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Gefahr für Tomaten

Pflanzenbau19.06.26

Raubmilben und physische Barrieren helfen, die Tomatenrostmilbe im Gewächshaus zu reduzieren. Ein Verbundprojekt zeigt, wie das gelingt.

Die Tomatenrostmilbe verursacht verwelkte Blätter, verkorkte Früchte sowie rostbraune Blattstiele und Hauptriebe. (Foto: Bioland)

Um die Tomatenrostmilbe (Aculops lycopersici) zu bekämpfen, gilt es verschiedene Maßnahmen zu kombinieren. Es ist entscheidend, einen Befall frühzeitig zu erkennen, Nützlinge einzusetzen und physische Barrieren zu schaffen. Das Verbundprojekt Kretschab hat die einzelnen Maßnahmen erprobt und die Ergebnisse in einem Film veröffentlicht.

Raubmilben können als natürliche Feinde die Tomatenrostmilbe reduzieren. Die im Gemüsebau bereits etablierten Arten siedeln sich aber oft nicht auf Tomaten an, sagen die Forschenden. Dies liege an den feinen, klebrigen Pflanzenhaaren mit denen Nützlinge häufig Schwierigkeiten haben.

Kleine Art frisst Schädling

Ergebnisse des Projekts zeigen, dass die kleine Art Pronematus ubiquitus mit den klebrigen Haaren gut zurechtkommt. Sie ernährt sich sowohl von Schädlingen als auch von Pilzsporen und Pollen. Die Raubmilbe sollten Tomatenbauer:innen bereits vor einem Befall in den Bestand einbringen, um stabile Populationen aufzubauen. Eine Besiedlung dauert mehrere Wochen und erfordert laut Wissenschaftler:innen Geduld. Ebenfalls ist es möglich, dass natürlich vorkommende Raubmilbenarten aus nah gelegenen Bäumen, anderen Pflanzen und Sträuchern in das Gewächshaus einwandern.

Flüssigkeiten schränken Ausbreitung ein

Das Versuchsteam erprobte auch physische Barrieren aus öl- oder leimbasierten Substanzen. Sie schränken die Tomatenrostmilbe in ihrer Ausbreitung ein, zeigten Ergebnisse. Die Substanzen müssen regelmäßig auf die Stängel aufgetragen werden.

Durchgeführt haben das Forschungsprojekt Kretschab das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg zusammen mit Bioland, Demeter, dem Julius-Kühn-Institut, dem Sächsischen Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie sowie der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau. Gefördert hat es das Bundeslandwirtschaftsministerium im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.

Tomatenrostmilbe bekämpfen: Raubmilben und Barrieren im Gewächshaus | Bioland e.V.