrachtet werden. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie des Thünen-Instituts für Agrarklimaschutz. Forschende haben dafür den Humusgehalt von knapp 3.000 Ackerflächen beprobt. Standortbedingte Unterschiede im Bodenkohlenstoff haben die Forschenden mit einem Modell herausgerechnet. Die bisherigen Erkenntnisse, wie der Ökolandbau auf den Bodenkohlenstoff wirkt, basieren auf kontrollierten Feldexperimenten. Bislang war nicht bekannt, ob sich ökologische Landwirtschaft in der Praxis genauso auf den Bodenkohlenstoff auswirkt wie unter Versuchsbedingungen. Die neuen Auswertungen bestätigen die Ergebnisse der Exaktversuche nicht. Für die Thünen-Studie wurden die Faktoren untersucht, die den Eintrag von Kohlenstoff in den Boden beeinflussen. Zentral waren folgende Punkte:
■ Organische Düngung: Die Menge der ausgebrachten organischen Dünger unterscheidet sich im Mittel in den ökologischen und konventionellen Bewirtschaftungssystemen nicht. Ein Drittel der Äcker erhielt keine organische Düngung.
■ Ertragsniveau: Der Einsatz mineralischer Dünger und chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel im konventionellen Anbau führte im Mittel zu 30 Prozent höheren Erträgen. Die daraus resultierenden Ernterückstände wie Wurzeln sind wichtig für den Humusaufbau.
■ Fruchtfolge: Im Ökolandbau wurden sogenannte Humusmehrer wie Kleegras zu 39 Prozent in die Fruchtfolgen eingebaut. Auf konventionell bebauten Äckern lag der Anteil bei 11 Prozent. Der Zwischenfruchtanbau unterschied sich in den Anbausystemen kaum.
Die Studie zeigt: Der erwartete Aufbau von Bodenkohlenstoff durch Ökolandbau findet unter den aktuellen Bedingungen nicht wie erhofft statt. Dennoch: „Im Ökolandbau wird Bodenkohlenstoff mit weniger negativen Umwelteffekten durch humusfördernde Fruchtfolgen aufgebaut. Im konventionellen Landbau baut man Bodenkohlenstoff vor allem durch Düngung auf“, sagt der Autor der Studie Prof. Axel Don. Wie genau Humus langfristig aufgebaut wird, ist noch nicht vollständig erforscht. Um Wissenslücken zu schließen, wurde beispielsweise das HumusKlimaNetz initiiert.