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Gezielt gegen Apfelwickler

Pflanzenbau04.05.26

Die Larven schädigen Äpfel zwischen Mai und August. Neue Methoden sollen helfen, den Befall im Erwerbs- und Streuobstanbau zu senken.

Spezielle Viren könnten die Larven des Apfelwicklers abtöten, vermuten Forschende der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. (Foto: Imago)

Wie Verwirrstoffe, Viren und Prognosemodelle den Apfelwickler biotechnisch bekämpfen, untersucht die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) im Projekt Cydia-Mini. Die neuen Methoden sollen dazu beitragen, biologische Pflanzenschutzmittel einzusparen und die Gefahr von Resistenzen zu reduzieren. Mit ersten Ergebnissen rechnen die Forschenden schon Ende dieses Jahres, nach der ersten vollständigen Vegetationsperiode.

Der Apfelwickler gilt als Hauptschädling im Apfelanbau und befällt zwischen Mai und August Obst- und Streuobstanlagen. Mit Duftstoffen lassen sich Männchen verwirren, so können sie Weibchen nicht mehr lokalisieren und sich fortpflanzen. Wie die Methode in kleinen Plantagen funktioniert, in denen es schwierig ist, Pheromonwolken dauerhaft zu halten, untersucht die LfL.

Die Forschenden erproben auch verschiedene Präparate aus der Familie der Baculoviren. Sie wirken gezielt im Darm der Larven, wo sich der Virus aus der umgebenen Hülle löst und die Larve nach etwa einer Woche abtötet.

Ein Monitoring in der Saison 2026 bestimmt den Flugverlauf der adulten Tiere, dem nach etwa zwei bis drei Wochen der Larvenschlupf folgt. Gleichzeitig erprobt die LfL Lockstoffe verschiedener Hersteller.

Prognosemodelle ermitteln passende Bekämpfungstermine. Sie nutzen Gradtage und berechnen eine mögliche Entwicklung auf Basis von Temperatursummen der vergangenen Tage und aktueller Wettervorhersagen. Wie genau die Modelle arbeiten, prüft das LfL im Projekt.

Das Projekt finanziert das Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus und endet im Juni 2028.

Apfelwickler biotechnisch bekämpfen | Bioland e.V.