Handwerk in Baumschulen
Deutsche Baumschulen verfügen über Fachwissen und schützen regionale Obstsorten. Eine neue Liste zeigt Betriebe mit Bio-Ware, eigener Veredlung und Vermehrung.

Handwerkliche Baumschulen erhalten die dringend benötigte Sortenvielfalt (Foto: Heinz Kahrs, Bund Niedersachsen)
Eine neue bundesweite Übersicht macht sichtbar, wo in Deutschland Baumschulen noch handwerklich arbeiten. Darin sind aktuell 180 Betriebe verzeichnet, die Obstgehölze selbst vermehren, veredeln oder Bio-Ware anbieten.
Die Liste entstand auf Initiative des Bundes deutscher Baumschulen und Akteure aus dem Streuobstbereich. Sie soll professionelle Abnehmende und Verbraucher:innen die Suche nach qualitätsbewussten Anbietern erleichtern.
Sortenechte Qualität
Handwerklicher Baumschulen sichern wertvolles Fachwissen, erhalten die regionale Sortenvielfalt und sorgen für sortenechte Pflanzen. Davon profitieren Erwerbsobstbau, Streuobstinitiativen, Privatkaufende und weitere Abnehmende. Viele Baumschulen bieten zudem individuelle Veredelungen an.
Ein wichtiges Qualitätsmerkmal bleibt das Lieferetikett der Pflanzen: Die darauf angegebene Pflanzenpassnummer weist den Produzenten nach. Sie bestätigt zugleich die regelmäßige amtliche Kontrolle der Pflanzengesundheit.
Branche unter wirtschaftlichem Druck
Obwohl der Bedarf an vielfältigem Obst groß ist, stehen viele kleinere und vielfältig aufgestellte Baumschulen unter erheblichem Druck. Die Branche belastet günstige Importe, der wachsende Onlinehandel, der Strukturwandel und die Klimakrise. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gaben zwischen 2021 und 2025 rund 10,5 Prozent der Betriebe auf. Im Vergleich mit 2017 sank die Zahl der Baumschulen sogar um etwa 20 Prozent.